Coronakrise = Bildungskrise? Langfristige Unterrichtskonzepte und Hilfe für Schüler*innen

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Coronakrise = Bildungskrise?

Langfristige Unterrichtskonzepte und Hilfe für Schüler*innen (und Eltern) – JETZT!

 

Bund und Länder müssen unverzüglich handeln und ein tragfähiges Konzept entwickeln, wie der Zugang der Schüler*innen zu Schulen und Bildung nach den Sommerferien aussehen soll!

Seit der flächendeckenden Schließung der Schulen Mitte März übernehmen die Eltern – im Wesentlichen die Mütter – einen Großteil der staatlichen Bildungsaufgabe.

Dies bedeutet allzu oft, im Anschluss an einen Arbeitstag oder parallel zum Homeoffice die Lehrer*innen zu unterstützen, zu ersetzen und bis in den Abend hinein bis zu drei Jobs gleichzeitig zu erledigen: den bezahlten und die beiden unentgeltlichen – als Lehrer*in und Haushälter*in.

Nach wie vor nehmen längst nicht alle Schüler*innen wieder am eingeschränkten Präsenzunterricht teil. Meine Söhne etwa, die die 5. und 8. Klasse eines Gymnasiums besuchen, werden erst wieder ab dem 03.06.2020 und für lediglich drei Tage den Schulunterricht besuchen.

Durch die andauernde Mehrfachbelastung der Familien sind nicht nur die Gesundheit der Mütter und Väter und unter Umständen auch ihre berufliche Existenz massiv gefährdet. Mit jedem weiteren Tag wird die Bildungslücke der Schüler*innen größer und hängt ihr Zugang zu Bildung noch stärker vom Elternhaus ab als bisher.

Schon bis zum Ende dieses Schuljahres werden sie unter einem Bildungsrückstand leiden, der sie ohne ein zeitnahes Konzept zur Umsetzung des Bildungsauftrages der Schulen vor kaum noch lösbare Probleme stellen wird und sich nachteilig auf ihre Zukunft auswirken könnte.

Die für die Bildung verantwortlichen Minister*innen haben in ihrem Rahmenkonzept für die Wiederaufnahme von Unterricht in Schulen zusammenfassend festgestellt:

„1. Für die Kultusministerkonferenz sind das Recht auf Bildung aller Schülerinnen und Schüler und die Wahrung der Chancengleichheit und Chancengerechtigkeit von zentraler Bedeutung. Gleichwohl haben der Infektionsschutz und der Gesundheitsschutz aller Schülerinnen und Schüler sowie der Lehrkräfte und des weiteren Personals an Schulen höchste Priorität. Bei allen Entscheidungen muss dies Maßgabe für alle weiteren Schritte sein.

2. Nach dem jetzigen Stand wird vor den Sommerferien aufgrund des Abstandsgebots kein uneingeschränkt regulärer Schulbetrieb mehr möglich sein.

[…]

5. Bis zu den Sommerferien wird das Lernen zu Hause – in engem Bezug zu dem im Wechsel angebotenen Präsenzunterricht – weiterhin stattfinden und ausgebaut werden. Das digitale Lernen und Lehren muss weiterentwickelt werden. […]“

(Beschluss der KMK vom 28.04.2020, S.12)

Eine inhaltliche Auseinandersetzung mit der Frage, wie es für die Schüler*innen und ihre Familien nach den Sommerferien weitergeht, hat ganz offensichtlich noch nicht stattgefunden!

Während die Lobbyisten der AUTOMOBILKONZERNE mit den politisch Verantwortlichen über staatliche Prämien verhandeln, über Milliarden an Staatshilfen für die DEUTSCHE BAHN diskutiert wird und der Bund sich an der Rettung der LUFTHANSA finanziell beteiligt, sind in den Familien die Schüler*innen und (zumeist) die Mütter längst an die Grenzen ihrer Belastbarkeit gestoßen.

Wir fordern von den Entscheidungsträger*innen in Bund, Ländern und Kommunen, die Schüler*innen und ihre Sorgeberechtigten sofort zu unterstützen und das deutsche Bildungssystem zukunftsfähig zu machen:

  • Reformierung des Schulrechts: Erarbeitung eines tragfähigen Konzepts insbesondere zu der Frage, wie ein Wechsel aus Präsenz- und digitalem Unterricht aussehen kann und aus welchen Leistungen sich die Noten künftig zusammensetzen sollen, noch vor Beginn des neuen Schuljahres.
  • Förderung der Digitalisierung der Schulen und technische Unterstützung der Schüler*innen: schnelle Internetanbindung in den Schulen und für Familien, denen die (logistischen) Möglichkeiten für ein erfolgreiches Homeschooling aus finanziellen Gründen fehlen.
  • Reformierung des Lehramtsstudiums: Digitales Lehren muss Teil der Ausbildung werden.
  • Gesundheitsschutz von Schüler*innen und Lehrer*innen: Präsenzunterricht nur in Kleingruppen, Finanzierung regelmäßiger freiwilliger Virentests für die Dauer der Pandemie, dauerhafte Verringerung der Anzahl der Schüler*innen pro Klasse, Modernisierung der Toiletten und Waschräume, so dass die Einhaltung der Hygienevorschriften möglich ist.
  • Finanzielle Unterstützung der Eltern schulpflichtiger Kinder, wenn und solange sie durch den fehlenden Schulbesuch Einkommenseinbußen erleiden.

Es geht um unsere Schüler*innen, um ihre Zukunft – und damit um die Zukunft der ganzen Gesellschaft!

Deshalb: Unterstützt und teilt diese Petition jetzt!

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