Pauschalen Lockdown für Bochumer Vereinssport aufheben

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Pauschaler „Lock down“ für Bochumer Sportvereine – eine Entscheidung mit unabsehbaren Folgen, insbesondere für die Kinder und Jugendlichen unserer Stadt.

Eine Schlag ins Gesicht aller Vereine, die ihrer Verantwortung gerade im letzten halben Jahr mit tragfähigen Hygienekonzepten vollumfänglich gerecht geworden sind, um sehr vielen Kindern und Jugendlichen, nicht nur einen sicheren Trainingsort anzubieten, sondern auch einen Ort, an dem sie Bildung erfahren und das ganz unabhängig von Ihrer sozialen und ethnischen Herkunft.

Ein Schlag ins Gesicht aller Kinder und Jugendlichen, die zum Teil täglich zielgerichtet, konsequent und hochmotiviert unter strenger Beachtung der vorgegebenen Hygienekonzepte trainieren. Dabei steigern sie nicht nur ihre Leistung, sondern erwerben auch durch eine Vielzahl von Interaktionen soziale Kompetenzen. Die „Bildungsgerechtigkeit“ steht im Zusammenhang mit Schule seit dem ersten Lockdown im Focus. Den Vereinssport in diesem Konsens in dieser Weise ins Abseits „zu drängen“, ist meiner Meinung nach höchst fahrlässig.

Ein Schlag ins Gesicht aller Übungsleiter und Ehrenämtler, ohne deren unglaubliches Engagement kein Verein diese wertvollen Angebote unterbreiten könnte. Sie machen für viele Kinder und Jugendliche Leistungswille, Zusammengehörigkeit, Zielorientierung, Konsequenz, Integration und Perspektivenentwicklung, um nur einige Kompetenzen zu nennen, erst erlebbar.

Aber auch ein Schlag ins Gesicht aller Eltern, die ihre Kinder in vielerlei Hinsicht unterstützen, sei es durch den täglichen Fahrdienst, durch fortwährende Motivation, das Führen von Aufsichten, das Bereitstellen von Snacks und Getränken und vielem mehr.

Der Sportverein gilt zu Recht als wichtiger Baustein im gesellschaftlichen Miteinander.

Die Stadt Bochum hat ab dem 26.10.2020 alle Sportstätten pauschal zur Verbotszone erklärt und das, ohne scheinbar mehr als einen Gedanken daran zugelassen zu haben, dass eine differenziertere Betrachtung unbedingt erforderlich gewesen wäre.  

Unter anderem stellen sich mir die folgenden Fragen:

Warum sollen Kinder und Jugendliche ihre Sportarten nicht - in Vereinen angeleitet - an der frischen Luft ausüben dürfen? Was spricht konkret dagegen, wenn die AHA-Regeln eingehalten werden?

Warum wird Kindern und Jugendlichen, die nun seit Monaten die Hygienekonzepte ihrer Vereine einhalten, nicht zugetraut, dass auch weiterhin leisten zu können? Welcher Bochumer Sportverein, der sein Training „outside“ und mit tragfähigen Hygienekonzepten durchführt, ist als „Corona-Hotspot“ in die Kritik geraten?

Welche Alternativen beabsichtigt die Stadt Bochum jetzt diesen Kindern und Jugendlichen anzubieten? Und was meint die Stadt Bochum werden diese Kinder und Jugendlichen, insbesondere diejenigen aus bildungsfernen Familien nun mit ihrer Freizeit anfangen, wenn es keine tragfähigen Konzepte, abseits der Vereine für sie geben wird?

Ich befürworte alle Maßnahmen, die zur Eindämmung dieser Pandemie beitragen können. Meine Familie und ich halten uns seit Beginn dieser schwierigen Situation an alle geltenden Regeln, mit reduzierten Kontakten, nur an der frischen Luft, in unserer Freizeit, an unserem Arbeitsplatz, beim Einkaufen und bei unserer Urlaubsgestaltung, wie sicherlich viele andere Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt auch.

Aber diese Maßnahme, den Vereinssport pauschal zu verbieten, halte ich für genauso undifferenziert wie unreflektiert und ich bitte die Stadt Bochum in aller Form diese Entscheidung nachhaltig zu überdenken.

Ich wünsche mir im Interesse aller Kinder und Jugendlichen zeitnah eine konkrete Perspektive und stehe gerne für ein Gespräch zur Verfügung.