Petition richtet sich an Stellvertretender Bezirksbürgermeister und Bezirksstadtrat Ephraim Gothe

Wissenschaftsfreiheit vor Behördenwillkür - das Menschen Museum muss bleiben!

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Die Behördenwillkür gegen das Menschen Museum geht weiter..... 

10 Plastinate müssen verhüllt werden / Neue Plastinate werden ausgestellt.

Wir protestieren mit Dr. Gunther von Hagens gegen Einschränkung der Wissenschaftsfreiheit!

Seit seinem Bestehen sieht sich das Menschen Museum Verbotsbemühungen seitens des Bezirksamt Mitte von Berlin ausgesetzt. Nach 3-jährigem Rechtsstreit hat das Bezirksamt nun am 29. September eine neue Verfügung gegen Strafandrohung verhängt, nach der einige der ausgestellten Ganzkörper-plastinate zu entfernen oder zu verhüllen sind. 

Zuletzt hatte in dieser Sache das Verwaltungsgericht Berlin am 13. September 2017 nochmals bestätigt, dass die Ausstellung zulässig ist und das Institut für Plastination (IfP) als anerkanntes anatomisches Institut und Träger des Museums keiner Genehmigung nach dem Berliner Bestattungsgesetz bedarf. Voraussetzung dafür sei aber eine eindeutige Zuordnung der Exponate zu den Körperspende-Unterlagen. Bei allen rund 120 gezeigten Teilplastinaten sowie drei kürzlich ausgetauschten Ganzkörperplastinaten ist das der Fall. Zehn ältere Ganzkörperplastinate lassen sich jedoch nicht mehr exakt einzelnen Körperspende-Verfügungen zuordnen, sondern nur einem Pool von 53 Verfügungen. Dies hatte das Verwaltungsgericht als nicht ausreichend erachtet. „Selbstverständlich liegen all unseren Exponaten Einwilligungserklärungen der Körperspender zugrunde. Früher haben wir jedoch alle Exponate unmittelbar nach ihrer Fertigstellung anonymisiert, wie es in den allermeisten anatomischen Instituten und Museen weltweit für anatomische Dauerpräparate stets gängige Praxis war und bis heute ist. Die betreffenden Ganzkörperplastinate lassen sich daher nicht mehr konkreten Einzelverfügungen zuordnen“, erläutert Dr. Angelina Whalley, Kuratorin und geschäftsführende Direktorin des IfPs, und ergänzt: „Wir halten das Urteil des VG Berlin in diesem Punkt für falsch und werden daher beim Oberverwaltungsgericht Berufung einlegen. Dass das Bezirksamt die endgültige juristische Klärung nicht abwartet, belegt einmal mehr, dass es dem Amt nicht um Sicherstellung von Recht und Ordnung geht, sondern einfach nur darum, das Museum zu verhindern, weil es einigen wenigen Lokalpolitikern ein Dorn im Auge ist.“ 

In seiner Verfügung argumentiert das Bezirksamt, dass die Menschenwürde der ausgestellten Körper verletzt sei. Darüber hinaus soll das Menschen Museum das Pietätsempfinden der Öffentlichkeit verletzen. „Dieser Vorwurf ist absolut unhaltbar. Der postmortale Würdeschütz dient hier allenfalls als Deckmantel für Behördenwillkür“, so Prof. Dr. Franz Josef Wetz, Philosoph mit den Forschungsschwerpunkten Bioethik und Menschenwürde. „Hier wird auch mit zweierlei Maß gemessen. Würde die Forderung nach beweisbaren Einzelverfügungen ernst genommen werden, hätte dies weitreichende Konsequenzen – insbesondere für alle anatomischen Sammlungen, einschließlich die der Charité, die sofort schließen müssten“, so Wetz weiter. 

Bis zu einer Entscheidung durch das Oberverwaltungsgericht sind die Museumsbetreiber gezwungen, die behördlichen Vorgaben umzusetzen. Die in Rede stehenden Ganzkörperplastinate wurden daher verhüllt, sind aber weiterhin als lebensgroße Abbildungen daneben zu sehen. Darüber hinaus wurde die Ausstellung um zwei weitere Ganzkörperplastinate, die den neuen behördlichen Vorgaben entsprechen, sowie spektakuläre Tier- und Kunstpräparate, wie etwa den plastinierten Berliner Löwen „Icke“ sowie ein Yak und eine Gefäßgestalt eines Einhorns, ergänzt. 

Natürlich wäre Dr. Gunther von Hagens nicht er selbst, wenn er nicht gegen die Einschränkung der Wissenschaftsfreiheit und gegen die Bevormundung der Ausstellungsbesucher und der Respektlosigkeit gegenüber den Körperspendern, die ihren Körper für die Wissenschaft gespendet haben, protestieren würde. Daher tragen die verhüllten Exponate Schilder wie „Hier stirbt die Wissenschaftsfreiheit“ oder „Der Bezirk glaubt nicht an ihr Urteilsvermögen“. 

„In unseren Labors in Guben und Heidelberg arbeiten wir derzeit an der Herstellung weiterer menschlicher Ganzkörperplastinate, die den neuen behördlichen Vorgaben entsprechen“ so Rurik von Hagens, Geschäftsführer der Gubener Plastinate GmbH, und ergänzt weiter: „Die Ausstellung wird sich daher in den kommenden Wochen und Monaten immer wieder verändern. Im Gubener Plastinarium können Interessierte die Fertigstellung dieser Plastinate sogar selbst mitverfolgen. Unter Vorlage des ab dem 07.10.2017 gelösten Museums-Tickets erhalten alle MeMu-Besucher kostenlosen Einlass im Plastinarium.“ 

Mein persönlicher Eindruck :

Die ganze Familie war nach unserem Besuch am Sonntag, den 06.März 2016 im besagten Menschen Museum von Gunther von Hagens am Berliner Alexanderplatz völlig begeistert! Unsere Zwillinge (beide 9 Jahre alt) haben den Junior-Doktor Workshop mitgemacht und wir (die Eltern) waren als Begleitperson dabei. Anschließend hatten wir uns noch viel Zeit genommen die ausgestellten Plastinate mit den entsprechenden Erklärungen zu studieren. Die ausgestellten Präparate sind höchst interessant and man bekommt einen anschaulichen Einblick in den Körper mit seinen Organen. Gleichzeitig werden Funktion und die möglichen Krankheiten anschaulich dargestellt. Allein schon das Beispiel mit der Raucherlunge sollte man gesehen haben, insbesondere als Raucher! Toll fanden wir auch, dass die Folgen einer ungesunden Lebensweise in dieser Ausstellung beschrieben werden und auch Antworten gegeben werden, wie man dem entgegen wirkt. Es führt hier zu weit, alle Ausstellungsstücke zu beschreiben, aber wir sind alle wesentlich schlauer aus dem Museum herausgekommen, als wir hineingegangen sind. Nicht nur für die Kinder, sondern auch für uns Erwachsene also ein voller Erfolg. So macht Anatomie spass und ist sehr lehrreich. Es ist ja jedem selbst überlassen, ob er da reingeht und das Geld dafür ausgibt. Der Eintrittspreis von 14,- EUR für einen Erwachsenen ist - für das was man bekommt -  völlig in Ordnung und nicht teurer als ein Kinobesuch mit 3D-Film in Überlänge!  

Besonders Interessant und empfehlenswert ist auch die Ausstellung in Guben, die wir mit der ganzen Familie am 01. Februar 2017 besucht hatten. Hier lernt man viel über die Herstellung der Plastinate und bekommt noch einiges Außergewöhnliches zu sehen. Nicht nur für Anatomie-Studenten sehr lehrreich, sondern auch für uns. 

Bitte macht alle mit und unterschreibt diese Petition, damit diese tolle Idee weiter lebt und das Menschen Museum nicht willkürlich von ein paar altmodischen Politikern und deren Lobbyisten zur Schließung per Gerichtsbeschluss gezwungen wird! Wären wir dann noch eine freie Gesellschaft, wenn das durchgeht? 

Diese Petition wird versendet an:
  • Stellvertretender Bezirksbürgermeister und Bezirksstadtrat
    Ephraim Gothe


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