Entscheidung der Verkehrsbehörde zum Antrag eines Zebrastreifens am Übergang Klettenstieg/Amtsstrass

Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer,
Die Verkehrsbehörde der Polizei hat den Antrag zum Sicheren Überweg beim Klettenstieg/Amtsstraße geprüft und befunden, dass
1. Die Querungszahlen für die Rechtfertigung eines Zebrastreifens nicht ausreichen und
2. Keine Gefahrenlage besteht
Die offizielle Stellungnahmne könnt ihr in der beigefügten Anlage einsehen.
Unsere Enttäuschung über die ablehnende Stellungnahme des PK 38 ist natürlich groß, ganz besonders, weil wir herausfinden mussten, dass Radfahrer:innen, die nicht komplett abgestiegen sind, nicht mitgezählt wurden. Wir finden dies inakzeptabel; sind Radfahrer:innen doch genauso Verkehrsteilnehmer, denen sichere Überwege zustehen, vor allem, wenn viele Kinder betroffen sind.
Wir haben deshalb an die Politiker:innen appeliert, die Stellungnahme der Polizei bei der nächsten Regionalausschusssitzung am 8. Dezember 2021 nicht hinzunehmen und in ihrer politischen Diskussion/Entscheidung folgende Punkte bedenken:
1. Die Querungszahlen sind "nicht ausreichend", weil Fahrradfahrer:innen nicht mitgezählt werden. Zebrastreifen sind zwar für Fußgänger:innen gedacht, doch zu diesen Fußgänger:innen zählen auch abgestiegene Radfahrer:innen. Da es aktuell keinen Zebrastreifen gibt, gibt es auch keinen Anlass für Fahrradfahrer:innen abzusteigen. Im Gegenteil versuchen diese natürlich so rasch wie möglich die gefährliche Straße zu überqueren. Insofern müssten die Fahrradfahrer:innen als potenzielle Nutzer:innen eines Zebrastreifens natürlich mitgezählt werden.
2. Die Querungszahlen der Polizei sind Werte aus verschiedenen Zeiten am Tag. Die Voraussetzungen der StVO von 50 sind auf die Spitzenstunde bezogen. Hätte die Polizei jeden Tag zwischen 7:45 - 8:45 gezählt, wären sehr viel höhere und relevantere Werte zustande gekommen. Nach Zählungen aus einer Woche im verregneten November wird entschieden, dass keine Gefahrenlage besteht. 464 Bürger:innen, die den Weg regelmäßig das ganze Jahr über benutzen, sehen das anders und setzen sich für eine Verbesserung der Situation ein.
3.Die Polizei wurde gebeten, nicht nur die Voraussetzungen für einen Fußgängerüberweg oder eine Ampel zu prüfen, sondern auch Vorschläge zu machen, wie die Situation alternativ verbessert werden könnte. Beispiele wären eine begrenzte 30er-Zone in der Kurve bis nach dem Klettenstieg, sogenannte Gehwegnasen (http://www.querbuch.de/8-querbuch/6-gehwegnasen.html geeignete Markierungen (https://www.echo-online.de/amp/lokales/kreis-gross-gerau/riedstadt/querungshilfen-sind-wieder-installiert_20659819 oder eine Vorfahrtlösung für Fußgänger:innen UND Radfahrer:innen (https://www.paderborn.de/guiapplications/newsdesk/publications/Stadt_Paderborn/109010100000170490.php
Erfreulicherweise hat uns bereits im Vorfeld die Grünen Fraktion ihre (weitere) Unterstützung zugesichert und auch die CDU Fraktion wird unsere Alternativvorschläge prüfen. Wir hoffen, dass der Regionalausschuss zu dem Ergebnis kommt, dass nach 37 Jahren Kampf um einen sicheren Überweg `nichts tun‘ in dieser Angelegenheit keine Lösung sein kann.
Wir halten euch auf dem Laufenden und wünschen euch erst einmal einen schönen 2. Advent!
Katharina Thomsen & Wiebke Jakobsson