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Ermöglichen Sie die Rückkehr von Zaki aus Afghanistan

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Am 30. Juli wurde Mohammad Zaki Sharifi nach Kabul abgeschoben.

Er hat in Afghanistan keine familiären Kontakte, keine Freunde, die ihm helfen. Seine Eltern sind mit ihm vor der Taliban in den Iran geflohen, als er 5 Jahre alt war. Mit 16 Jahren ist er nach Deutschland geflüchtet, weil im Iran afghanische Flüchtlinge staatlich diskriminiert werden und von Abschiebung bedroht sind. Junge Afghanen werden oft auch in den Krieg nach Syrien geschickt. Davor hatte er Angst.  Aus Deutschland abgeschoben lebt er jetzt in einer schlimmeren Situation als im Iran.  Gewalt und Bedrohung, wie sie in Afghanistan herrschen, hat Mohammad Zaki nie erlebt. In den Iran zu seinen Eltern darf er nicht mehr. Er hat keine Unterstützung, findet keine Arbeit und wäre ohne  unsere Hilfe völlig verloren.

Mohammad Zaki ist als unbegleiteter Flüchtling nach Deutschland gekommen, im Wohnheim für unbegleitete minderjährige Geflüchtete der AWO Kulmbach betreut worden und die Berufsschule in Kulmbach besucht. Nach zwei Jahren hat er als Bester seines Jahrgangs Qualifizierenden Mittelschulabschluss erreicht und im Anschluss eine Sprachprüfung auf dem Niveau B2 abgeschlossen. BetreuerInnen und LehrerInnen haben immer wieder bestätigt, wie begabt und engagiert dieser junge Mann ist. Deshalb hat er nach einem Praktikum sehr schnell einen Ausbildungsplatz als Heizungs-und Sanitärtechniker gefunden.

Sein Antrag auf Asyl jedoch wurde zweimal abgelehnt und damit rechtskräftig abgeschlossen. Die vielen Anträge auf Ausbildungserlaubnis wurden nicht genehmigt. Damit wurde gleichzeitig unsere Arbeit mit jungen Geflüchteten entwertet und unser Bemühen um eine erfolgreiche Integration durch die Abschiebung ad absurdum geführt. 

Wir, seine BetreuerInnen und LehrerInnen, haben ihm in den letzten vier Jahren neben der Sprache unsere demokratischen Werte vermittelt. Es sind genau auch diese Werte, die ihn jetzt in Afghanistan in Lebensgefahr bringen.

Mohammad Zaki könnte im September 2020 eine Lehre in seinem Ausbildungsbetrieb beginnen – der Lehrvertrag ist unterzeichnet. Dafür muss er bei der Deutschen Botschaft in New Dehli/ Indien ein Ausbildungsvisum beantragen. Dem steht die von der Zentralen Ausländerbehörde verhängte dreijährige Einreisesperre entgegen. Außerdem würden ihm bei einer Wiedereinreise Abschiebekosten in vierstelliger Höhe in Rechnung gestellt, obwohl nicht er diese Kosten verursacht hat. 

Wir bitten den Bayerischen Landtag als Dienstherr der Zentralen Ausländerbehörden in Bayern die Aufhebung der Einreisesperre von Mohammad Zaki zu bewirken und Einfluss zu nehmen, dass die Erstattung der Abschiebekosten nicht zur Bedingung seiner Wiedereinreise gemacht wird.