Kamenzer Erklärung #kamenzsolidarisch

Das Problem

Kamenzer Erklärung #kamenzsolidarisch

Seit geraumer Zeit versammeln sich in vielen Orten unserer Heimat Menschen, die gegen die Corona-Maßnahmen der Regierung protestieren. Ein hohes Gut unserer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft ist die Meinungsfreiheit. Kritik an einzelnen Maßnahmen ist deshalb möglich, wichtig und richtig.

Bei den auch in Kamenz stattfindenden illegalen Demonstrationen werden aber bewusst Regeln gebrochen, während gleichzeitig in den Krankenhäusern und Arztpraxen der Region Ärztinnen, Ärzte und das Pflegepersonal am Limit arbeiten. Wenn man zulässt, dass bei sogenannten Spaziergängen außerdem Verschwörungstheorien, Lügen, Hass und Hetze verbreitet werden, dann werden die Freiheiten anderer in Mitleidenschaft gezogen.

Die Grenzen der Freiheit wurden in der französischen "Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte" am 26. August 1789 im Artikel 4 mit dem berühmten Satz formuliert:
Die Freiheit besteht darin, dass man alles das tun kann, was einem anderen nicht schadet.

Deswegen wollen wir zum einen zeigen, dass nur ein Teil der Bürgerschaft von Kamenz auf illegalen Versammlungen die Pandemie als Vorwand nutzt, um die Demokratie zu gefährden und die Gesellschaft zu spalten. Ein Großteil der Menschen in unserer Stadt verhält sich vernünftig und empathisch. Wir freuen uns auf ein Leben ohne Beschränkungen, auf die Normalität.  

Gleichzeitig wollen wir, der größere Teil der Kamenzer Bürgerinnen und Bürger, uns jetzt erst recht solidarisch zeigen gegenüber den Menschen, die auf körpernahe Dienstleistungen angewiesen sind und sich nicht einfach so schützen können: Menschen, die mit Assistenz leben, weil sie Unterstützung im Alltag benötigen, Menschen, die nur mit Schulbegleitung lernen können oder auch nur mit Arbeitsassistenz einer Arbeit nachgehen können, Menschen, die regelmäßig auf Therapien, medizinische Behandlungen oder einen Fahrdienst angewiesen sind.

Diese Menschen sind den meisten von uns wahrscheinlich nicht täglich präsent. Aber der nächste Mensch, dem Sie ohne Abstand und Mund-Nasen-Schutz begegnen im Büro, auf der Straße, im Bus oder im Supermarkt kann ein pflegender Angehöriger sein, eine Physiotherapeutin, ein persönlicher Assistent, eine Schulbegleiterin, eine Pflegekraft und das Virus an die Menschen übertragen, die gefährdeter sind, einen schweren Krankheitsverlauf durchzumachen oder auch zu sterben.

Deshalb bekennen wir uns mit dieser Erklärung zur Solidarität und zum Schutz gegenüber allen Menschen in unserer Stadt: gegenüber denen, die wir nicht sehen, gegenüber denen, die zu unserem Schutz besonders hart arbeiten müssen und gegenüber denen, die aufgrund der Pandemie in wirtschaftliche Not geraten sind.

Verhalten wir uns alle solidarisch und schützen wir alle Menschen vor diesem Virus – mit dem, was wir sagen, was wir schreiben und mit dem, was wir tun! Vielen Dank!

Bildbeschreibung: Das Foto zeigt Schülerinnen und Schüler, die das Bild der Lessingschen Ringparabel, die drei Ringe, als Symbol für Toleranz und Zivilcourage darstellen.

 

 

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ULRIKE POHLPetitionsstarter*inSchulsozialarbeiterin und ehrenamtliche Beauftragte für Menschen mit Behinderungen der Stadt Kamenz
Diese Petition hat 1.133 Unterschriften erreicht

Das Problem

Kamenzer Erklärung #kamenzsolidarisch

Seit geraumer Zeit versammeln sich in vielen Orten unserer Heimat Menschen, die gegen die Corona-Maßnahmen der Regierung protestieren. Ein hohes Gut unserer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft ist die Meinungsfreiheit. Kritik an einzelnen Maßnahmen ist deshalb möglich, wichtig und richtig.

Bei den auch in Kamenz stattfindenden illegalen Demonstrationen werden aber bewusst Regeln gebrochen, während gleichzeitig in den Krankenhäusern und Arztpraxen der Region Ärztinnen, Ärzte und das Pflegepersonal am Limit arbeiten. Wenn man zulässt, dass bei sogenannten Spaziergängen außerdem Verschwörungstheorien, Lügen, Hass und Hetze verbreitet werden, dann werden die Freiheiten anderer in Mitleidenschaft gezogen.

Die Grenzen der Freiheit wurden in der französischen "Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte" am 26. August 1789 im Artikel 4 mit dem berühmten Satz formuliert:
Die Freiheit besteht darin, dass man alles das tun kann, was einem anderen nicht schadet.

Deswegen wollen wir zum einen zeigen, dass nur ein Teil der Bürgerschaft von Kamenz auf illegalen Versammlungen die Pandemie als Vorwand nutzt, um die Demokratie zu gefährden und die Gesellschaft zu spalten. Ein Großteil der Menschen in unserer Stadt verhält sich vernünftig und empathisch. Wir freuen uns auf ein Leben ohne Beschränkungen, auf die Normalität.  

Gleichzeitig wollen wir, der größere Teil der Kamenzer Bürgerinnen und Bürger, uns jetzt erst recht solidarisch zeigen gegenüber den Menschen, die auf körpernahe Dienstleistungen angewiesen sind und sich nicht einfach so schützen können: Menschen, die mit Assistenz leben, weil sie Unterstützung im Alltag benötigen, Menschen, die nur mit Schulbegleitung lernen können oder auch nur mit Arbeitsassistenz einer Arbeit nachgehen können, Menschen, die regelmäßig auf Therapien, medizinische Behandlungen oder einen Fahrdienst angewiesen sind.

Diese Menschen sind den meisten von uns wahrscheinlich nicht täglich präsent. Aber der nächste Mensch, dem Sie ohne Abstand und Mund-Nasen-Schutz begegnen im Büro, auf der Straße, im Bus oder im Supermarkt kann ein pflegender Angehöriger sein, eine Physiotherapeutin, ein persönlicher Assistent, eine Schulbegleiterin, eine Pflegekraft und das Virus an die Menschen übertragen, die gefährdeter sind, einen schweren Krankheitsverlauf durchzumachen oder auch zu sterben.

Deshalb bekennen wir uns mit dieser Erklärung zur Solidarität und zum Schutz gegenüber allen Menschen in unserer Stadt: gegenüber denen, die wir nicht sehen, gegenüber denen, die zu unserem Schutz besonders hart arbeiten müssen und gegenüber denen, die aufgrund der Pandemie in wirtschaftliche Not geraten sind.

Verhalten wir uns alle solidarisch und schützen wir alle Menschen vor diesem Virus – mit dem, was wir sagen, was wir schreiben und mit dem, was wir tun! Vielen Dank!

Bildbeschreibung: Das Foto zeigt Schülerinnen und Schüler, die das Bild der Lessingschen Ringparabel, die drei Ringe, als Symbol für Toleranz und Zivilcourage darstellen.

 

 

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ULRIKE POHLPetitionsstarter*inSchulsozialarbeiterin und ehrenamtliche Beauftragte für Menschen mit Behinderungen der Stadt Kamenz

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Alle Bürgerinnen und Bürger
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Petition am 19. Dezember 2021 erstellt