Stoppt Schönheits-OP-Apps für Kinder #SurgeryIsNotAGame

Hallo, mein Name ist Gudrun Wiborg und ich spreche hier auch im Namen von der Initiative „AnyBody Deutschland“, die dem internationalen Netzwerk „Endangered Bodies – Körper in Gefahr“ angehört. 

Als Psychologin und Psychotherapeutin arbeite ich unter anderem mit jüngeren und älteren Frauen. Viele der Frauen leiden unter ernsthaften Problemen mit ihrer Körperwahrnehmung, die zu Essstörungen, Schönheitsoperationen, Depressionen und damit verbunden zu einem selbstschädigenden und reduzierten Leben führen.

Selbst viele der Frauen mit weniger schwerwiegenden Körperbildproblemen glauben, ihren Körper verändern zu müssen.

Diese Probleme sind die Konsequenz einer Gesellschaft, die sich selbst auf "Top Model, Perfekte Körper, Für-immer-Jung-Bleiben-müssen", sprich auf Schönheit als standardisiertes Konzept reduziert.

Als Mutter einer fast 11jährigen Tochter beobachte ich die Manipulation dieser Kinder durch die vielzähligen Schönheits-Apps, die die obsessive defizit-suggerierende Beschäftigung mit dem eigenen Aussehen zum Ziel haben.

Ich möchte, dass meine Tochter und alle Kinder in Freiheit aufwachsen: in Freiheit, sich selbst lieben und akzeptieren zu dürfen in der Diversität und Schönheit, die jedes Kind in sich trägt - innerlich und äußerlich.

Die Schönheits-App bzw. Apps, die Schönheitsoperationen propagieren, helfen unseren Kindern nicht auf diesem Weg. Diese Apps tragen maßgeblich dazu bei, eine selbstliebende Beziehung zu dem eigenen Körper zu ruinieren.

Diese Schönheits-OP-Apps mit ihren häufig animierten Figuren werden schon für neunjährige Kinder angeboten – eine Zielgruppe, die bereits stark beeinflusst ist von unserem einseitigen Schönheitsideal und negativen Körperbild.

Unsere Gesellschaft ist durchzogen von den Bildern perfekter und unerreichbarer Körper – weltweit wurden im Jahr 2015 über 21 Millionen sogenannte Schönheits-OPs durchgeführt, so die Internationale Gesellschaft für Ästhetische Chirurgie. Die Unzufriedenheit vieler Erwachsener mit ihren Körpern ist längst zu unseren Kindern durchgedrungen.

In Deutschland fühlen sich ein Drittel der 11jährigen Mädchen zu dick, fand die aktuelle internationale HBSC-Studie heraus, die das Gesundheitsverhalten von Schulkindern weltweit untersucht und vergleicht. In den USA haben sogar 81 % der 10-Jährigen Angst davor, zu dick zu sein, zeigten die Ergebnisse einer Untersuchung der us-amerikanischen Organisation The National Eating Disorder Association.

Aber ganz egal in welchem Land Kinder aufwachsen: Sie sollten Freude am Spielen und Lernen haben dürfen, anstatt kritisch über ihr Aussehen zu grübeln.

Am 14. Januar 2014 unterstützte Endangered Bodies den in Groß Britannien basierten Twitteraccount „Everyday Sexism“ bei ihrem Aufruf, als Kinderspiele vermarktete Schönheits-OP-Apps aus den virtuellen Regalen von iTunes und Google Play Store zu entfernen. Es dauerte keine 24 Stunden, bis beide Plattformen dem Aufruf nachkamen und die entsprechenden Apps aus dem Angebot entfernten. Auch wenn keines der Unternehmen ein offizielles Statement verkündete, zeigt doch die Handlung an sich und die Geschwindigkeit, mit der diese erfolgte, dass der potentielle Schaden der Apps durchaus erkannt wurde.

Trügerisch als Spiel für Kinder getarnt, bieten die Apps ihren Benutzer*innen an, mit Skalpellen, Injektionsspritzen und anderem „Werkzeug“ an virtuellen Patient*innen „herumzudoktoren“ um sie angeblich zu verschönern. Indem sie die Schönheits-OP-Apps zum Download anbieten, erlauben Apple, Google und Amazon den Herstellern, die Unsicherheiten von Kindern zu schüren und davon zu profitieren.

Wir von Endangered Bodies stellen uns der von einem einseitigen Schönheitsideal geprägten und schlankheitsbesessenen Kultur entgegen. Schönheits-OP-Apps fördern ein negatives Körperbild und sollten nicht an verletzliche und beeinflussbare Kinder vermarktet werden. Auch wenn in Einzelfällen Altersbeschränkungen bestehen und Eltern somit eine Möglichkeit haben, den Zugang zu regulieren, halten wir dennoch weitere Schritte für nötig. Apple, Google und Amazon sollten die Apps überprüfen, die bereits eine Altersbeschränkung haben, und sicherstellen, dass der Inhalt nicht in Wahrheit an jüngere gerichtet und die Altersbeschränkung einzig als Legitimierung genutzt wird, die App zum Download anbieten zu können. Anders formuliert: Wir wollen nicht, dass die Plattformen vermeintliche Altersbeschränkungen als Freifahrtsschein nutzen, die vom Design her ganz klar für Kinder gemachten Apps weiterhin anbieten zu können.

Bitte unterzeichnen Sie diese Petition um an Apple, Google und Amazon zu appellieren, deutliche Richtlinien zu implementieren um jedem Spiele-Designer deutlich zu machen, dass keine derartigen an Kinder gerichtete Apps  akzeptiert werden. Appellieren Sie gemeinsam mit uns an Apple, Google und Amazon es zu ihrer Verpflichtung zu machen, die emotionale und psychische Gesundheit ihrer jungen Nutzer*innen zu schützen.

This petition will be delivered to:
  • Apple, CEO
    Tim Cook
  • Amazon, CEO
    Jeff Bezos
  • Google, CEO
    Sundar Pichai


    AnyBody Deutschland started this petition with a single signature, and now has 19,380 supporters. Start a petition today to change something you care about.