
Christl GlauderGermany

Dec 19, 2016
Nachdem viele Menschen mit mir der Meinung sind, dass es für alle Menschen eine faire Rente geben muss, unabhängig vom Lebensentwurf, unabhängig von Schicksalen wie Arbeitslosigkeit, Krankheit usw.; fordere ich nun eine faire Finanzierung für genau diese Rente. Ich halte es für ein kapitalistisches Märchen, dass eine solide Rente nicht finanzierbar sei. Das ist sie sehr wohl.
Und ich finde es sehr wichtig, das Sozialversicherungssystem dafür insgesamt zu hinterfragen.
Nun, zuerst möchte ich das Demografiemärchen klären. Angeblich haben wir zu wenige Kinder und deshalb fließen zu niedrige Beiträge in die Rentenfinanzierung. Ja, wir haben wenige Kinder aber, die Produktivität des einzelnen Arbeitnehmers, der Arbeitnehmerin ist um ein Vielfaches gestiegen. Zum Verständnis: Wo früher ein Werkzeugmacher einen Schraubenzieher in mühsamer Handarbeit gefertigt hat, drückt er heute einen Knopf und eine Maschine spuckt in der gleichen Zeit 1000 Schraubenzieher aus. Das gleiche gilt für alle Produktionsanlagen genauso wie für die Lebensmittelerzeugung, Tierhaltung etc. von A wie Apfelplfücken über P wie Putzen bis Z wie Zahnersatz fertigen.
Von dieser Produktivität profitieren aber unter dem Strich überwiegend die Firmen, die Konzerne, die Aktionäre, die Banken...und natürlich die leitenden Köpfe...
Alle anderen bleiben, auch dank der Agendapolitik der letzten Jahre, außen vor.
Wer profitiert von unseren Sozialversicherungen: Alle, mit den Beiträgen der Arbeitnehmer/innen werden Langzeitarbeitslose, Kinder, Ehepartner/innen, Kranke ....letztendlich alle die kein aktives Arbeitseinkommen haben, mit versorgt. Und das ist gut so, das ist soziale Solidarität, aber, wie das finanziert wird, ist nicht sozial...
Es ist höchste Zeit an diesem System etwas zu ändern, und zwar zum Wohle aller Beteiligten.
Hier meine Forderungen:
1. Ich fordere eine Neufestlegung des Beamtentums. Der Beamtenstatus macht Sinn für Polizisten, Soldaten, Richter und Staatsanwälte. Für staatstragende Berufsgruppen eben. Der Sinn entgeht mir, wenn es um Kirchenleute, Lehrkräfte, Verwaltungskräfte und ähnliche nicht staatstragende Berufe geht, in welchen man regelmäßig Angestellte und Beamte für gleiche Aufgaben findet. Außerdem müssen zukünftig Beamte und Beamtinnen ebenfalls in die Sozialversicherungen einzahlen. Es wird sich unter dem Strich dadurch nicht viel ändern, außer, dass es für Laien leichter wird alles zu durchschauen und der Staat das zentraler regeln muss.
2. Ich fordere: weg mit der Obergrenze und Freibriefen für die Sozialversicherungssysteme. Alle, Großverdiener, Beamte, Selbständige, Freiberufler müssen/dürfen in die Sozialkassen einzahlen. (Dürfen? Viele sogenannte "kleine" Beamte und Beamtinnen wären froh vom allgemeinen Sozialversicherungssystem profitieren zu dürfen, "Ich AG" ler die dank der Agendareform in die Selbständigkeit gezwungen wurden ebenfalls, und manch anderer Selbständiger der in späten Jahren krank wird und nicht mehr wechseln darf.)
3. Ich fordere die konsequente Schließung aller Steuerschlupflöcher und die personelle, technische und finanzielle Stärkung der Steuerfahndung.
4. Ich fordere: Kapitalerträge müssen zwingend zur Sozialversicherung herangezogen werden. Es ist eine asoziale Ungerechtigkeit, von einer Verkäuferin mit 1500 Euro Gehalt, Steuern und Sozialversicherung zu verlangen, während von den gleichen 1500 Euro als Kapitalertrag, nur 25% Kapitalertragssteuer fällig werden und sonst nichts. Klartext: Für die Arbeit meiner Hände, für`s Rücken krumm machen, für´s Gehirn einsetzen, für die Pflege von Alten oder Kindern, für´ s Straßen kehren, Müll einsammeln, Steuern berechnen.... zahlen wir in die Sozialversicherung, für das Abheften eines Kontoauszuges mit einem jährlichen Kapitalertrag über 801 Euro hinaus (was ein gutes Vermögen voraussetzt) zahlt man NUR 25% Steuern.
Es gibt in Deutschland geschätzte 9 Billionen (9 000 000 000 000 Euro) an Vermögenswerten, die alle auch Erträge schaffen, ein niedriger Ertrag von 1 % wären 90 000 000 000 (90 Milliarden) davon 25% in die Sozialversicherung wären 22 000 000 000 (22 Milliarden) mehr in die Sozialversicherung. Ist Ihnen nun auch schwindlig?
Wie gesagt, das ist Geld für das sich niemand mehr bücken muss.
Bitte helfen Sie mit und unterschreiben Sie diese Forderungen. Für ein gerechtes und soziales Deutschland, für eine gerecht finanzierte Rente welche die Würde des Menschen sichert!
Copy link
WhatsApp
Facebook
Nextdoor
Email
X