
Initiative Phoenix - Bundesnetzwerk für angemessene Psychotherapie e.V.
Feb 24, 2016
...und die Argumente werden uns nicht ausgehen.
Zum 30. April 2016 wird die Möglichkeit enden, Leistungen aus dem "Fonds Sexueller Missbrauch im familiären Bereich" beantragen zu können.
Seit dem Auftakt unserer Kampagne mit der Pressemitteilung am 13.2.2016:
"Nach dem Fonds ist vor dem Fonds"
(zu finden auf unserer Homepage, hier: http://initiative-phoenix.de/attachments/textdateien/PM_InitiativePhoenix_Feb16.pdf)
äußern sich immer mehr Menschen zum bevorstehenden Ende des Antragszeitraums. Selbsthilfe-Vereine, Beratungsstellen und Fachverbände sehen den Mangel in der Versorgung von Menschen, die aufgrund von Gewalterfahrungen Unterstützung brauchen. Viele fordern, den Fonds weiterlaufen zu lassen, auch weil andere Hilfen nicht greifen bzw. nicht ausreichen.
In der vergangenen Woche hat z.B. die Landesarbeitsgemeinschaft autonomer Frauennotrufe in Rheinland-Pfalz noch einmal auf eine Stellungnahme vom Januar 2016 hingewiesen:
"Die Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) der Frauennotrufe in RLP besteht seit 1991. Die 12 angeschlossenen Frauennotrufe arbeiten seit über 30 Jahren als Fachstellen zum Thema Sexualisierte Gewalt und in der Unterstützungsarbeit mit von (sexualisierter) Gewalt betroffenen Frauen.
Als Interessensvertretung der Fachstellen zum Thema Sexualisierte Gewalt in Rheinland- Pfalz sprechen wir uns gegen die Beendigung des Fonds Sexueller Missbrauch im April 2016 aus und schließen uns der Stellungnahme des Unabhängigen Beauftragten für Fragen des Sexuellen Kindesmissbrauchs und des Betroffenenrates hierzu an. (...)
In der Beratungspraxis der Fachstellen zeigt sich immer wieder, dass es besonders durch Traumatisierungen in der Kindheit oft zu lang anhaltenden oder später eintretenden Folgeschäden kommen kann, deren Behandlung durch die gesetzlichen Gesundheitssysteme nicht ausreichend finanziert werden. (...)
Für die LAG der Frauennotrufe RLP
Eva Jochmann (Frauennotruf Mainz)
Gaby Krause (Frauennotruf Westerburg) "
Heute, am 24.2.16 verschickten die drei Bundesverbände bff, BAG FORSA und DGfPI eine gemeinsame Stellungnahme zur Beendigung der Ergänzenden Hilfen: http://www.dgfpi.de/tl_files/pdf/EHS/2016_02_24_Stellungnahme_zur_Beendigung_des_EHS.pdf
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Vor zwei Tagen veröffentlichte der "Missbrauchsbeauftragte" eine Pressemitteilung: „Expertise Häufigkeitsangaben“ und „Forderungskatalog Forschung“. Demnach sind rund 1 Million Kinder in Deutschland von sexueller Gewalt betroffen. Die Expertise zeige eine enorme Dimension von sexueller Gewalt an Kindern auch im internationalen Vergleich. Und: "Die meisten Kinder erleiden neben sexueller Gewalt auch weitere Gewaltformen." (siehe Link)
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Neben allen Maßnahmen, die nötig sind und schon gefordert werden, brauchen wir für Menschen, die aufgrund von (frühen) Gewalterfahrungen an komplexen Traumafolgen leiden und denen Psychotherapie helfen kann, grundsätzlich die Möglichkeit, diese Therapie so lange fortzusetzen, wie es sinnvoll ist. Die Hürden, die es bisher gibt, um überhaupt den Versichertenanspruch auf angemessene Psychotherapie durchzusetzen, sind sowohl für PatientInnen als auch für Behandelnde eine manchmal ausbrennende oder von vorneherein unüberwindbare Herausforderung. Deshalb werden andere Hilfen, Überbrückungen und Folge-Behandlungen nötig, wobei die dabei aufzuwendenden Ressourcen sinnvoll anders genutzt werden könnten. Unter anderem muss eine Konkretisierung des Anspruchs auf verfahrensunabhängig verläßlich finanzierte Psychotherapie in die Richtlinie, an der sich Krankenversicherungen bei der Kostenübernahme für dieses Heilmittel orientieren.
Helfen Sie mit, dass sich uns weiterhin Unterstützende anschließen können. Danke an alle, die schon "dabei" sind!! Für die Unterschriften, die bestätigenden Kommentare, die Rückmeldungen und das Verbreiten... weiterhin.
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