Straßenkinder vor Kälte, Corona und sexuellem Missbrauch schützen!

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Sehr geehrte Frau Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey, 

sehr geehrte Verantwortliche in den Ländern und Kommunen, 


Es ist Winter und bundesweit sitzen immer noch rund 20.000 Jugendliche auf der  Straße. 

Da unsere Petition Anfang 2020, zwar bei Frau Dr. Giffey ankam, leider  jedoch keine entsprechende Maßnahmen erfolgten, ist es nun im zweiten Lockdown in der Kältehilfe Saison umso dringender, diesen Menschen Schutz und sicheren Wohnraum zu ermöglichen. 


Eine Studie der Bundesregierung von 2018 ergab, dass “jede fünfte von Wohnungslosigkeit bedrohte Person nicht volljährig war”. Expert*innen weisen schon lange darauf hin, dass Wohnungsmangel und steigende Mieten besonders junge Menschen gefährden, da ihre berufliche Expertise nicht ausreichend vergütet wird. 


Liebe Frau Giffey, wie Sie am 10.12.2020 im Bundestag berichteten, sollen dem Familienministerium für 2021 insgesamt 13.1 Milliarden Euro zu Verfügung stehen. Auf Facebook schrieben Sie: “Dieser Haushalt macht Familien stark. Er gibt Kindern und Jugendlichen Perspektiven und sorgt dafür, dass wir den sozialen Zusammenhalt in unserem Land stärken”. Diese Aussage impliziert, dass auch Kindern und Jugendlichen in prekären Lebenssituationen, wie dem Leben auf der Straße geholfen wird, leider ist das immer noch nicht der Fall. 

Es gibt immer noch zu wenig spezifische Angebote für diese Zielgruppe, hinzu kommen Einschränkungen durch die Abstandsregelung in Einrichtungen. 

Im ersten Lockdown gab es in Berlin einen Anstieg der häuslichen Gewalt um ca. 10%! Und das sind nur die gemeldeten Fälle. Wieviel hinter verschlossenen Türen passiert, weiß niemand, denn Hilfe zu rufen ist für viele Kinder mit gewalttätigen Eltern riskant oder gar unmöglich. 

Viele dieser Jugendlichen gehen ohne einen sicheren Ort  Zwangsbeziehungen ein, nur um ein Dach über den Kopf zu haben, was unter diesem Dach alles passieren kann, möchten wir uns gar nicht vorstellen. Die häusliche Gewalt steigt in Zeiten von Ausgangsbeschränkungen an, Schutzräume sind rar

Es ist zu  befürchten, dass nun auch viele Jugendliche vor der Gewalt im  Elternhaus auf die Straße flüchten

Dort gruppieren sie sich, um bessere Überlebenschancen auf der Straße zu haben, zu Straßenfamilien (Platten). Das Leben auf der Straße ist allerdings hart. Wir wissen wovon wir reden, viele von uns haben selbst auf der Straße  leben müssen. Es ist auch ohne Corona-Virus schwer genug auf der Straße zurecht zu kommen.  Ohne sanitäre und hygienische Versorgung kann wohl kaum jemand seinen Gesundheitszustand aufrecht erhalten. 

Vorerkrankungen und ein immer schwächer werdendes Immunsystem sind keineswegs die Ausnahme. Daher sind  obdachlose Jugendliche in besonderen Maße dem Ansteckungsrisiko  durch das Corona-Virus ausgesetzt. 

Sie dürfen aber aufgrund von  traumatisierenden Erfahrungen (sexueller Missbrauch, Gewalt im  Elternhaus) nicht zusammen mit Erwachsenen untergebracht werden.  Deshalb brauchen sie jetzt sofort eine Unterbringung in zur Zeit  leerstehenden Hotels oder vergleichbaren mit Betreuungs- & Hilfsangeboten erfahrener Jugendhilfeträger. 


Dass Menschen ohne festen Wohnraum sich weder in Quarantäne begeben können, noch entsprechend mit hygienischen Standards ausgestattet sind, stellt außerdem auch den Infektionsschutz aller Bürger*innen mit festem Wohnraum in Frage. Momentan sind obdach- und wohnungslose Menschen in Berlin gezwungen, sich (zumindest tagsüber) auf der Straße aufzuhalten, da  die meisten Kältehilfe Einrichtungen morgens um 8 Uhr schließen. Zudem ist die Platzanzahl aufgrund von Corona Maßnahmen stark gesunken. 

Wenn nichts getan wird, ist das unterlassene Hilfeleistung! 

Wir fordern  mit dieser Petition daher die sofortige Öffnung von ohnehin  leerstehenden Hotels/Hostels und Jugendherbergen für Jugendliche ohne Wohnraum! Dies hätte für die Betreiber*innen von Hotels u.ä. den Vorteil, dass  durch die Corona ausbleibenden Einnahmen kompensiert werden  könnten. So könnte man Corona-Hilfsgelder in der Tourismusbranche  sparen, und präventiv den Kinderschutz etablieren sowie das Recht auf einen sicheren Rückzugsort geltend machen. So wie schon einige Hostels zu Erwachsenen Unterkünften umfunktioniert wurden, muss es auch für junge Menschen diese Möglichkeit geben.

Bund und Länder müssen sofort eine Corona- Soforthilfe bereitstellen, um ein Jugendnot Programm umzusetzen. 

Der  Infektionsschutz darf nicht vor der Obdachlosigkeit halt machen!  Kindeswohlgefährdung darf keine Alltagspolitk sein! 


Frau Bundesministerin Giffey, verantwortliche Landesminister*innen:

Spannen sie jetzt einen Rettungsschirm für Straßenkinder auf! Jeder Tag kostet Leben! 

Unterschreiben sie deshalb diese Petition!