Abitur 2021: Durchschnittsabitur in Sachsen möglich machen!

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Unser Appell: 

Die Pandemielage in Sachsen ist weiterhin angespannt, trotzdem müssen über 50.000 Schülerinnen und Schüler in den Abschlussklassen + Lehrkräfte wieder zum Präsenzunterricht. Das verwundert etwas, zumal die immensen Probleme der Lernplattformen wie "LernSax" nun behoben scheinen. Die Störungen der Vergangenheit, sowohl technisch als auch konzeptionell haben aber dazu geführt, dass viele Lerninhalte nicht optimal vermittelt werden konnten - zumal die Qualität der Beschulung auch stark von der jeweiligen Lehrkraft und ihren individuellen Ansichten und Fähigkeiten im Umgang mit der neuen Situation abhängt. Trotzdem sollte Wechselunterricht erst bei einer entspannteren Pandemielage durchgeführt werden. Auch die Berufsschülerinnen und Berufsschüler sollten nicht vergessen werden. Durch die Dauer des Distanzunterrichts kam es jedoch zu großen Schwierigkeiten bei der Wissensvermittlung, die auch von Schule zu Schule und Schüler*in zu Schüler*in stark unterschiedlich sind. Das muss irgendwie ausgeglichen werden. Diese beträchtlichen Unterschiede können nicht fair sein.

Deswegen fordern wir, als ein Teil der Schülerinnen und Schüler der Gymnasien und beruflichen Gymnasien in Sachsen, die Diskussion um ein sogenanntes „Durchschnittsabitur“ mit der Möglichkeit die Abschlussprüfungen freiwillig abzulegen.

Der anerkannte Abiturschnitt wird anhand der Leistung aus den vier Kurshalbjahren errechnet und spiegelt somit sämtliche Leistungen der Schülerinnen und Schüler wider. Die Anerkennung durch Universitäten und andere Einrichtungen muss und wird gewährleistet werden, da diese Situation alle nahezu gleichermaßen betrifft. Zumindest muss es Änderungen beim Bewertungsschlüssel o.ä. geben. Die Diskussion muss geführt werden! Man muss sich eingestehen, dass dieses Jahr kein normales war und ist.

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Sehr geehrter Kultusminister Christian Piwarz, sehr geehrte Schülerinnen und Schüler und sehr geehrte Bürgerinnen und Bürger,

die Coronavirus–Pandemie belastet uns sächsische Schülerinnen und Schüler seit Anfang des Jahres 2020 enorm. Nach dem ersten Lockdown von März bis Mai 2020 betrifft uns aktuell seit dem 14. Dezember 2020 eine weitere Schulschließung, die sich für die Abschlussklassen bis zum 18. Januar 2021 auswirkte und auch das letzte Kurshalbjahr beeinträchtigen wird. Das bedeutet für uns, dass insgesamt etwa 15 Wochen lang unsere Bildungseinrichtungen geschlossen waren und demnach von zu Hause, durch den Freistaat Sachsen gestellte Lernportale, unterrichtet werden musste. In dieser Zeit konnten viele Schülerinnen und Schüler durch anfängliche technische Schwierigkeiten kaum erreicht werden. Der Unterrichtsstoff konnte nicht optimal vermittelt werden, da beispielsweise angedachte Videokonferenzen nicht oder nur sehr eingeschränkt stattfinden konnten. Zumal die Qualität der Distanzbeschulung auch stark von der jeweiligen Lehrkraft und ihren individuellen Ansichten und Fähigkeiten im Umgang mit der neuen Situation abhängt.

Aus diesen Gründen kann das Lernziel unmöglich in der noch verbleibenden Zeit erreicht werden, wenn die Abschlussprüfungen wie geplant stattfinden sollen. Auch die Prüfungszeit zu verlängern und den Präsenzunterricht auf die Prüfungsfächer zu konzentrieren, halten wir insbesondere aufgrund der weiter angespannten Pandemielage ebenfalls für nicht hilfreich – wie auch das angedachte Nachholen von Leistungserbringungen im Hochsommer nach den Prüfungen. Präsenzunterricht für 51.000 Schüler in der aktuellen Situation wird zu keiner Entspannung der Gesamtsituation führen. Zumal viele Schülerinnen und Schüler aber auch Lehrkräfte auch im familiären Umfeld mit dieser Pandemie zu kämpfen haben. Durch Quarantänemaßnahmen ergaben und ergeben sich neue Problematiken. Der Abiturjahrgang 2021 war in den letzten zwei Schuljahren von der Corona–Pandemie stark betroffen. Wir sind deshalb der Ansicht, dass das letzte Kurshalbjahr so gut wie möglich, mit dem noch im Lehrplan vorgesehenen Unterrichtsstoff über die Lernportale gewältigt werden sollte, solange die Pandemielage den Präsenzunterricht nicht zulässt und das auf verpflichtende Abschlussprüfungen in dieser nationalen Notlage verzichtet werden sollte.

Wie unlängst in einem Brief an die Abiturienten und Abiturientinnen von Kultusminister Piwarz formuliert, ist ein Merkmal von Studierfähigkeit "besondere Herausforderungen zu meistern", jedoch nicht wenn es auf Kosten der Gesundheit von Lehrkräften, Freunden, der Familie oder einem selbst geht! Dieser eine Schnelltest, der am Montag und Dienstag stattfand, war leider auch nicht mehr als Symbolpolitik, denn das schafft nur Sicherheit für einen Tag. Abgesehen von der niedrigen Beteiligung der Schülerinnen und Schüler. Ab Dienstag gilt dann wieder lüften, und das diesmal bei Minusgraden. Das ist keine Lösung! Entscheiden Sie anders. Alte Lösungen für neue Probleme soll es nicht geben. Im Sinne der vielen Schülerinnen und Schüler.

Mit den besten Grüßen,

 

Ihre besorgten sächsischen Schülerinnen und Schüler 

Eine Initiative des Schüler*innenrates des BSZ "Karl Heine" Leipzig.

Offener Brief: https://www.instagram.com/p/CKHS-VAnucs/ (@schuelerinnenrat)