Ralph FröhlichOffenburg, Germany
Mar 22, 2024

Vor etwa einem Jahr haben sie uns aufgescheucht, weil sie zwei Alleen fast komplett für breitere Radewege und den Klimaschutz fällen wollten.

Seither waren wir mal unbequem und laut, mal leise und kooperativ, aber immer bestimmt, wenn es darum geht, für unsere Bäume einzutreten. Durch unser Handeln haben wir neue Freunde gewonnen, andere aber auch verärgert.

Wenn sich nun alle bis zum Baubeschluss im November an ihre Zusagen und Versprechen halten, haben wir zumindest die Allee in der Moltkestraße gerettet. Für die Weingartenstraße ist das leider nicht so sicher, hier hat sich nur der Baubeschluss um zwei Jahre auf 2026 verschoben. Bisher nicht, weil neue Ideen gefunden werden sollen, sondern weil der Stadt schlicht die Kapazitäten für die weitere Planungen fehlen.

Für uns ist das dennoch Grund zu feiern, was wir als Bürger*innen erreicht haben, indem wir unabhängig von allen unterschiedlichen Ansichten und Denkweisen für unsere Bäume eingetreten sind. Aber es ist auch Grund für uns, uns erneut zu versammeln und gemeinsam zu verhandeln, wie es in unseren Straßen, unserem Quartier, unserer Stadt, unserer Region weitergehen soll.

Rund um unser Wirken für den Erhalt von zwei Alleen hat uns unser Oberbürgermeister Marco Steffens gebeten, komplexer zu denken und nicht immer alles so einfach zu sehen. Diese Herausforderung haben wir angenommen und sind tiefer in viele Themen unserer Stadt eingedrungen.

Warum brauchen wir unsere großen, alten Bäume? Was tragen diese zur Klimaanpassung unserer Stadt bei? Wieso stehen sie dem fließenden Verkehr im Wege? Wie wichtig ist uns unsere Mobilität? Wieviel Platz steht dem Verkehr zu? Was bleibt für Radfahrende und Zufussgehende? Wer entscheidet, wie die Flächen dieser Stadt verteilt werden? Wer hat welche Bedürfnisse? Und was haben demokratische Prozesse damit zu tun? Wer kann sich wie an der Gestalung seiner Stadt beteiligen?

Viele dieser Fragen zeigen Grenzen auf. Vor allen die Grenzen einer sozialen, gerechten Teilhabe an den Resourcen unserer Stadt. Dazu sind wir mit vielen Menschen ins Gespräch gekommen und möchten deswegen alle einladen, sich weiter an diesen Gesprächen zu beteiligen. Dazu braucht es keinen Sitzungssaal und kein Hinterzimmer, uns reicht die Straße völlig aus. Und dies wollen wir erlebbar machen, ohne Verkehr, aber mit viel Aktion für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Menschen, die gerne zeigen möchten, wie sie sich ihr Quartier vorstellen. Menschen, die zeigen, was ihnen wichtig ist und dies gemeinsam miteinander diskutieren möchten. Ohne Beschlussvorlage, sondern mit einem offenen Ausgang.

Deswegen beteiligt euch. Alleine, mit der Familie, mit deiner Gruppe, deinem Verein... Wir sind kein geschlossenes Bündnis mit einer festen Idee im Kopf. Wir sind ein paar Menschen, die hier wohnen und über die Bäume zusammengekommen sind. Jede*r mit seinen Gedanken und Sehnsüchten, was für ihn eine lebenswerte Stadt ausmacht.

Wir haben viele Menschen gewonnen, die uns Impulse für mehr Bäume, mehr Klimaanpassung, mehr Demokratie, mehr Mobilität, mehr Soziales und Bildung & Kultur geben. Mit diesen Menschen möchten wir gemeinsam diskutieren, zusammen in verschiedenen Workshops, in denen wir zu Wort kommen und unsere Anliegen dokumentieren.

Wir laden alle ein, sich an unseren Gesprächen und Handeln zu beteiligen.

Gerne könnt ihr uns auch heute schon unterstützen:

Vor Ort könnt ihr helfen Flyer und Plakate zu verteilen, oder uns helfen, diese zu finanzieren. Dafür haben wir nun ein eigenes Konto bei der Volksbank eG (IBAN DE78 6649 0000 0012 2323 06) Über eine direkte Spende freuen wir uns, allerdings können wir (noch) keine Spendenbescheinigungen ausstellen.

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