

Inzest-Studie in Frankreich: Verjährung bei familiärem Missbrauch soll wegfallen!
10 % aller Kinder in Frankreich werden Opfer sexueller Gewalt. Alle drei Minuten wird ein Kind missbraucht. Meist innerhalb der Familie. Erschreckende Zahlen, die zeigen, wie dringend der Handlungsbedarf ist.
„Das sind massive kriminelle Handlungen. Sie geschehen vor unseren Augen. Doch die Gesellschaft hat sie seit langem leider verdrängt.“
Dagegen kämpft die "Unabhängige Kommission über Inzest und sexuelle Gewalt gegen Kinder" an.
In den letzten drei Jahren hat sie 30.000 Berichte von Betroffenen gesammelt. Für viele der inzwischen erwachsenen Opfer eine wahre Befreiung.
„Man muss sich vergegenwärtigen, dass Inzest, Vergewaltigung und sexuelle Gewalt in der Kindheit einen radikalen Bruch im Leben der betroffenen Kinder bedeuten. Nichts ist mehr wie vorher.“
Der im November 2023 vorgelegte Abschlussbericht enthält 82 Empfehlungen. Zum Beispiel Sexualverbrechen an Minderjährigen sollen nicht mehr verjähren. Oder betroffene Kinder sollen systematisch ausfindig gemacht und sofort in Obhut genommen werden.
„Wie geht es einem Kind in Frankreich? Da muss es mindestens einmal im Jahr einen Termin geben, bei dem das Wohlergehen und die Entwicklung dieser Kinder beurteilt werden und sexuelle Gewalt erkannt werden kann.“
Angesichts des Personalmangels in den Gesundheits- und Sozialämtern und den Gerichten eine große Herausforderung.
„Dass die Täter ungestraft bleiben, kostet Die Gesellschaft jedes Jahr 10 Milliarden Euro.
Wenn wir dieses Geld in die Prävention und den Kinder- und Jugendschutz investieren würden, wären die Kinder geschützt, und der Gesellschaft ginge es besser.“
Die Komission sollte eigentlich Ende des Jahres 2023 aufgelöst werden. Doch viele fordern eine Beibehaltung, vor allem zur Begleitung der vorgeschlagenen Maßnahmen.
„Wer kann ernsthaft glauben, dass drei Jahre reichen, um gegen einem so starken und tief in uns verankerten Verdrängungsmechanismus anzukämpfen?“
Die Regierung will in den kommenden Wochen entscheiden, ob die Kommission weiterarbeitet.
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Quelle: ARTE: Frankreich: Expertenbericht über Inzest
In Frankreich werden jedes Jahr über 160.000 Kinder Opfer sexuellen Missbrauchs. Der Großteil der Taten findet innerhalb der Familie statt. Eine unabhängige Kommission hat in den letzten drei Jahren 30.000 Berichte von Betroffenen gesammelt. Die 27 Mitglieder - Pädagoginnen, Richter und Expertinnen für Kindeswohl - haben jetzt ihren Abschlussbericht vorgelegt. Mit konkreten Handlungsvorschlägen an die Politik.
Journalist: Philomène Bon, Loïc Wibaux, Olivier Daboval, Florence Thiaucourt
Land: Frankreich Deutschland
Jahr 2023
Dauer: 3 Min.
Verfügbar: Vom 17/11/2023 bis 18/11/2024
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Hinweis zu diesem Update von Tour41 e.V.:
Wir haben hier den o.g. Beitrag von ARTE übernommen und könne die Aussagen nur unterstreichen vor allem die Forderung der Komission:
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Bei Fällen von sexuellem Missbrauch durch Angehörige soll nach den Empfehlungen einer Expertenkommission in Frankreich künftig keine Verjährung mehr gelten.
„Wir können den Kindern nicht entgegenhalten, dass es einen Tag geben wird, an dem sie keine Gerechtigkeit mehr verlangen können“, betonte Edouard Durand, einer der Autoren einer großen Inzest-Untersuchung, die im November 2023 der Regierung in Paris übergeben wurde.
Quelle: Tagesspiegel
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Zusammenfassung von eurem Tour41-Team
Tour41 e.V.
Unabhängige Kontakt- und Informationsstelle
für Fragen sexualisierter Gewalt in Kindheit und Jugend
www.tour41.net
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Foto: Michaela Goldau - Betroffene im Austausch Kongress MitSprache 2018 in Berlin
Petitionsupdate: Michaela Goldau
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