Petition richtet sich an Bürgermeister der Stadt Detmold Rainer Heller

Schützt das Naturschutzgebiet Oetternbach

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Das NSG Oetternbach in Detmold (Ostwestfalen-Lippe) ist durch drei neue Gewerbegebiete gefährdet (Foto). Ackerflächen mit bester Bodenqualität werden zerstört. Der Abstand zum NSG beträgt z.T. nur 2m, obwohl das NSG als Kaltluftschneise zu den Klima- und immissionsökologisch wichtigsten Einzugsgebieten Detmolds gehört (Bebauungsplan 23-06/I, S. 7). Flächenversiegelung schafft zunehmend Probleme für Mensch und Natur. Die Lippische Landeszeitung berichtete am 10.08.2016 "Wirtschaft wächst jedes Jahr um 14.000 Quadratmeter". Die Bürger wehren sich dagegen. Bitte helfen Sie, Ihrer Unterschrift kann viel bewegen!

Alarmierend!
Der Artenschutzreport des Bundesamts für Naturschutz (BfN) belegt im Mai 2015: Jede dritte Tierart in Deutschland ist bedroht. Fast 28% der Wirbeltierarten (Süßwasserfische, Amphibien, Reptilien, Vögel und Säugetiere) sind in ihrem Bestand gefährdet. Die Situation bei den Brutvögeln hat sich spürbar verschlechtert. Agrarvögel wie Kiebitz und Feldlerche geht es seit 20, 30 Jahren kontinuierlich schlechter. Genau diese Vogelarten und viele andere leben in dem Plangebiet.
Die Stadt Detmold scheint das nicht zu interessieren. Sie plant Straßen und Gewerbegebiete ohne Rücksicht auf Verluste, ausgerechnet in einem "ausgesprochenen jungen Stadtteil", aufgrund vieler Familien mit Kindern. Kollateralschäden werden eingeplant (s.u.).

Das "neue Mestre" vor den Toren der Residenzstadt Detmold
Mehr als 18,5 Fußballfelder sollen zu Gewerbegebieten werden:
1. Der "Peterskamp" (Nienhagen) ist mit 9,6 ha Gewerbegebiet geplant.
2. Die "Balbrede" (Jerxen-Orbke) mit 3,58 ha (Vorentwurf B).
3. Die "Oetternbrede" (Jerxen-Orbke), hat die Stadt Detmold als weitere Gewerbefläche anvisiert.
Insgesamt sind das 13,18 ha. Ein Fußballfeld ist 105 mal 68 Meter groß und hat damit eine Fläche von 0,714 Hektar. Hinzu kommen bestehende, angrenzende Gewerbeflächen in Nienhagen mit einem ähnlichen Flächenausmaß und drei Windräder. Das heißt: beidseits entlang der Lageschen Str. (B239) entsteht ein riesiges Industriegebiet auf fruchtbarem Ackerland, welches wohlmöglich mit dem Gewerbegebiet der Stadt Lage zusammenwächst.
Engagierten Bürgern und Umweltschutzverbänden ist es zu verdanken, dass die Oetternbachregion und kleinere Flächen in dem geplanten Bebauungsgebiet als Naturschutzflächen ausgewiesen werden mussten. Kommt es zur Bebauung, grenzen die Industrieanlagen an die Naturschutzflächen bzw. umschließen diese. Teilweise sind nur 2 m Abstand geplant. Das ist weder mit dem Arten- noch mit dem (Grund)-Wasserschutz vereinbar.

Naturschutzbund (NABU) widerspricht den Plänen der Stadt
Zwei Gutachten des NABU Kreisverband Lippe führen aus, dass dieses den Zielen und Grundsätzen der Landes- und Regionalplanung zum Schutz des Freiraums widerspricht (NABU-GUTACHTEN vom 2.04.2013 und 19.06.2016). Die Gutachten finden anscheinend keine Beachtung. Die Entscheidung für das geplante Gewerbegebiet stützt sich hingegen auf ein veraltetes Klimagutachten aus dem Jahr 1999.

Gegengutachten vom NABU ignoriert?
Das Bachtal des Oetternbaches ist geprägt von wertvollem Erlen-Ufergehölz sowie Feuchtweiden- und -wiesen. Dieser Bereich ist besonders als Lebensraum für den Steinkautz geeignet, der in dem nahegelegenen Dorf Heiden einen seiner ganz wenigen Brutplätze in Lippe hat (NABU-GUTACHTEN vom 2.04.2013). Obwohl im Plangebiet 27 schützenswerte, d.h. vom Aussterben bedrohte Vogelarten (z.B. Feldlerche, Kiebitz, Mäusebussard, Stein- und Waldkauz, Schwarz -und Rotmilan) angesiedelt sind, sechs schützenswerte Fledermausarten, 76 Schmetterlingsarten sowie im NSG Oetternbach schützenswerte Teichmolche und Erdkörten, werden bereits neue Gewerbeflächen anvisiert. Die Information dazu erhalten die Bürgern scheibchenweise. Liest man die Beschlussvorlage für die Ausschusssitzung vom 20.04.2016 genau, ist auf Seite 2 folgender Satz zu finden: "… Dieses umfasst gleichzeitig auch die Erschließung der zukünftigen Gewerbeflächenbaustein II und III (Peterskamp/Oetternbrede). …" Das heißt die Bebauung mit Gewerbe wird weiter ausgedehnt, auch auf die "Oetternbrede" und damit direkt in das Wohngebiet von Jerxen-Orbke.

Umweltbundesamt warnt
Straßenlärm tagsüber bei einem Mittelungspegel über 55 dB (A) außerhalb des Hauses das psychische und soziale Wohlbefinden beeinträchtigt. Werte über 65 dB (A) tags und über 55 dB (A) nachts steigern das Risiko einen Herzinfarkt zu erleiden und möglicherweise daran zu versterben.

Emissionsbelastungen - Schäden für Mensch und Tier einkalkuliert!
Die Lagesche Str. (B239) gehört zu einer der verkehrsstärksten Straßen in Lippe. Die Lärmkartierung zeigt, dass hier im Jahr 7 Mio. Kraftfahrzeuge (Kfz) fahren. Das heißt 19.178 Kraftfahrzeuge täglich oder ohne Sonntage gerechnet: 22.364 Kfz täglich. Die Dezibelwerte (dB (A) liegen tagsüber zwischen 50-75 dB (A) und nachts zwischen 50 und 65 dB (A; ERGEBNISSE der LÄRMKATIERUNG Berichtsjahr 2012). Damit werden die Höchstgrenzen der Lärmbelastung am Tag und in der Nacht überschritten. Die Lärmkartierung spart die Bereiche des Kindergartens und der Oetternbachschule aus, wobei gerade hier mit Blick auf das Kindeswohl eine Datenerhebung besonders wichtig wäre.
Das geplante Gewerbegebiet soll produzierendes Gewerbe und ein Blockheizkraftwerk der Stadtwerke beherbergen. Eine Emissionsverstärkung wird einkalkuliert.
Auswirkungen: Mehrere neue Straßenzüge, mit Wendekreisen für Lastwagen sind geplant. Materialien und Produkte müssen an- und abtransportiert werden. Das Verkehrsaufkommen wird zunehmen, durch Einpendler und vor allem durch Lastwagen. Billigend wird in Kauf genommen, dass die hier lebenden Tiere, vertrieben oder tot gefahren werden. Die Gesundheit der Anwohner wird durch die zunehmende Lärm-, Licht- und CO2-Emission aufs Spiel gesetzt (gesteigertes Herzinfarktrisiko, s.o.). Das hat katastrophale Folgen für das NSG und die gesamte Region.
Flächenverbrauch ist nicht hinnehmbar
Die Gemarkung Jerxen-Orbke hat eine Gesamtfläche von 303,28 ha. Als Gewerbeflächen sind planungsrechtlich ca. 48,5 ha ausgewiesen. Hinzu kommen soll die Gewerbefläche „Balbrede“ mit 3,58 ha. Damit hat Jerxen-Orbke einen Flächenverbrauch für Gewerbe von 52,08 ha, das entspricht 16% der Gesamtfläche. Hinzu kommt der Flächenverbrauch für Wohnhäusern, Bürogebäude, Parkmöglichkeiten, öffentliche Gebäude (Kindergarten, Schule), Straßen, Wege und öffentliche Plätze. Freiflächen zur Erholung von Mensch und Natur sind so gut wie nicht vorhanden.
Die Gewerbeflächen von Jerxen-Orbke grenzen an denen von Nienhagen. So entstehen riesige ineinander übergehende Gewerbegebiete, die wohlmöglich mit den Gewerbeflächen der Stadt Lage zusammen wachsen.
Forderungen: Die Anwohner, die Bürgerinnen und Bürger aus dem Einzugsgebiet des geplanten Gewerbegebietes von Jerxen-Orbke, Nienhagen, Heiden, Niewald, Oettern-Bremke fordern, dass die Stadt Detmold ein aktuelles Klimagutachten vorlegt. Die "Balbrede" sowie "Oetternbrede" müssen Acker- und Freiflächen zum Artenschutz bleiben. Die Anwohner möchten Naherholungsmöglichkeiten vor Ort. Die geplante Straßenkreuzung Lagesche Str./Orbker Str. als zweiter großer Straßenknotenpunkt im Wohngebiet ist nicht akzeptierbar.

Diese Petition wird versendet an:
  • Bürgermeister der Stadt Detmold Rainer Heller


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