Anti-Rassismus und Deutsche Kolonialgeschichte als Teil des Lehrplanes an Schulen in MV

Anti-Rassismus und Deutsche Kolonialgeschichte als Teil des Lehrplanes an Schulen in MV

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Diese Petition setzt sich für ein Überarbeiten des Lehrplanes der Schulen in Mecklenburg Vorpommern ein, um die erlernten Denkstrukturen, die dem Rassismus zugrunde liegen, aufzuarbeiten und abzulegen. 

Dazu braucht es: 

  1. Kolonialgeschichte und deutsche Migrationsgeschichte im Geschichtsunterricht, sowie ein weniger eurozentristischer Blick auf die Geschichte im Allgemeinen 
  2. Eine höhere Diversität der Gegenstände in Kunst-, Musik-, und Deutschunterricht, welche die Werke von AutorInnen und KünstlerInnen aus nicht europäischen Ländern oder mit BIPOC*- Hintergrund mit einbezieht
  3. Aufklären über eine respektvolle Sprache unter Ausschluss rassistisch konnotierter Begriffe in Lehrbüchern und im Unterricht
  4.  Antirassismustraining und Aufklärung über Ursprung, Entwicklung und Aktualität des Problems für SchülerInnen und LehrerInnen

Rassismus, dass ist nicht allein Hass gegen Schwarze Menschen. Rassismus ist ein System, eine Struktur des Denkens. Sie ist Jahrhunderte alt und tief in den Mustern unseres erlernten Denkens begraben. 

Rassismus ist ein System der Unterdrückung. Es wurde etabliert, um vorherrschende Machtstrukturen zu sichern und die Versklavung Schwarzer sowie die Kolonialisierung durch Europäische Mächte zu rechtfertigen. Viele Gedankengänge, die aus dieser Zeit stammen, werden immer noch reproduziert, ohne das wir über ihren Ursprung überhaupt noch nachdenken!

Solche Strukturen lassen sich nicht über Nacht abschaffen, sie lassen sich auch nicht allein durch Politik und Gesetze abschaffen. Sie lassen sich nur abschaffen, indem wir alle über unseren Anteil, über all die kleinen Denkmuster reflektieren, indem wir uns Selbst verändern und diese Veränderung in unsere Erziehung der nächsten Generation einfließen lassen. Ein wichtiger Schritt dabei ist es, unser Schulsystem zu ändern!

Vieles, was wir in der Schule über den Verlauf der Geschichte lernen, ist nur die halbe Wahrheit. Wir lernen eurozentriert und wir lernen schuldentlastend über Geschichte zu denken. 

1. ) Diese einseitige Geschichtserzählung, welche oft nur die Ereignisse auf dem eigenen Kontinent berücksichtigt, 2.) die fehlende Diversität in den Objekten der Kunstgeschichte, die fehlenden Texte aus der Feder von BIPOC*- AutorInnen im Deutschunterricht, all das unterstützt ein europäisches Fortschrittsnarrativ und eine auf uns Selbst ausgerichtete Perspektive. Es sind unsere ausschließlich besprochenen, europäischen Errungenschaften, der Personenkult um Individuen der europäischen Geschichte, die ein Überlegenheitsgefühl gegenüber anderen Kulturen und und ihrer Entwicklung bekräftigen.

3.) Rassismus jedoch ist auch Sprache! Unsere Sprache ist geprägt durch unsere Geschichte. In vielerlei Hinsicht auch durch veraltetes und rassistisches Gedankengut. Ein bewusster und reflektierter Umgang mit Sprache an Schulen ist unbedingt nötig um auch ein normaleres, alltäglicheres Reflektieren über die Fallgruben gedanklicher Muster zu ermöglichen. Das gilt auch für bereits abgedruckte, veraltete Sprache, etwa in Schulbüchern!

4.) Das sprechen über Rassismus, das Zuhören gegenüber dieser zweiten, Schwarzen Perspektive ist, was uns wirklich zu einer Weiterentwicklung hin zu einer gleichberechtigten Menschheit helfen kann. Unserer Schwarzen Sitznachbarin in der Schule oder dem Schwarzen Kollegen im Lehrerzimmer zuzuhören, nicht um die eigene Unschuld, das eigene nicht-rassistische Identitätskonstruktion zu untermauern, sondern um wirklich etwas neues zu lernen, über sich, den anderen, die eigene Gesellschaft und die eigenen Denkstrukturen, wäre ein weiterer großer Beitrag. Auch dies und die Aufklärung über Rassismus sind Dinge, denen im Schulalltag Raum eingeräumt werden sollte. Redekreise und Anti-rassismustraining zur Aufklärung über Ursprung, Entwicklung und Aktualität des Problems für SchülerInnen und LehrerInnen wären Formate, um dieser Aufgabe gerecht zu werden und so beizutragen, zu einer Gleichberechtigteren und bunteren Gesellschaft.

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Diese Petition ist Teil der deutschlandweiten Bewegung #blackhistoryindeutschland. Alle Unterschriften der regionalen Petitionen laufen auf einen Unterschriftenzähler. Auf dieser Webseite sind alle Petitionen der verschiedenen Bundesländer zu finden: blackhistoryindeutschland-change.org