Der FB Bauverwaltung hat nach zwei stattgefundenen Terminen zur Erörterung des Kita-Grundrisses mit den Ortsräten Neubokel und Wilsche und Kita-Ausschussmitgliedern drei mögliche Entwürfe veröffentlicht, die vor der Beschlussfassung zur Vorberatung vorgelegt werden.
- der Ortsrat Wilsche startet damit am 4.02., gefolgt vom Ortsrat Neubokel, den Ausschüssen für Kita, Verwaltung und Bau bis hin zur Entscheidungsfindung vom Stadtrat am 16.03.26.
Positiv anzumerken ist, dass ein Grundriss mit einem separaten Bewegungsraum -so wie beauftragt-, umgesetzt wurde,
negativ, dass die Gestaltung des Grundrisses bzw. des separaten Bewegungsraums nicht besonders vorteilhaft geplant wurde.
Eine gute und einfache Alternative wäre es hingegen, den Grundriss 1.2, welcher von der Verwaltung und der Fachberatung empfohlen wird- zu wählen mit einer übersichtlichen und einfachen Änderung, die aber die übrigen Vorteile des Entwurfs 1.2 nicht weiter berührt:
Anstelle des offenen Flures sind zwei zusätzliche Wände jeweils parallel zur Nord- und Ostseite des offenen Flures so zu setzen, dass ein separater Bewegungsraum entsteht, ohne den von der Verwaltung empfohlenen Grundriss stark zu verändern. Dieser bliebe exakt so wie vom Architekten geplant mit der Besonderheit eines separaten Bewegungsraums.
- Idealerweise mit Glaswänden, um das offene und lichtdurchflutete Konzept der Verwaltung bzw. des Architekten zu wahren.
Dies wäre ein wunderbarer Kompromiss zwischen dem Entwurf 1.2 und 2.2, so dass auf der einen Seite ein separater Bewegungsraum für unsere Kinder entstehen kann und auf der anderen Seite die Sichtachse bestehen bleibt, die Kita-Leitung weiterhin frei Sicht hat und eine einladende Atmosphäre für alle Besucher entstehen kann - ganz besonders durch die Gestaltung der Glaswände.
Diese tolle und zweckmäßige Umsetzung mit Glaswänden funktioniert auch im Kindergarten Wilscher Weg.
Zudem muss der Stellungnahme der Kita-Fachberatung folgendes entgegengesetzt werden:
Zu Punkt 1:
Auch wenn das Kita-Gesetz bzw. die Kita-DVO keinen Bewegungsraum verbindlich für Kindergärten mit weniger als 2 Gruppen! vorgibt, ist es nicht von der Hand zu weisen, dass ein separater Raum die pädagogischen Anforderungen an einer modernen Kita wesentlich mehr erfüllt und zur Förderung einer gezielten frühkindlichen Entwicklung beiträgt anstelle eines geräuschvollen offenen und unübersichtlichen Flures. Die Besucher wünschen sich vielmehr eine ruhige und geräuscharme Atmosphäre beim Betreten des Gebäudes, um die Kinder langsam ankommen zu lassen. Das pädagogische Personal muss nicht nach jedem Tag, die schweren Turngeräte verstauen und es lassen sich wunderbar weitere sportliche Elemente einbauen.
Zu Punkt 2:
Dass ein Bewegungsraum eine weitere Qualitätssteigerung sei, ist ein wunderbarer Grund, diesen auch umzusetzen, um den Standard einer modernen Kita gerecht werden zu können.
Zu Punkt 3:
Die meisten Gifhorner Kitas bestehen aus mehr als 2 Gruppen, so dass in diesen Fällen in der Regel ein Bewegungsraum entsteht. Auch im theoretischen Fall des Einfordern der Kleingruppen- Kitas in GF muss sodann im Rahmen einer Einzelfallentscheidung abgewogen werden, ob dies wirtschaftlich tragbar und räumlich darstellbar wäre. In Neubokel treffen beide Voraussetzungen zu (ca. 580 qm Neubaufläche mit einem Gesamtbudget von 3,3 Mio €).
Zu Punkt 4:
Die Nutzung des DGH und Nebenraums erfordert ständige Abstimmungen, bei Veranstaltungen stehen die Räume nicht zu Verfügung, eine spontane Nutzung im Kindergartenalltag wäre nicht möglich und das Personal müsste ca. 25 Kinder bzw. 15 Krippenkinder! anziehen, umziehen und wieder anziehen und zudem Getränke bereithalten - für den Alltag sehr unpraktisch, weshalb man dann eher auf die „Bewegung“ verzichten würde.
Zu Punkt 5:
Nein! Auch im Flur spielende Kinder müssen beaufsichtigt werden und ganz besonders dort, da dies eben kein geschützter Bereich darstellt. Ein separater Raum schützt spielende Kinder, Gruppenübergreifende Begegnungen sind möglich und der Bewegungsraum ist der beliebteste Raum in einem Kindergarten. Durch die verlängerten Öffnungszeiten, die Erweiterung der Kita-Plätze ergibt sich ein noch größerer Bedarf.
Am wichtigsten erscheint jedoch, dass gezielte Förderung von Bewegung so früh wie möglich beginnen muss, damit wir unseren Kindern ein gesundes Leben -kognitiv und körperlich, ermöglichen können und wie schafft man das besser, als durch einen eigens dafür geschaffenen und einladenden Bereich - einem Bewegungsraum.
Daher ist die klare Empfehlung, den Grundriss 1.2 mit dem Grundriss 2.2 zu kombinieren, wobei die vorteilhafte Aufteilung des Grundrisses 1.2 den Schwerpunkt bilden würde. Lediglich die Ergänzung zweier Wände (verglast) ist vorzunehmen.
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