

Liebe UnterstützerInnen, liebe LeserInnen
Nachdem die Bundesagentur für Arbeit minimalistisch ihre Jobbörse umgestellt hat, laufen bei mir per Mail die Privaten Arbeitsvermittler auf. Ihr erinnert euch: Die Jobangebote der Privaten Arbeitsvermittler müssen nun, unten links, explizit angeklickt werden, damit sie in der Suche erscheinen. Das ist neu. Die Zeitarbeitsfirmen bleiben automatisch im Suchlauf drin, sofern sie nicht explizit deaktiviert werden. Die Mails der Privaten Arbeitsvermittlerinnen und Arbeitsvermittler treibt eines gemeinsam um: Die Angst um ihre eigenen Arbeitsplätze und denen der Angestellten, weil sie schlicht in der Suche nicht gesehen werden. Können sie keine BewerberInnen über ihre Jobangebote vermitteln, verdienen sie auch nichts. Diese Sorgen und Existenzängste kann ich nachvollziehen.
Allerdings frage ich mich, warum gerade die Zeitarbeitsfirmen in der Suche, analog der Privaten Arbeitsvermittler, nicht ebenso herausgenommen wurden. Gerade diese Branche steht für höchste Fluktuationen, Befristungen von Leiharbeiterinnen und Leiharbeitern. Und trotzdem wird für sie "der rote Teppich" durch die Bundesagentur für Arbeit ausgerollt. Also, Parität wäre mehr als gerecht gewesen. Wenn schon, denn schon. Im gleichen Atemzug bleibe ich jedoch dabei: dass die Jobangebote grundsätzlich durch die Bundesagentur für Arbeit und deren Mitarbeiter kontrolliert werden müssen. Schwarze Schafe gibt es überall. So wie die Jobbörse derzeit geführt wird, werde ich sie mit Sicherheit nicht als seriös im Gesamten bezeichnen.
Was passiert nun mit den Mails an mich von den Privaten Arbeitsvermittlern? Ich selbst habe bisher mit allen Kontakt aufgenommen und stehe im sehr engen Austausch mit Jessica Tatti (DIE LINKE.) im Bundestag, deren Büro ebenso teilweise die selben Mails erhält. Weder Jessica Tatti noch ich wollen die Sorgen der Privaten Arbeitsvermittler ignorieren. Die Forderungen, dass ich die Jobbörse und deren Änderungen über die Bundesagentur für Arbeit sofort rückgängig machen kann, muss ich verneinen. Schön wäre es, wenn die Bundesagentur für Arbeit mal auf andere hören würde. Aber eher steige ich wohl mal auf einen 8.000er.
In diesem Sinne, sonnige Grüße
Inge Hannemann