Klimacamp: ,,Pödelwitz bleibt" - ,,Alle Dörfer bleiben - weltweit"

Liebe Untersützer*innen,
mit ein bisschen Verspätung möchte ich euch nun endlich von dem wunderbaren Klimacamp bei uns in Pödelwitz erzählen: Vom 04.08. bis 11.08. fand bei uns in Pödelwitz das 2. Klimacamp Leipziger Land statt. Wir bergbaubetroffene Einwohner_innen hatten das Klimacamp nach 2018 auch dieses Jahr wieder zu uns eingeladen. Ich selbst erlebte wieder Tage voller Emotionen.
Bereits am 03.08. tagten wir beim bundesweiten Strategietreffen vom Bündnis ,,Alle Dörfer bleiben " auf dem Campgelände. Hier ging es darum, wie wir es erreichen können, das die Bergbaubetoffenen in allen deutschen Braunkohleregionen endlich von den Landesregierungen und von der Bundesregierung gehört werden, denn nach wie vor geht es beim Kohleausstieg und beim Strukturwandel nur um die Belange der Kohleindustrie und deren Beschäftigten. Diese Diskussion ist unbestritten notwendig, aber zu den Menschen im Kohlerevier gehören auch wir, die unmittelbar von Enteignungen zum Zwecke des Kohleabbaus bedroht sind. Das Bündnis ,,Alle Dörfer bleiben " hat im Juni in Berlin auf einer Pressekonferenz einen Forderungskatalog vorgestellt, welcher unsere Forderungen als Bergbaubetroffene innerhalb des beschlossenen Kohleausstieges und dem damit verbundenen Strukturwandels beinhaltet. Den Forderungskatalog findet man hier.
Diesen Forderungen wurde aber bis heute seitens der zuständigen Ministerien keine Beachtung geschenkt. Wir können das so nicht hinnehmen und werden zeitnah agieren, damit man uns und unsere Forderungen endlich wahrnimmt.
Dankbar bin ich der gesamten Klimabewegung, die sich jetzt geschlossen für den Erhalt unserer Dörfer einsetzt.
Aber es geht nicht nur um unsere Dörfer. In Indien kämpfen Menschen mit Waffengewalt um Trinkwasser. In Afrika verhungern jetzt schon hunderttausende Menschen, weil Landwirtschaft nicht mehr möglich ist. Bangladesh, ein Land halb so groß wie Deutschland, aber mit der doppelten Bevölkerung, droht aufgrund des Meeresspiegelanstieges zur Hälfte vollständig im Meer zu versinken, genau wie viele Inseln im indischen Ozean. Mosambik wurde in den letzten Monaten von verheerenden Wirbelstürmen heimgesucht und Millionen Menschen verloren ihr gesamtes Hab und Gut. Diejenigen, die am wenigsten zum Klimawandel beigetragen haben, werden am schlimmsten getroffen.
Das Klimacamp und die Degrowth-Sommerschule legte in seinen Veranstaltungen und Workshops unmissverständlich klar, das ein Festhalten an einem unbegrenzten Wirtschaftswachstum und der Raubbau an den begrenzten Ressourcen unseres Planeten unweigerlich zur vollständigen Zerstörung unserer Lebensgrundlagen führen wird. Wir haben keinen Planeten B. Jetzt gilt es umzusteuern. Die Politik muss endlich handeln. Ein anderes Wirtschaften ist dabei notwendig, auch um allen Menschen weltweit ein gleich gutes Leben zu ermöglichen. Es darf kein Privileg auf gutes Leben und Wohlstand geben, denn das steht allen Menschen, egal welcher Hautfarbe, egal welcher Religion, egal welcher Nationalität und egal welchen Lebensmodels gleichermaßen zu. Dafür ist ein sofortiges Umdenken und ein konsequentes Handeln notwendig.
Die nächsten Wochen werden zeigen, ob deutsche Politiker gewillt sind ihrer Verantwortung für globale Klimagerechtigkeit gerecht zu werden.
Dazu gehört zum Beispiel auch, dass die sächsische Landesregierung keine neuen Genehmigungen zum Braunkohleabbau erteilen darf.
Das Dorf Mühlrose in der Lausitz und mein Dorf Pödelwitz werden durch anvisierte neue Genehmigungen für Tagebauerweiterungen durch die LEAG und die MIBRAG bedroht und die Landesregierung von Sachsen ist nach wie vor der Meinung, man muss hier keine Klarheit für den Erhalt der Dörfer schaffen.
Das muss sich sofort ändern. Ich danke allen Unterstützer_innen meiner Petition für die tolle Hilfe.
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Dort erhaltet Ihr aktuellste Informationen zu Pödelwitz und zum Kohleausstieg
PS: Lest gerne auch den Beitrag vom Deutschlandfunk, der mich auch interviewt hat, den Beitrag findet ihr hier.