

Nur einen Tag nach meiner düsteren Vorahnung (siehe: mein Update von Montag) ist es nun also offiziell. Der Pestizidprozess in Bozen soll stattfinden. (Ja, ich weiß, das ist schwer zu glauben.)
Im September 2020 verkündet Landesrat Schuler auf dem Briefpapier der Autonomen Provinz Südtirol, es würden alle Anzeigen zurückgenommen. Darauf habe man sein „Tiroler Ehrenwort“. [Rücktritt also!]
Am nächsten Morgen macht Arnold Schuler dann jedoch das genaue Gegenteil dessen, was er angekündigt hat. Der Prozess gegen Karl Bär in Bozen wird eröffnet und Arnold Schuler wird Nebenkläger in diesem Prozess.
Wieder eine Woche später, noch im September oder schon im Oktober (ich weiß es nicht mehr genau), verkündet derselbe Landesrat nun auch öffentlich, dass der Prozess jetzt doch stattfinden müsse. [Rücktritt von Rücktritt.]
(Warum? Nun, man war beleidigt, weil Karl Bär und ich darauf bestanden hatten die Spritzhefte der Südtiroler Obstbauern genau auszuwerten und die Resultate zu veröffentlichen. Der Presse gegenüber wurde seitens der Apfellobby irgendein anderer Grund vorgegeben, den ich allerdings vergessen habe.)
Wieder ein paar Wochen später, ich glaube noch im Oktober 2020, tritt Landesrat Schuler erneut vor die Presse und erzählt den Journalisten, dass der Prozess nun doch enden werde. [Rücktritt vom Rücktritt vom Rücktritt.] Man habe sich geeinigt: bis zum nächsten Prozesstag im November würden alle Anzeigen zurückgezogen. Dadurch käme der Prozess automatisch zu einem Ende.
Im November 2020 erbaten seine Anwälte vom Gericht mehr Zeit. Das Gericht gewährte eine Frist bis Jänner 2021. Und wir stimmten zu.
Im Jänner 2021 bat man neuerlich um Aufschub. Das Gericht gewährte eine Frist bis zum Mai 2021. Und wieder stimmten wir zu. (Zähneknirschend.)
Heute schließlich teilt Landesrat Schuler der Presse mit, dass man leider nicht alle Obstbauern zur Rücknahme ihrer Anzeige überreden konnte. „Tja. Nichts zu machen.“ Der Prozess werde also stattfinden. [Rücktritt vom Rücktritt vom Rücktritt vom Rücktritt ... wenn ich richtig gezählt habe.]
Nun gut, es bleiben ja noch 23 Tage für den „Rücktritt vom Rücktritt vom Rücktritt vom Rücktritt vom Rücktritt“ … Aber eines ist jetzt schon klar: Von Anfang an hat die Apfellobby in den Verhandlungen mit uns etwas angeboten über das sie zu keiner Zeit tatsächlich Kontrolle hatte. Handelt es sich hier um billige Taschenspielertricks (wie wenn man ein Atom-U-Boot verkauft, das man gar nicht besitzt) oder um die Unfähigkeit des Zauberlehrlings, der die Geister, die er rief, nicht mehr los wird? Im Grunde ist es einerlei!
Fazit: Wenn unsere Freunde in Südtirol es sich nicht noch ein paar Mal anders überlegen, wird der Willkürprozess gegen uns wohl am 28. Mai beginnen. Und eigentlich sollte ich mich davor fürchten. (Vor einem solchen Prozess, aus einem solchen Grund, in einem solchen Land.) Das ist jedoch gar nicht der Fall. Da ich weiß, dass sehr viele Menschen hinter mir stehen werden!
Bitte teile diese Petition auf allen Kanälen! Wir wollen jetzt 100.000 werden!
Und bitte hilf mir auch beim Budget!
Damit ich den Angriff der Südtiroler Pestizidlobby abwehren kann.
Bestell bitte mein neues Buch „Der Prozess“ vorab!
Es erscheint im Herbst 2021.
PS: In zwei Jahrzehnten werden Schuler & Co in ihren Fotoalben blättern und mit zittrigem Finger auf vergilbte Bilder von hohen Pestizidwolken zeigen. „Wisst ihr noch wie schön das damals war“, werden sie einander wehmütig zuflüstern. Ja, ihnen gehörte die Vergangenheit, aber uns gehört die Zukunft: Ohne synthetische Pestizide!