Claudia EisingerNY, Germany
Feb 15, 2018
Zuerst möchte ich allen UnterstützerInnen der BCB-Kampagne danken: Innerhalb von nur drei Tagen haben sich über 23.000 Menschen hinter die Forderung gestellt, den roten Berlinale-Teppich als Zeichen gegen sexistische Übergriffe, Diskriminierung und Missbrauch in der Filmbranche schwarz zu färben. Dass die Berlinale dem Aufruf nicht gefolgt ist, bedaure ich sehr: Man wolle eher inhaltlich arbeiten als mit Symbolen. Die inhaltliche Arbeit steht für mich natürlich außer Frage. Der schwarze Teppich geht darüber hinaus: Als Symbol hätte er die Thematik im wahrsten Sinne des Wortes unumgänglich gemacht. Er wäre ein Signal für globale Solidarität in der #metoo-Debatte gewesen. Unsere mediale Präsenz als Filmschaffende bringt uns in die Verantwortung, klar sichtbare Zeichen zu setzen und uns nicht auf brancheninterne Schadensbegrenzungsmassnahmen zu beschränken, die das Problem nicht an der Wurzel packen,  da sie es nicht in einen übergreifenden Kontext setzen. Es geht nicht nur um unsere Branche, es geht um eine Gesellschaft, die Frauen strukturell unterdrückt. Darüber muss weiter gesprochen werden. Dazu hätte der schwarze Teppich beitragen können. Die Diskussion muss so lange öffentlich aufrecht erhalten werden, bis nachhaltige Veränderungen stattfinden. Damit nicht alles beim Alten bleibt, mit dem einzigen Unterschied, dass man sich jetzt darüber beschweren darf. Mit herzlichem Dank an alle UnterstützerInnen und Diskutierenden, Claudia Eisinger
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