Über 1500 Unterschriften ! Vielen Dank


Inzwischen hat die NOZ den zweiten Anlauf aufgenommen, dass Ankumer Krankenhaus zu erhalten:
"Sie geben nicht auf und wollen das Marienhospital Ankum-Bersenbrück erhalten: Deshalb haben sich Vertreter der Ärzte, die Initiative zur Rettung des Krankenhauses und Christian Calderone zusammengetan und fordern in einer Petition ein Machtwort vom Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode.
Der Krankenhausplanungsausschuss des Landes Niedersachsen hat bereits grünes Licht für die Verlagerung der Geburtsstation von Ankum nach Quakenbrück gegeben und unterstützt auch die Umwandlung des Krankenhaus in ein regionales Gesundheitszentrum.
Das wollen Steffen Grüner, Vorsitzender der Bezirksstelle Osnabrück der Ärztekammer Niedersachen, Karl-Ernst Brockhaus, Ärztevereinsvorsitzender Fürstenau, Ulrich Feige und Detert Brummer-Bange von der Initiative zur Rettung des Krankenhauses sowie Landtagsabgeordneter Christian Calderone (CDU) nicht akzeptieren. Deshalb haben sie nun erneut eine Petition gestartet, die in den ersten Stunden bereits mehr als 500 Unterstützer gefunden hat. „Wir appellieren an die Politik, aber vor allem an Bischof Franz-Josef Bode, in schwierigen Zeiten Menschlichkeit über Betriebswirtschaftlichkeit zu setzen und eine gemeinsame Lösung für das Fortbestehen des Ankumer Krankenhaus zu erarbeiten“, sagt Grüner über die Beweggründe für die Petition. „Wenn jemand in dieser Situation das Ruder noch herumreißen kann, dann ist es Bischof Bode.“
Der Osnabrücker Arzt sagt, man müsse kein Experte sein, um zu erahnen, dass das jetzt geplante örtliche Gesundheitszentrum das Krankenhaus nicht ersetzen könne, dass für die Bevölkerung die Anfahrtsweg länger und die Versorgung schwieriger würden. Aus seiner Sicht würde durch eine Schließung des Krankenhauses ein blinder Fleck zwischen Osnabrück und Quakenbrück entstehen, die Region würde ihrer Gesundheitskompetenz und ihrer Standortvorteile beraubt und auch die ambulante Versorgung würde ohne ein Haus der Grundversorgung in der Hinterhand deutlich schwieriger werden.
„Wir halten es für grundsätzlich falsch, ein Krankenhaus nur betriebswirtschaftlichen Kriterien zu unterwerfen, denn auch im Hinblick auf die demografische Entwicklung muss die Garantenfunktion einer wohnortnahen ärztlichen Versorgung im Vordergrund stehen“, sagt Grüner. Ein Gesundheitszentrum erscheine ihnen nicht als der richtige Weg, denn die Träger der noch zu besetzenden Arztsitze müssten dann das wirtschaftliche Risiko alleine schultern.
„Das bestehende Krankenhaus jetzt noch attraktiver und wenn möglich auch kostendeckend zu gestalten, erscheint hier als der erfolgversprechendere Weg.“ Die Rettungswache, die Gynäkologie mit mehr als 800 Geburten pro Jahr, die Fachärzte am Krankenhaus und eine Bevölkerung, die für ihr Krankenhaus einstehe, seien ein Fundament, auf das man bauen könne.
Die Initiative zur Rettung des Ankumer Krankenhauses schließe sich dieser Petition gerne an, sagte Rechtsanwalt Ulrich Feige, der sich unter anderem mit Georg Dobelmann und Detert Brummer-Bange für den Erhalt des Krankenhauses einsetzt. „Da uns sehr viel daran liegt, unser Krankenhaus zu erhalten und auch Georg Dobelmann und ich der Ansicht sind, dass nur der Bischof selber ein Moratorium im Sinne eines deutlich späteren Beginns der Umstrukturierung, um alternative Lösungen zu erarbeiten, initiieren kann, und diese von Steffen Grüner initiierte Petition sich genau an den Bischof wendet, sahen wir kein Problem, das mitzutragen“, sagt er.
Auftrag der Kirche
Ebenfalls als Mitinitiator hat Landtagsabgeordneter Christian Calderone diese Petition unterschrieben. Als Begründung sagt er: „Die Kirchen und die Orden waren in der Vergangenheit diejenigen, die gerade im ländlichen Raum durch die Gründung von Hospizen oder Krankenhäusern eine stationäre medizinische Versorgung der Bevölkerung ermöglichten.“ Sie hätten damit einen wichtigen Auftrag ihrer Verkündigung, nämlich der Zuwendung zu den Menschen erfüllt. „Ich würde mich als örtlicher Landtagsabgeordneter, aber auch als Katholik freuen, wenn meine Kirche sich auch in den Jahren 2022 und 2023 diesem Auftrag bewusst ist.“
Neben der Petition haben die Verfasser auch noch einen Brief an den Bischof geschickt, in dem sie ihre Forderungen nochmal bekräftigen und ihn bitten, „sich gegen eine Schließung zu entscheiden und im ländlichen Raum eine wohnortnahe flächendeckende Versorgung sicher zu stellen.“