Halterkunde statt Rasseliste – für sinnvolle Gesetze und ein friedvolles Miteinander

0 haben unterschrieben. Nächstes Ziel: 1.500.


Oberösterreich war bis jetzt eines der fortschrittlichsten Bundesländer bei der Gesetzgebung zur Hundehaltung. Nun soll auch hier, nach Vorarlberg, Wien und Niederösterreich eine Rasseliste eingeführt und das bereits gut funktionierende Hundehaltegesetz verschärft werden, obwohl auf Grund wissenschaftlicher Erkenntnisse, dass Gefährlichkeit nicht an Hand von Hunderassen festgemacht werden kann, in der Steiermark die Rasseliste 1998 wieder aus dem Steirischen Landessicherheitsgesetz entfernt wurde, und in Tirol die Rasseliste im Jahr 2010 wegen Unwirksamkeit, abgeschafft wurde.
Die Oberösterreichische Regierung will sogar noch einen Schritt weiter gehen und Hunde und deren Halter die bis dato nicht auffällig geworden sind mit einer ausnahmslosen und dauerhaften Leinen- und Maulkorbpflicht reglementieren.

Was ist eine Rasseliste:
Eine Rasseliste ist ein beliebtes Mittel der Politik, um der Bevölkerung Sicherheit vor Unfällen mit Hunden vorzugaukeln.
Mit einer willkürlichen, weder durch wissenschaftlichen Grundlagen oder durch Bissstatistiken belegbaren Auflistung mehrerer Hunderassen, erweckt man nur eine Art von Scheinsicherheit.
Bei den in solchen Listen aufgeführten Hunderassen wird vom Gesetzgeber eine erhöhte Gefährlichkeit "vermutet", aber dies konnte bis heute durch keine wissenschaftliche Arbeit bestätigt werden. Der Bevölkerung wird durch diese Listen suggeriert, dass von diesen Rassen mehr Gefährlichkeit ausgeht, als von anderen Hunden. Das birgt Gefahren, vor allem für Kinder.
Von den Rasselisten erfasste Hunde werden als "Listenhunde" bezeichnet; für ihre Haltung gelten verschiedene Einschränkungen, egal ob sie bereits auffällig waren oder nicht.

 

Was wird das für uns Hundehalter gewisser Rassen bedeuten:

☆ niemand konnte bisher die Frage beantworten welche Hunde in OÖ tatsächlich gelistet werden, jedoch ist davon auszugehen, dass die Liste einfach aus einem anderen Bundesland übernommen und nach Belieben erweitert wird. Da dies mittels Verordnung geregelt wird, bedarf es nicht einmal einer Gesetzesänderung um dieser Liste jederzeit weitere Rassen hinzuzufügen.

☆ permanente Maulkorb und Leinenpflicht ( maximale Länge 1,5m) inner- und außerhalb des Ortsgebietes für Hunde bei denen erhöhtes Gefährdungspotenzial vermutet wird, da der Gesetzestext folgendes vorschreibt:
(1a) auffällige Hunde (= Hunde die bereits zugebissen haben) müssen an öffentlichen Orten, ausgenommen in eingezäunten Freilaufflächen, an der Leine und mit Maulkorb geführt werden; in nicht eingezäunten Freilaufflächen gilt Maulkorbpflicht.
(1b) Abs. 1a gilt sinngemäß für Hunde mit erhöhtem Gefährdungspotenzial“
als öffentlicher Ort gilt – ein Ort, der für jedermann frei oder unter den gleichen Bedingungen zugänglich ist. (darunter fällt z.B auch Wald und Feld)

☆ Verpflichtung zur Ablegung einer Hundealltagstauglichkeitsprüfung, für Hunde mit erhöhtem Gefährdungspotenzial, auch bei erfolgreicher Absolvierung dieser Prüfung ist keine Leinen/ Maulkorbbefreiung vorgesehen

☆ Keine Ausnahmeregelung für Welpen, egal welchen Alters, in punkto Leine und Maulkorb

☆ ebenso keine Ausnahmeregelung für alte, verletzte oder kranke Hunde

Was wollen wir erreichen:
Wir wollen erreichen, dass es in Oberösterreich zu keiner Rasseliste kommt, denn ein Hund, egal welcher Rasse, ist immer ein Produkt seines Umfelds und Erziehung.
Eine Rasseliste ist eine populistische Scheinlösung, etliche Studien namhafter Experten beweisen, dass es sich bei Unfällen immer um einzelne Individuen handelt, die gefährlich sind, und daher Gefährlichkeit nicht der gesamten Rasse zugeordnet werden kann.
Nur eine Trennung zwischen verantwortungsvollen und verantwortungslosen Hundehaltern und unauffälligen und auffälligen Hunden (egal welche Rasse oder Mischling) kann Sicherheit für Mensch und Tier gewährleisten!

 

Welche Regelungen Sinn machen und tatsächlich Sicherheit bringen:

☆ Statistik über Unfälle mit Hunden, unter Berücksichtigung der Hunderasse, Populationsdichte dieser Rasse, Herkunft des Hundes, jeweilige Situation der Hundehaltung, Unfallhergang, Unfallursachen, Unfallort, vorangegangene Vorfälle, etc..., zu erstellen, um daraus zu ermitteln, ob es Hunderassen gibt, die im Vergleich zu Population und Unfälle mit dieser Hunderasse, in einem auffälligen Verhältnis stehen.

☆ Kontrolle durch die Behörde wenn Auffälligkeiten eines Hundes und seines Halters bekannt werden (z.B. freilaufender Hund, ausserhalb der Kontrolle seines Besitzers)

☆ Die Möglichkeit einer art- und tierschutzkonformen Hundehaltung! Diese wird durch die im Gesetzestext geforderte, ständige Leinen- und Maulkorbpflicht massiv unterbunden.

☆ Registrierungspflicht des Chips bereits beim Züchter, Tierschutzverein, Tierheim.

☆ verpflichtende Chip und Halterüberprüfung beim erstmaligen Tierarztbesuch (zur Sicherstellung dass Hunde korrekt bei der Gemeinde angemeldet sind)

☆ festgelegte Leinenlänge bei Menschenansammlungen, vor Schulen, Kindergärten, Spielplätzen, Veranstaltungen

Jeder Hundehalter muss sich in der Pflicht sehen, sich mit den Charaktereigenschaften seines Hundes auseinander zu setzen und diesen - seinen Anforderungen entsprechend - zu beschäftigen, artgerecht zu halten und verantwortungsvoll zu führen.

Jeder Biss einem Mensch und Hund gegenüber ist einer zu viel und muss dem Bissvorfall entsprechende Konsequenzen für Hund und Halter haben!