

Ihr lieben Unterstützer*innen und Unterstützer der Petition gegen FGM/C,
ich bin irgendwie noch nicht wieder in München angekommen. Alles fühlt sich noch nicht so richtig an, meine Seele ist wohl noch in Burkina geblieben und hat keine Lust auf Winter in Deutschland ;(
Wie einige von euch auf Facebook mitbekommen haben, hatten wir unfassbar viel gearbeitet. Menschen fragen uns, „na wie war eurer Urlaub?“ da keiner sich wirklich die Mühe macht, mal genauer hinzuschauen. Wir von Nala e.V. schauen genauer hin, denn trotzt Terror sind wir nach Burkina Faso geflogen. Mit uns ist eine Gynäkologin aus München mit gereist. Frau Dr. Tahir ist gebürtige Sudanesin und die einzige Afrikanische Gynäkologin in München, die ihre Doktorarbeit auch noch über FGM/C geschrieben hat und eine eigene Praxis hat. Für uns nicht Mediziner*innen war diese Reise eine echte Herausforderung, denn täglich hieß es, die Anforderungen zu überstehen. Wenn man jeden Tag bis zu 7 Stunden in engen und heißen Räumen sich die Füße in den Bauch steht und der Kopf raucht, dann ist das alles andere als Urlaub. Die Situation, in der wir uns befanden, kann keiner, der nicht vor Ort war, nicht mal annähernd sich vorstellen. Karin Siegamann, 2. Vorsitzende und ich haben täglich Frau Dr. Tahir zur Seite gestanden und haben bei den gynäkologischen Untersuchungen, mit eine einfache Taschenlampe, den Frauen zwischen den Beinen geleuchtet, 114-mal. Karin hatte die Aufgabe, alles steril zuhalten und Tupfer und Untersuchungsutensilien zu reichen. Die Not der Frauen und die Hilflosigkeit und dass noch täglich die Schlange der wartende Frauen immer länger wird, das macht einen fertig. Von 114 Frauen waren 3 nicht beschnitten worden, 111 waren Typ 2 und 3. Die Verletzungen, die die Frauen bei der Geburt ohne medizinische Hilfe erlitten haben sind unvorstellbar schlimm, so dass einige eine OP vorort dringen benötigen. Dank des Fonds können zwei Operationen bald durchgeführt werden.
Wir werden weitermachen!
Dennoch möchte ich betonen, dass wir 114 Frauen helfen konnten. Sie werden nun medizinisch versorgt sein, so dass sie sich gut um ihre Familien kümmern können. Denn ohne uns können sie sich die teuren Medikamente nie leisten. So haben wir einen Fond angelegt, damit weitere medizinische Behandlungen durchgeführt werden können. Auch haben wir eine Gynäkologin vorort gefunden, die aus Burkina Faso stammt und im örtlichen Krankenhaus praktiziert: Frau Dr. Guissou hat in Deutschland studiert und ist in ihre Heimat Burkina Faso zurückgekehrt.
Ohne euch können wir nicht helfen!
Daher möchte ich mich bei allen, die dazu beitragen, dass die Spenden fließen, ganz herzlich bedanken.
Helfen heißt, viel aushalten und niemals aufgeben!
Nun müssen wir, das heißt Karin und ich, versuchen, all die Bilder und das Elend, die Not der Frauen aus dem Kopf zu bekommen. Wir haben viel gelacht aber auch geweint, da uns zwischendurch das Herz übergelaufen ist, entweder vor Freude oder vor Rührung, weil der Tag so voll und anstrengend war.
Eure Fadumo
(das Foto nahm mein Mann Walter Korn während unseres Aufenthalts auf)