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Petition richtet sich an Fraktionsvorsitzende Bündnis 90/Die Grünen, Spitzenkandidatin der Berliner Abgeordnetenhauswahl 2016 Ramona Pop (Grüne) und an 9 mehr

Genehmigen Sie die Umbenennung von Straßen mit kolonialrassistischen Namen in Berlin Mitte

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Wir, die studentische Interventionsgruppe “Die deutsche Kolonialgeschichte“ (ddk) der Humboldt Universität zu Berlin fordern die Umbenennung von Straßen mit kolonialrassistischen Namen in Berlin Mitte.


Sehr geehrter Bezirksbürgermeister Dr. Christian Hanke, sehr geehrte Vorsitzende der Fraktionen in der BVV Berlin-Mitte,


wir Studierende der Humboldt-Universität zu Berlin und weiterer Bildungseinrichtungen dieser Stadt stellen uns gegen jede Form von Rassismus vor Ort. Zu den Handlungen, welche die Würde von Menschen massiv verletzen, gehören auch die Verwendung diskriminierender Fremdbezeichnungen für Schwarze Menschen und die Ehrung von verantwortlichen kolonialen Akteuren im öffentlichen Raum.


Wie Sie wissen, fordern zahlreiche afrikanische, Schwarze, entwicklungspolitische und dekoloniale Verbände und Vereine wie der Zentralrat der Afrikanischen Gemeinde in Deutschland, der Afrika-Rat Berlin-Brandenburg, die Initiative Schwarze Menschen in Deutschland, der Global Afrikan Congress, der Berliner Entwicklungspolitische Ratschlag und Berlin Postkolonial seit vielen Jahren eine kritische Auseinandersetzung mit dem Kolonialismus vor Ort und im Konkreten die Umbenennung von vier Straßen in Berlin-Mitte.


Das betrifft einerseits die M*straße, die seit über 300 Jahren die rassistische Bezeichnung weißer Deutscher für die ersten nach Berlin verschleppten, versklavten Afrikanerinnen und Afrikaner trägt. Zum anderen gilt das auch für die Lüderitzstraße, den Nachtigalplatz und die Petersallee im Wedding, die Deutschlands Kolonialbegründer in Afrika glorifizieren und dem so genannten „Afrikanischen Viertel“ im Wedding bis heute den Charakter eines kolonialen Lern- und Erinnerungsortes geben.


Die oben genannten Organisationen schlagen nach dem Vorbild der Umbenennung des Kreuzberger Gröbenufers in May-Ayim-Ufer für die Neubenennung der Straßen Namen von Persönlichkeiten afrikanischer Herkunft vor, die sich gegen Rassismus und Kolonialismus zur Wehr setzten. Der (kolonial)historische Kontext der Straßennamen soll so – unter umgekehrten Vorzeichen – erhalten bleiben und noch stärker als bisher thematisiert werden.


Wir solidarisieren uns mit dieser langjährigen Forderung der afrikanischen/Schwarzen Community von Berlin und möchten Sie nachdrücklich bitten, sich dafür einzusetzen, dass der Bezirk Berlin-Mitte und die Hauptstadt der Bundesrepublik Deutschland endlich ein Zeichen setzen: für eine selbstkritische Auseinandersetzung mit der kolonialen Vergangenheit und in später Ehrung des Widerstandes von Opfern rassistischer Gewalt.


Wir möchten Sie zudem herzlich zur Infoveranstaltung am 26.02.2016 um 17 Uhr im Institut für Europäische Ethnologie der Humboldt Universität zu Berlin in der M*straße 40-41, 10117 Berlin, sowie zum 10. Gedenkmarsch für die afrikanischen Opfer von Versklavung, Versklavungshandel, Kolonialismus und rassistischer Gewalt am 27.02.2016 um 11 Uhr (Treffpunkt U-Bahnhof M*straße) einladen.


*gemeint ist die diskriminierende Bezeichnung „Mohrenstraße“


Infoveranstaltung zu kolonialrassistischen Straßennamen in Berlin-Mitte (in Kooperation mit Zentralrat der Afrikanischen Gemeinde in Deutschland, Afrika-Rat Berlin-Brandenburg, Initiative Schwarze Menschen in Deutschland, Berliner Entwicklungspolitischer Ratschlag und Berlin Postkolonial)
26.02.2016, 17:00 Uhr
Institut für Europäische Ethnologie der Humboldt Universität zu Berlin,
Raum 311
M*straße 40-41
10117 Berlin

10. Gedenkmarsch des Komitees für ein afrikanisches Denkmal in Berlin (KADIB) für die afrikanischen Opfer von Versklavung, Versklavungshandel, Kolonialismus und rassistischer Gewalt
27.02.2016, 11 Uhr,
Wilhelmstraße 92
10117 Berlin

Weitere Infos zur M*-Straße: www.decolonize-mitte.de

 

English version:

Approve the renaming of streets with racist-colonial names in Berlin-Mitte

We, the student intervention group „Die deutsche Kolonialgeschichte“ (The German colonial history) of the Humboldt Universität zu Berlin are calling for renaming streets with racist-colonial names in Berlin-Mitte.

Dear district mayor Dr. Christian Hanke, dear presidents of the parliamentary groups of the district council Berlin-Mitte,

We, students of the Humboldt University Berlin and further educational institutions of this city are posititioning ourselves against any local form of racism. Among the actions, that are massively violating the dignity of human beings, are the usage of discriminatory foreign appellations for black people and paying tribute to accountable colonial protagonists in public space.


As you know, numerous African, black, developmental and decolonial unions and associations, such as the Central Council of the African Community in Germany, the Africa Council Berlin-Brandenburg, the Initiative of Black People in Germany, the Global Afrikan Congress, the Berliner Entwicklungspolitische Ratschlag and Berlin Postkolonial, have been calling for many years for a critical examination of local colonialism and, concretely, the renaming of four streets in Berlin-Mitte.


This concerns on the one hand the M*straße. For 300 years it has been bearing its racist name, given by white Germans to the first enslaved Africans that have been deported to Germany. On the other hand, there are the Lüderitzstraße, the Nachtigalplatz and the Petersallee in Wedding, that glorify Germany's founders of African colonies and give the district of Wedding a character of a colonial place for learning and commemoration to this day.


The organizations mentioned above are suggesting the renaming of the streets after personalities of African descent, that have fought against racism and colonialism. An example is the former Gröbenufer in Kreuzberg, which has been given the new name “May-Ayim-Ufer“. The (colonial) historical context of the street names should in this way be preserved and thematized even stronger than before.


We solidarize ourselves with the long lasting demand of the African/black community of Berlin and want to urge you to campaign for the district Berlin-Mitte and the capital of the federal republic of Germany to finally set an example for a self-critical examination of the colonial past and a late tribute to the resistance of victims of racist violence.


Furthermore, we would like to invite you to show your solidarity at the 10th Memorial March in remembrance of the African victims of enslavement, trade with enslaved people, colonial occupation and racist violence of the Committee for the Construction of an African Memorial in Berlin (KADIB)
on 27th February, 2016 at 11 AM.
Meeting point:
Wilhelmstraße 92
10117 Berlin

for more informations, visit  www.decolonize-mitte.de

Diese Petition wurde übergeben an:
  • Fraktionsvorsitzende Bündnis 90/Die Grünen, Spitzenkandidatin der Berliner Abgeordnetenhauswahl 2016
    Ramona Pop (Grüne)
  • Klaus Lederer
  • Regierender Bürgermeister von Berlin, Spitzenkandidat der Berliner Abgeordnetenhauswahl 2016
    Michael Müller
  • Berliner Senator für Inneres und Sport, Spitzenkandidat der Berliner Abgeordnetenhauswahl 2016
    Frank Henkel (CDU)
  • Bezirksbürgermeister Dr. Christian Hanke (SPD), Mathilde-Jacob-Platz 1, 10551 Berlin-Mitte
  • Martina Matischok-Yesilcimen Fraktionsvorsitzende der SPD-Fraktion Berlin-Mitte
  • Ramona Pop Fraktionsvorsitzende der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen
  • Martin Delius (Piratenpartei)
  • Thorsten Reschke Fraktionsvorsitzender der CDU
  • Udo Wolf Fraktionsvorsitzender der Linksfraktion


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