Seit dem 1. Oktober sollen die Gesundheitsdaten aller 73 Millionen GKV-Versicherten zu Forschungszwecken zur Verfügung stehen.
Das erklärte Ziel:“…die auf der Basis von Datenanalysen und der dabei gewonnenen Erkenntnisse die gesundheitliche Versorgung der Bevölkerung zu verbessern.“
Befürworter und Lobbyisten der Telematikinfrastruktur sehen in der Lockerung des Datenschutzes eine dringende Notwendigkeit, um den medizinischen Fortschritt zu fördern. Der Ex Gematik Geschäftsführer Arno Elmer äußerte sich dazu in einem Vortrag: „.. wegen Menschen, wie Ihnen, den Hardcore 100,0%, Germany Engineering plus German Angst leads to Germania Zero Points, wegen Menschen, wie Ihnen ( Vertreter des Datenschutzes) sterben Menschen…..“ Quelle: https://twitter.com/lilithwittmann/status/1576841989630226434?s=12&t=-BN6e3C_5D-yfeS0JoF2SQ
Erstaunlich, wie die Gematik so tickt?
Unlängst konnte gezeigt werden, dass die Datensätze trotz Pseudonymisierung zurückverfolgt werden können, anders macht es auch wissenschaftlich keinen Sinn, da diese Daten sonst wertlos sind. Des Weiteren konnte in vielen Publikationen nachgewiesen werden, dass die sogenannten „Big Data“ wegen der uneinheitlichen Erfassung zu falschen, wissenschaftlichen Schlussfolgerungen verleitet.
Vor allem sehe ich die Gefahr der möglichen Stigmatisierung chronisch erkrankter Patienten und deren sozialer Benachteiligung. Eine Abkehr vom Datenschutz ist unethisch und schadet. Warum sollen außerdem Verwaltungsangestellte der Krankenkassen und deren Verbände sowie unabhängige Forschungsverbände Zugang zu diesen Informationen erhalten?
Die Telematikinfrastruktur hat bisher für Anwender und Patienten nur Kosten und Unannehmlichkeiten verursacht. Unsichere Technologie, > 5 Mrd Euro Kosten, stattdessen Pflegepersonalmangel in überlasteten Krankenhäusern, Mangel an Hausärzten:innen, das halte ich für unethisch, hier sterben Menschen und nicht wegen fehlender Bits und Bytes!