Alain FreemanGermany
Feb 27, 2026

Was macht Cashback mit dem Verbraucher?
Die Analogie, Cashback als „Droge“ für den Verbraucher zu bezeichnen, ist psychologisch gut begründet.
Cashback-Systeme (Geld-zurück-Aktionen) funktionieren als starkes Bonussystem, das unser Gehirn auf ähnliche Weise belohnt wie Rabatte oder Schnäppchenjagd, was zu "drogenähnlichen" Effekten führt.
Hier sind die Hintergründe, warum Cashback süchtig machen kann:
Dopamin-Kick durch Belohnung:
Cashback-Aktionen wirken, indem sie das Belohnungszentrum im Gehirn ansprechen. Wenn Verbraucher Geld zurückerhalten, wird Dopamin ausgeschüttet – ein Gefühl von Erfolg und Zufriedenheit.
Konditionierung:
Ähnlich wie bei einer Sucht entwickelt sich durch das wiederholte "Geld-zurück"-Erlebnis ein Lerneffekt. Der Verbraucher kauft/ bucht, um diesen Belohnungsreiz erneut zu erfahren. Daher bucht er seine Reise beim Cashback-Anbieter wieder In unserem Gewerbe sind es speziell die überteuerten Reisen.
"Schnäppchen-Droge":
Cashback-Aktionen von Preisvergleichsseiten, Branchenfremden (Beispiel: Banken, Kreditkartenunternehmen), bestimmter OTAs und final leider auch von vielen Kollegen im stationären Reisevertrieb erzeugen ein Gefühl von jetziger Gelegenheit, das Verbraucher vermehrt und steigend zu Buchungen beim Cashback-Anbieter verleitet.
Verlust des Preisgefühls:
Das Gefühl, Geld zurückzubekommen, führt oft dazu, dass der ursprüngliche Preis nicht mehr rational bewertet wird. Der aufgeblähte Reisepreis ist über die letzten Jahre exorbitant gestiegen.
Bei Auszahlung von Cashback wird dies in der Regel ausgeblendet. Der Kunde erhält Cashback und erfährt noch ein wohliges Gefühl dabei. Absurd!
Der Durchschnittspreis innerhalb eines Jahres lag bei meinen Kunden 2020/21 bei 850 bis 950,-€, inzwischen bin ich bei 1350,- bis 1450,-€.
Das lässt sich nicht mit der allgemeinen Preissteigerung erklären.
Auffällig sind Zielgebiete wie Spanien, Griechenland oder Türkei preislich explodiert.
Durch die starke Nachfrage nach Zielgebieten mit einer maximalen Flugdauer von 4-5 Stunden sehen gerade Familien mit Kindern keine andere Möglichkeit, diese überhöhten Preise in der Ferienzeit zu zahlen. Wo Nachfrage ist, ist ein Markt.
Diese künstliche Preissteigerung, wird auch besonders durch Cashback genährt, denn wer hat denn Geld zu verschenken? Cashback wird querfinanziert und es gibt Gerüchte, dass Cashback-Portale mehr Provision erhalten als Reisebüros. Unsinn?
Nein, bei den Versicherungen läuft es nicht anders. Warum kann man eine KFZ- Versicherung von HUK- Coburg nicht direkt über Check24 abschließen? Weil es der Versicherer nicht einsieht, überhöhte Provisionen an das Onlineportal zu zahlen.
Warum tun es aber die Reiseveranstalter und ändern ihre Abhängigkeit nicht? Wann ist man bereit, etwas dagegen zu tun?
Dieser Post spiegelt lediglich meine Meinung wieder, die ich mir mit meiner Erfahrung im stationären Vertrieb gebildet habe.

Copy link
WhatsApp
Facebook
Nextdoor
Email
X