

Halleluja!
Zu Beginn der Weltnaturschutzkonferenz weist Bundesumweltministerin Svenja Schulze darauf hin, dass alle 10 Minuten eine Art ausstirbt und fordert besseren und überprüfbaren Naturschutz mit 30% globalen Schutzgebieten zu Land und zu Wasser. Denn ohne vielfältige und funktionierende Ökosysteme wird auch kein Klimaschutz gelingen, das steht fest.
Die grobe Richtung stimmt schon mal, endlich! Aber woher wissen wir, dass „alle 10 Minuten eine Art ausstirbt“, wenn wir noch nicht einmal wissen, ob eher 3 oder 100 Millionen Tierarten auf dem Planeten leben, noch? Von den zig Millionen bis Milliarden „Mikrobenarten“ mal ganz zu schweigen. (es könnten also auch deutlich mehr Arten pro Minute aussterben… wir wüssten es nicht)
Und wie wird der Schutz der Biodiversität, die wir noch nicht mal andeutungsweise kennen (!), überprüfbar?
Durch Artenforschung! Durch eine globale Inventur des Lebens! Bevor es immer noch schneller ausstirbt, und zwar weitgehend unbemerkt.
Unbekannte Arten mit unbekannten Fähigkeiten und Funktionen im Ökosystem schätzt und schützt leider niemand! Unbekannte Arten brauchen daher schleunigst Namen, Gesichter und Geschichten. Wir brauchen eine globale Inventur der Arten, dafür brauchen wir weltweit zusätzlich Tausende von Profi-Artenforschern, JETZT!
Für etwa 400 Millionen Euro pro Jahr, geradezu lächerlich wenig aus globaler Perspektive, über die nächsten 50 Jahre hinweg, könnten wir Millionen neuer Tierarten erfassen, in den Medien präsentieren und somit für Beachtung und Schutz sorgen.
Viele Politiker:innen und Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Finanzen, Kirchen und Vereinen stimmten uns schon zu: Wir brauchen viel mehr Artenschutz und hierfür viel mehr Artenforschung. Doch passiert ist bisher so gut wie nichts!
Fast schon zu praktisch: die Natur verarmt überall, heimlich still und leise, ohne konkrete Daten zu den Verlusten - und ohne konkreten Handlungsbedarf ableiten zu können.
Es geht um die wunderbare Vielfalt des Lebens, es geht um kippende Ökosysteme mit verheerenden Auswirkungen aufs globale Klima, es geht um nichts Geringeres als unsere Lebensgrundlage. Wir forschen und informieren mit Büchern (www.unsere-natur-stirbt.de), in den Medien und mit Vorträgen (www.biodiversitot.de). Wir machen Druck und fordern! Wir handeln und fördern (www.artenforschung.de). Machen Sie mit!
Vielen Dank, Michael Schrödl
PS Ich werde oft gefragt, wie und warum ich ausgerechnet ein Schneckenforscher (= Experte für Langsamkeit auch in Sachen Klima- und Naturschutz?) wurde. Die Antwort steht im neuen, lustig-lehrreich-spannenden „Don Arturo - Der Herr der Nacktschnecken. Ein Artenforscherroman aus Chile“. Viel Vergnügen!