Reformierung der Blutspende für Homo-, und Bisexuelle Männer

Diese Petition hat 426 Unterschriften erreicht

Das Problem

Seit 2017 dürfen Männer, welche Sex mit Männern haben (MSM) in Deutschland Blut spenden (homosexuelle und bisexuelle Männer). Allerdings nur unter der Voraussetzung, dass Sie 12 Monate auf Geschlechtsverkehr verzichten.

Diese Rückstellfrist von 1 Jahr ist auf das "sexuelle Risikoverhalten" von MSM zurückzuführen, da die Wahrscheinlichkeit für eine HIV-Infektion im Allgemeinen tendenziell höher ausfallen kann als beim Geschlechtsverkehr zwischen heterosexuellen Sexualpartnern. Knapp 2/3 der HIV-Neuinfektionen geht in Deutschland auf MSM zurück.

Nach Schätzungen des RKI sind etwa 4,9-6,7% der MSM (20-59 Jahre) in Deutschland HIV-positiv. Allerdings werden durch die Rückstellung kategorisch alle homosexuellen und bisexuellen Männer in Deutschland von der Blutspende zurückgesetzt, selbst wenn sie in einer festen Beziehung, Partnerschaft oder Ehe leben.

Das RKI kommentiert die Ausschließung von MSM in einer festen Partnerschaft wie folgt: „Kondome sind unbestritten ein geeignetes Mittel, sich vor sexuell übertragbaren Krankheiten zu schützen, sofern sie sachgerecht und wirklich bei jedem Sexualkontakt verwendet werden. Zum einen kann bei der eingehenden Befragung im Rahmen der Blutspende nicht mit Sicherheit nachvollzogen werden, ob Kondome bei jedem Sexualverkehr tatsächlich und wirksam angewendet wurden. Zudem stellt der Kondomgebrauch wegen möglicher Anwendungsfehler und eines möglichen Materialversagens nicht hinreichend sicher, dass die Qualitätskriterien für ein Arzneimittel aus Blut immer erfüllt werden.

Auch in einer festen Beziehung ist nicht auszuschließen, dass beide Partner tatsächlich treu sind. Der Partner setzt sich bei Sexualverkehr außerhalb der Partnerschaft einem erhöhten Infektionsrisiko aus und stellt damit auch für den treuen Partner ein Infektionsrisiko dar.“

Heterosexuelle Personen werden lediglich dann 1 Jahr von der Blutspende zurückgestellt, wenn sie Geschlechtsverkehr mit mehreren, wechselnden Sexualpartnern hatten.

Dahingehend sollte es eine äquivalente Vorgehensweise für homosexuelle und bisexuelle Männer in Deutschland geben. MSM sollten nach ihrem persönlichen Risikoverhalten befragt werden bzw. ob sie in einem bestimmten Zeitraum Geschlechtsverkehr mit mehreren, wechselnden Sexualpartnern hatten.

Die Bundesärztekammer und das Paul-Ehrlich-Institut setzen in Deutschland die Richtlinien für die Zulassung zur Blutspende fest.

Abgesehen davon ist die Rückstellfrist von 1 Jahr zu hoch angesetzt. Heutzutage können HIV-Neuinfektionen in der Regel innerhalb von 6-12 Wochen im Blut nachgewiesen werden. Viele Länder der EU bzw. der Welt haben daher eine Rückstellfrist von 3 bzw. 4 Monaten für MSM eingeführt (z.B. England, Kanada, Niederlande, Dänemark, Frankreich).

Ich bin selber von der einjährigen Rückstellfrist betroffen, obwohl ich einen festen Freund habe und gerne Blut spenden und damit Menschen helfen würde. Allerdings ist dies nach den momentanen Richtlinien zur Blutspende für mich leider nicht möglich.

Ich würde mich daher sehr freuen, wenn ihr diese Petition unterstützt oder sie mit Familie, Freunden oder Bekannten teilt! 

Vielen Dank, dass Ihr euch die Zeit für meine Petition genommen habt! Falls Ihr Fragen oder Anregungen habt, könnt Ihr diese gerne stellen und ich versuche sie zu beantworten!

Quellen:

https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/Blutspende_MSM/FAQ_Liste.html

https://www.google.de/amp/s/magazin.hiv/2009/07/11/mediathek-berliner-forscher-entwickeln-schatzverfahren-10-prozent-der-schwulen-grosstadter-hiv-positiv/amp/

https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/HIVAids/FAQ_05.html

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Benjamin BakPetitionsstarter*in

Die Entscheidungsträger*innen

Paul-Ehrlich-Institut
Paul-Ehrlich-Institut
Präsident der Bundesärztekammer
Präsident der Bundesärztekammer
Bundesminister für Gesundheit
Bundesminister für Gesundheit

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