
Die BBC hat in englischer Sprache ein Interview mit dem spanischen Außenminister Josep Borrell veröffentlicht, worin dieser Katalonien als Nation anerkennt — er ist selbst ein Katalane —, aber gleichzeitig die Auffassung vertritt, daß der katalanischen Nation von Spanien das Menschenrecht auf Selbstbestimmung verweigert werden dürfe, da es sich aus spanischer Sicht nicht um eine «Selbstbestimmung» Kataloniens, sondern um eine «Sezession» von Spanien handele. Bereits am 15. Juli 2018 hatte er anläßlich der Abschiedsveranstaltung der Sommerschule der ideologisch rechtsextremen «Societat Civil Catalana» bestritten, daß das Menschenrecht der Völker auf Selbstbestimmung international anerkannt sei. Der als rechter Hardliner bekannte spanische Außenminister spricht gerne davon, daß Spanien seine «Wunde» in Katalonien desinfizieren müsse und daß die Katalanen froh sein könnten, daß Spanien nicht so wie zur Franco-Zeit auf ihr Streben nach Souveränität reagiere.
In dem Interview betont der spanische Außenminister, daß er die politischen Gefangenen lieber in Freiheit sehen würde, verweist aber auf die angebliche Unabhängigkeit der spanischen Justiz. Ob man ihm dieses Märchen außerhalb Spaniens noch glauben wird?
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