ドイツ在住の日本にルーツを持つみなさん、ベルリン・ミッテ区「平和の碑」撤去命令への撤回要請に賛同してください!

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9月28日にミッテ区内のモアビート地区に、日本では「少女像」として知られる「平和の碑」が設置されました。ところがその10日後の10月7日に、ミッテ区道路緑地管理課から、「設置認可を撤回する。像を1週間内に撤去せよ」との通知が、設置者のKorea Verbandに届いたということです。

ドイツの報道やミッテ区のプレスリリースによれば、撤去要求の主な理由は、像や像に付された碑文は韓国サイドの主張を一方的に表現している、また、「像はもっぱら第二次大戦における日本軍の行為をテーマにしている。このことが日本では国全体および地方で、さらにベルリンにおいても、当惑を招くことになっている」、したがって、ミッテ区は、「政治的、歴史的に複雑な二国間の葛藤」から距離を置く必要を認め、認可を取り下げる、というものです。

日本の報道では、加藤官房長官が「撤去に向けて様々な関係者にアプローチする」と明言し、独日外相の電話会談で、茂木外相がマース外相に像の撤去を要請したということで、像の設置から撤去要求までの急展開の背景には、ベルリン・ミッテ区への日本政府の強力な外交攻勢があったようです。

日本政府の外交圧力に屈するように、撤去通知を出したミッテ区とベルリン市に、ドイツに住む日本にルーツを持つ私たちの声、日本政府とは異なる、ドイツから歴史を学んできた私たちの声を届けたいと思います。この公開書簡を、ミッテ区長ならびにベルリン州政府に送るため、ドイツにお住まいの日本にルーツを持つみなさんの賛同署名をお寄せください。

呼びかけ人(五十音順):梶川ゆう、梶村道子、福本まさお、ヘルド比呂子

一次締切:2020年10月14日

二次締切:2020年10月18日(10月14日更新)

三次締切:2020年10月25日(10月17日更新)

 

(公開書簡 日本語訳)

ベルリン・ミッテ区区長
フォン・ダッセル様

私たちは、ドイツに住む日本にルーツを持つ市民です。

9月末にベルリン・ミッテ区のモアビート地区に設置された「平和の碑」に対して、設置からわずか10日後の10月7日にミッテ区庁道路緑地管理課が、像の設置者に撤去要求をしたという報道を、驚きと訝しさをもって受け取りました。

日独マスメディアの報道やベルリン市のウェブサイトに出されたミッテ区のプレスリリースによれば、撤去要請の理由は、像につけられた碑文が、「日本の政治に対する韓国サイドからの解釈」に偏っており、「像はもっぱら第二次大戦における日本軍の行為をテーマにしている。このことが日本では国全体および地方で、さらにベルリンにおいても、当惑を招くことになっている」ということです。

私たちは問題の碑文を読み、これらの指摘が当たらないことを確認しました。碑文には


" Im Zweiten Weltkrieg verschleppte das japanische Militär unzählige Mädchen und Frauen aus dem gesamten Asien-Pazifik-Raum und zwang sie zur sexuellen Sklaverei. Die Friedensstatue erinnert an das Leid dieser sogenannten Trostfrauen. Sie würdigt den Mut der Überlebenden, die am 14. August 1991 ihr Schweigen brachen und sich gegen eine Wiederholung solcher Verbrechen weltweit einsetzen."


とありますが、これは既に国際社会で長く共有されている事実認識であり、国連の人権に関する諸委員会はもとより、2007年の欧州議会決議でも認められている事実を記しているに過ぎません。日本には「慰安婦」問題に関し優れた歴史研究の蓄積があり、「慰安婦」問題の真の解決を願って地道に活動を続けている市民たちがいます。ドイツに住む私たちは、むしろこのような理由で撤去通達を出したミッテ区の振る舞いに「当惑」しています。

戦時や武力紛争時の女性に対する性暴力は、現在も常時起こっています。しかしそれらに注意を向けさせ、そのような犯罪を繰り返させないように警告する碑の類は、稀です。像に添えられたメッセージはベルリンにおいても重要であるに違いありません。

日本のメディアによれば、像の設置直後に加藤官房長官が撤去を求める意思を表明し、また日独外相会談で日本外相がこの問題の「善処」をドイツ側に伝えたということです。市民と対話をしながら進めていく民主的なベルリン市や区の姿勢を、私たちは常々高く評価してきました。今回も、仮に碑文その他について問題があるのであれば、まず設置者と協議をするのがベルリンのやり方ではないでしょうか。一週間以内の撤去を一方的に通知した背景には、日本政府によるよほど強い圧力があったと推察します。しかしそれは、このような乱暴としかいえない措置をとる理由にはならないと、私たちは考えます。

「慰安婦」問題に関する日本政府の見解は私たちも知っています。その核は、2015年12月に韓国政府との間で交わされた合意をもって、この問題は、「最終的かつ不可逆的」に解決されるというものです。日本政府が自国の戦争犯罪の歴史にこのようにして終止符を打とうとしていることを知って、私たちは驚愕しました。それは、ナチズムの歴史と取り組むことに終わりはないとするドイツの姿勢、私たち日本市民が学んで手本としてきた歴史認識と、眞逆のものだからです。その上、日本軍による性暴力は、韓国女性にのみ振るわれたのではありません。日本軍の性暴力を被った多くのアジア各地の女性たちの被害は、上述の合意によって、日本の世論から完全に締め出されてしまいました。ですから、私たちは日本政府のこの見解に汲みすることはできません。日本の歴史学者たちも、日本政府のこの政策を厳しく批判しています。

   http://rekiken.jp/english/appeals/appeal_20160530.html

以上の理由から、私たちは、ベルリン市とミッテ区に次のことを求めます。

1.        ミッテ区は、モアビート地区に設置された「平和の碑」の撤去命令を即刻撤回してください。

2.        ミッテ区は、女性に対する戦時及び日常の性暴力の撲滅に向けて、「平和の碑」をより有意義に活用するために、設置者やモアビート地区の多様なルーツを持つ住民と対話を進めてください。

3.        軍や武装勢力による性的暴力は、現在も生起しています。ベルリン市とミッテ区には、それら戦時・紛争時の性的暴力への様々な取り組みを通して、性暴力に対する市民の認識を高める努力をしてくださることを望みます。

 

2020年10月14日(一次締め切りとなっています。)

ドイツに住み日本にルーツを持つ市民有志

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(Offener Brief auf Deutsch)

Offener Brief an den Bezirksbürgermeister Berlin-Mitte –

Aufforderung zum Erhalt der „Friedensstatue“ sowie zur offenen Diskussion

 

An:

Herrn Stephan von Dassel

Bezirksbürgermeister Berlin-Mitte

 

 Mathilde-Jakob-Platz 1
10555 Berlin

                             14. Oktober 2020

 

Wir sind in Deutschland lebende, aus Japan stammende Bürger.

 

Wir finden die Mitteilung des Bezirksamtes Mitte über die Aufhebung der Genehmigung für die „Friedensstatue“ sehr verwunderlich und unverständlich. Die Friedensstatue war nämlich nach der erteilten Genehmigung des Bezirksamtes am 28. September 2020 feierlich enthüllt worden, und schon zehn Tage später, am 7. Oktober 2020, soll diese Genehmigung rückgängig gemacht werden.

 

Den japanischen und den deutschen Medienberichten und der Pressemitteilung des Bezirksamtes Mitte auf der Webseite „berlin.de“ zufolge soll diese Entscheidung dadurch begründet sein, dass der Text auf den Begleittafeln der Statue eine „gezielte Kommentierung japanischer Politik von koreanischer Seite“1 sei, oder dass die Friedensstatue „ausschließlich das Verhalten der japanischen Armee im Zweiten Weltkrieg thematisiert. Dies hat in Japan auf nationaler wie lokaler Ebene und auch in Berlin zu Irritationen geführt“2.


1 https://taz.de/Gedenken-an-Trostfrauen/!5719024/
2 https://www.berlin.de/ba-mitte/aktuelles/pressemitteilungen/2020/pressemitteilung.1001656.php


Nach der aufmerksamen Lektüre des Textes auf den Begleittafeln müssen wir jedoch feststellen, dass diese Bemerkungen nicht zutreffen. Auf den Begleittafeln steht:

" Im Zweiten Weltkrieg verschleppte das japanische Militär unzählige Mädchen und Frauen aus dem gesamten Asien-Pazifik-Raum und zwang sie zur sexuellen Sklaverei. Die Friedensstatue erinnert an das Leid dieser sogenannten Trostfrauen. Sie würdigt den Mut der Überlebenden, die am 14. August 1991 ihr Schweigen brachen und sich gegen eine Wiederholung solcher Verbrechen weltweit einsetzen."

Es geht hier lediglich um ein international längst anerkanntes, gemeinsames Geschichtsverständnis, eine sowohl in der Menschenrechtskommission der Vereinten Nationen als auch 2007 in der Resolution des Europäischen Parlaments anerkannte Tatsache. In Japan gibt es bereits fundierte historische Kenntnisse und Forschung zur Frage der „Trostfrauen“ sowie viele Bürger und Bürgerinnen, die sich aktiv für eine Problemlösung dieser Frage einsetzen. Wir können daher die plötzliche Kehrtwende des Bezirksamtes mit solchen Begründungen nicht nachvollziehen.

Die sexualisierte Gewalt gegen Frauen in Kriegen und bewaffneten Konflikten ist heute in der Welt allgegenwärtig. Es gibt jedoch selten Denk- oder Mahnmale, die uns auf sie aufmerksam machen und uns mahnen, solche Verbrechen nie wieder wiederholen zu lassen. Die Botschaft des Begleitstafels kann daher auch in Berlin sehr bedeutsam sein.

Die japanischen Medien berichten, dass der japanische Kabinettssekretär und Regierungssprecher  KATÔ Katsunobu angekündigt habe, dass diese Statue entfernt werden solle. Außerdem soll Japans Außenminister MOTEGI Toshimitsu mit seinem deutschen Amtskollegen Heiko Maas telefoniert haben, wobei Motegi Maas ausdrücklich darum gebeten habe, nach Gutdünken zu handeln, um das „Problem zu lösen“. 

Wir sind enttäuscht von der abrupt mitgeteilten Rücknahme der Genehmigung des Bezirksamtes Mitte, ohne dass vorher ein Gespräch mit dem Korea Verband gesucht wurde. Bisher hatten wir den demokratischen und auf Dialog mit Bürgern setzenden Verwaltungsstil der Stadt Berlin immer sehr geschätzt. Wenn anstatt eines Dialogs nur einseitig der Widerruf der bereits erteilten Genehmigung mitgeteilt wird, mit der Anordnung, die Statue innerhalb einer Woche zu entfernen, ist das eine herbe Enttäuschung. Man kann ahnen, wie massiv der Druck aus Japan gewesen sein muss, dass Deutschland sich dem beugen musste.

Aber das rechtfertigt die einseitige Entscheidung des Bezirksamtes Mitte zur Entfernung der Statue trotzdem nicht.

Wir kennen die Ansicht der japanischen Regierung über die Frage der „Trostfrauen“, nämlich  dass sie mit der Übereinkunft zwischen der japanischen und der südkoreanischen Regierung im Dezember 2015 „endgültig und unumkehrbar“ geregelt anzusehen sei. Wir können aber nicht hinnehmen, dass die japanische Regierung der Geschichte des eigenen Kriegsverbrechens dadurch ein Ende zu setzen beabsichtigt, denn das ist genau das Gegenteil davon, was wir von den Deutschen gelernt haben und was wir als vorbildliche Haltung betrachten, nämlich dass es niemals ein Ende geben kann, was die Aufarbeitung der NS-Vergangenheit angeht. Außerdem wurde das Leiden von unzähligen Mädchen und Frauen aus dem gesamten Asien-Pazifik-Raum, die ebenfalls Opfer der sexualisierten Gewalt des japanischen Militärs wurden, durch die obengenannte Vereinbarung von der Öffentlichkeit Japans völlig ausgeblendet. Auch viele japanische Historiker kritisieren die Haltung der japanischen Regierung3:

3 http://rekiken.jp/english/appeals/appeal_20160530.html

Aus diesen Gründen fordern wir die Stadt Berlin und das Bezirksamt Mitte auf:

1) Das Bezirksamt Mitte soll die Anordnung zur Demontage der Friedensstatue  in Moabit sofort widerrufen.

2) Das Bezirksamt Mitte soll offenen Austausch mit dem Korea Verband sowie mit Bürgern mit verschiedenen Hintergründen suchen, damit die Friedensstatue möglichst sinnvoll verwendet werden kann, um die sexuelle Gewalt gegen Frauen  im Alltag und in Kriegszeiten zu bekämpfen.

3) Die sexualisierte Gewalt durch das Militär und bewaffnete Gruppierungen wird heute noch angewendet. Wir fordern die Stadt Berlin und das Bezirksamt Mitte dazu auf, mehr Maßnahmen zu ergreifen, um das Bewusstsein der Bürger gegenüber sexueller Gewalt insbesondere in Kriegszeiten und in Konflikten zu stärken.

 

Mit freundlichen Grüßen

in Deutschland lebende, aus Japan stammende Bürger