Confirmed victory

Das Aussteigerprogramm „Verantwortung übernehmen – Abschied von Hass und Gewalt“ der Organisation 'Violence Prevention Network' für inhaftierte rechts- und islamextremistische Gewalttäter wird Ende 2013 abgewickelt.

Anlässlich des Bekanntwerdens der immer größeren Anzahl von Sympathisanten des NSU sowie der Aufdeckung von Neonazi-Netzwerken in bundesdeutschen Gefängnissen ist diese Entscheidung mehr als unverständlich. Sollte bis zur Justizministerkonferenz am 12./13. Juni 2013 keine Einigung hinsichtlich der Finanzierung des Programms erzielt werden, wird es ab 2014 keine Ausstiegsarbeit im Strafvollzug mehr geben.

Die Organisation 'Violence Prevention Network' hat es sich zur Aufgabe gemacht, in die Gefängnisse zu gehen, um dort direkt mit der Deradikalisierung von extremistisch motivierten Insassen zu beginnen. Rund hundert Täter werden so  jedes Jahr erreicht und distanzieren sich von Gewalt und menschenverachtenden Ideologien. Durch effektive politische Bildungsarbeit, kontinuierliche Beziehungsarbeit und intensive Betreuung auch nach der Entlassung wird die Re-Inhaftierungsquote um 70% gesenkt und die Gewalttäter davon abgehalten, eine Karriere einzuschlagen, die sie in den Untergrund führt.

Erst vor kurzem wurde das Nazi-Aussteigerprogramm EXIT (change.org/exit) durch massiven öffentlichen Druck und einer Petition auf Change.org gerettet - diese Chance zum Aussteig müssen auch Menschen in Haft bekommen.

Ende 2013 werden die durch unterschiedliche Sonderprogramme des Bundes bereitgestellten Mittel für dieses Programm auslaufen. Es wird dann weder politische Bildungsarbeit mit ausstiegswilligen Tätern im Vollzug geben noch eine intensive Betreuung nach der Entlassung. Wenn sich Bund und Länder nicht für eine Fortführung dieser Arbeit entscheiden und die dafür notwendigen Mittel zur Verfügung stellen, ist das das Ende für dieses Programm.

Mein Name ist Dieter Brandecker und ich bin Schauspieler. Ich finde Violence Prevention Network sehr unterstützenswert, weil unsere Politiker erst agieren, wenn Gewalttaten und Morde schon passiert sind. Für die Folgekosten wird dann unglaublich viel Geld in die Hand genommen, siehe NSU-Prozess. Wir brauchen aber Maßnahmen, die ideologisierte Gewalt erst gar nicht entstehen lassen und Menschen helfen, dieser Gewaltspirale zu entkommen. Dafür steht Violence Prevention Network!!!

Ich appelliere sowohl an Bundesinnenminister Friedrich als auch an Justizministerin Rehlinger und Innenminister Pistorius, das Programm „Verantwortung übernehmen – Abschied von Hass und Gewalt“ bundesweit weiterzuführen!

www.violence-prevention-network.de

Letter to
Bundesinnenminister Friedrich & Justizminister- und Innenministerkonferenz
Das Aussteigerprogramm „Verantwortung übernehmen – Abschied von Hass und Gewalt“ von Violence Prevention Network für inhaftierte rechts- und islamextremistische Gewalttäter wird Ende 2013 eingestellt. Anlässlich des Bekanntwerdens der immer größeren Anzahl von Sympathisanten des NSU sowie der Aufdeckung von Neonazi-Netzwerken in bundesdeutschen Gefängnissen ist diese Entscheidung mehr als unverständlich. Ich appelliere daher an Sie, das Programm „Verantwortung übernehmen – Abschied von Hass und Gewalt“ bundesweit weiterzuführen!