Petition updateStoppt Schönheits-OP-Apps für Kinder #SurgeryIsNotAGame„Mehr als nur ein Spiel für Kinder?“ – Neue wissenschaftliche Untersuchungen zu Computerspielen
AnyBody DeutschlandGermany
Apr 27, 2017
Eine neue Studie der Wissenschaftlerinnen Amy Slater, Emma Halliwell, Hannah Jarman und Emma Gaskin (University of the West of England) legt nahe, dass Online-Games mit dem Fokus „Aussehen“ einen Einfluss auf das Selbstwertgefühl junger Mädchen haben. Die Ergebnisse der Untersuchung wurden kürzlich im „Journal of Youth and Adolescence“ veröffentlicht. Die Studie untersuchte den Einfluss von Aussehens-fokussierten Internet-Games auf das Körperbild und die Berufswünsche junger Mädchen. 80 britische Mädchen im Alter von acht bis neun Jahren wurden gebeten, für zehn Minuten ein Computerspiel zu spielen - zugeordnet nach einem Zufallsprinzip entweder ein Spiel mit Schwerpunkt „Aussehen“ oder ein anderes Spiel. Im Vergleich mit der Kontrollgruppe, welcher die neutralen Spiele zugewiesen worden waren, äußerten die Mädchen, die die auf Aussehen fokussierten Games gespielt hatten, eine deutlich größere Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper und eine stärkere Präferenz für Berufswünsche, die gesellschaftlich als traditionell weibliche Berufe wahrgenommen werden. Auch wenn die in der wissenschaftlichen Untersuchung verwendeten Spiele sich um „Make-Overs“ und „Ankleiden“ drehten, lassen sich unserer Einschätzung nach klar Parallelen ziehen zu den von uns kritisierten Schönheits-OP-Apps. Die neuen Erkenntnisse stützen unsere Argumentation, dass Schönheits-OP-Apps schädlich für Kindern sein können. Amy Slater, die hauptverantwortliche Autorin der Studie, sagte auf unsere Anfrage hin: „Es ist wirklich sehr bedenklich, dass Mädchen diese Spiele nur für zehn Minuten gespielt haben und schon unglücklich mit ihren eigenen Körpern waren oder sogar den Wunsch äußerten, gerne einen dünneren Körper haben zu wollen. Was sagt uns das über den kombinierten Einfluss, den all diese negativen Botschaften haben, die ein Mädchen in seinem Leben empfängt, die in den wichtigen Entwicklungsphasen empfangen werden?“ Auch wenn diese Studie sich nicht mit den Effekten von Spielen und Apps befasste, die einen Fokus auf Schönheits-OPs haben, ergänzt Amy Slater: „Wir können von den Ergebnissen unserer ersten Studie, die gezeigt haben, wie die äußere Manipulation der Spielfiguren im Hinblick auf Haarfarbe, Frisur und Kleidung dazu führt, dass Mädchen sich einen dünneren Körper wünschen, ableiten, dass ein Spiel, welches das Aussehen der Spielfiguren viel drastischer und permanenter verändert, ebenfalls keinen guten Einfluss auf das Selbstwertgefühl junger Mädchen haben wird.“ Amy Slater - selbst Mutter – fügte außerdem hinzu: „Eltern möchten up-to-date bleiben mit den Entwicklungen dieser Apps. Welche Apps und Spiele Kinder spielen möchten, verändert sich ständig. Man muss sehr viel Zeit investieren um einen Überblick zu behalten, was die eigenen Kinder online tun. Es ist daher sehr unrealistisch die Last der Überprüfung dieser Spiele auf die Eltern abwälzen zu wollen.“ Wir schließen uns dieser Einschätzung an. Apple, Amazon und Google haben als Unternehmen eine ethische Verpflichtung, diese Games von ihren Angebotsplattformen zu entfernen und adäquate Richtlinien zu etablieren um sicher zu stellen, dass die Games nicht wieder auftauchen. Wir werden uns weiter genau dafür einsetzen! Vielen Dank für eure anhaltende Unterstützung. Die vollständige Studie findet ihr hier: https://link.springer.com/article/10.1007/s10964-017-0659-7
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