Actualización de la peticiónÜberbevölkerung – Globaler Geburtenstopp jetzt! * Overpopulation – Global Birth Stop now!Evolutionsbiologe Prof. Niemitz: "Die Quelle des Übels ist die zu große Zahl von Menschen."
Achim WolfAlemania
15 dic 2021

Wir sind zu viele Menschen
Der Klimawandel wird durch Treibhausgase verursacht, er ist eine unmittelbare Folge von Emissionen. Dasselbe gilt für das Müll- und das Plastikproblem der Welt, denn es handelt sich um direkt emittierte Substanzen. Alle diese Emissionen sind ihrerseits Folgen der Aktivitäten einzelner Menschen.
Die Treibhausgase entstehen z.B. bei der ‚Verstromung‘ von Kohle, also der Produktion von Energie für Menschen, die heizen wollen. Ein weiterer Grund ist die Produktion von Gütern, welche die Menschen real oder vermeintlich benötigen. Weitere Quellen sind der Straßenverkehr mit der immer noch steigenden Anzahl von Lkws, die Güter für die Menschen transportieren. Für die Pkws gilt: “Während die globalen energiebezogenen Kohlenstoffemissionen im letzten Jahr durch den Einfluss der Covid-19-Pandemie abnahmen, erlebt ein Sektor tatsächlich eine Steigerung: SUVs. Ihr globaler Ölverbrauch 2020 erreichte 5,5 Millionen Barrel pro Tag – also 875 Millionen Liter, rund 2,2 Milliarden Kilogramm CO2 - pro Tag! Dies ist eine Emission, die an der Tankstelle einzeln und persönlich eingekauft wird.
Die Tastatur eines PC besteht zum größten Gewichtsanteil aus Plastik. Ein Wagen der Mittelklasse enthält weit über 100 kg an Plastik, und der weitaus größte Teil der Oberbekleidung – vom Mantel bis zum Schuh – besteht heute teilweise oder ganz aus Polyester und anderen Kunststoffen. Daher ist es kein Wunder, dass die Petrochemie einer der besten Kunden der Ölmultis ist, denn sie kauft ihnen mehr als 15 Prozent der Weltförderung ab. Alle Endprodukte sind Anschaffungen, die zu Pro-Kopf-Emissionen führen. Auch aller sonstige Müll wird von individuellen Verbrauchern und Haushalten erzeugt oder geschieht durch die Industrie oder Bauwirtschaft bei der Herstellung von Gütern für solche Einzelpersonen.
Die Beispiele zeigen unmissverständlich auf: Alle diese aktuellen globalen Umweltprobleme hängen mittelbar oder sogar unmittelbar von der Anzahl der Menschen ab.
Im Vergleich zur Biokapazität und Produktivität der Welt würden die Menschen nach verschiedenen Berechnungen 1,6 oder etwas über 1,7 Erden für ein nachhaltiges Überleben benötigen. Würden jedoch alle Menschen sich so verhalten wie die deutsche Bevölkerung, würden sogar erst etwa 3 Erdplaneten für ein Überleben der Menschheit gerade noch (!) ausreichen.
Es werden derzeit mehr als zweieinhalbmal so viele Menschen geboren, als die Bevölkerung durch den Tod der Älteren verliert. Außerdem braucht man nur zu bemerken, dass die Zunahme der Weltbevölkerung im Jahr 2010 noch rund 84 Millionen Menschen betrug, während sie sich 2020 auf 95,2 Millionen belief und dieses Jahr um 96,6 Millionen anwächst. Der Prozess unterliegt also einer weiteren Beschleunigung. An jedem Tag vermehrt sich die Mensch­heit um 260.000 Menschen, innerhalb von vier Tagen also um eine Million Erden­bürger, die Nahrung, Wasser und andere Ressourcen auf einem nicht mitwachsenden Planeten benötigen, zusätzlich aber Schadstoffe emittieren, usw.
Alle so mühevollen, zähen Bestrebungen zur Verlangsamung oder zum Stopp des Klimawandels und aller weiteren akuten Umweltgefahren sind lediglich symptomatisch. Sie ignorieren die eigentliche Quelle des Übels, nämlich die zu große Zahl von Menschen. Es handelt sich um die immer noch rasant zunehmende Zahl der Verursacher. Zur Abwendung der Klimakrise sollen die Bemühungen Veränderungen im Verhalten möglichst vieler einzelner Menschen bewirken – von der Privatperson bis zum politischen Entscheidungsträger –, wobei die eigentliche Ursache, nämlich das reproduktive Verhalten, auf politischer Ebene immer noch total ausgeblendet wird. Sowohl im privaten Bereich als auch auf politischer Ebene ist die Frage der Familienplanung wohl das heikelste aller Themen und bedarf auch am meisten der Empathie.
Ein hypothetisch denkbares, weltweites Projekt könnte es sein, die Zahl der Menschen durch politische Maßnahmen wie Aufklärung, Anreize, kostenlose Antikonzeptiva oder sogar durch harte politische Maßnahmen im Sinne von Notstandsgesetzen zu senken. Aber selbst wenn man solche Maßnahmen sofort 20 Jahre lang weltweit konsequent durchführen würde, wäre es höchstwahrscheinlich nicht ausreichend, um in die Zone der Nachhaltigkeit zurück zu gelangen. Die sehr einfache Kalkulation basiert auf der rein theoretischen Annahme, es würden weltweit zwanzig Jahre lang keine Kinder geboren:        
Bei der durchschnittlichen Lebenserwartung auf der Welt von etwa 70 Jahren werden in 20 Jahren etwas weniger als 30 Prozent der heute lebenden Menschen versterben. Von derzeit fast genau 8 Milliarden Menschen wären also ungefähr 5,7 Milliarden noch am Leben. So viele Menschen waren wir im Jahr 1995. Nach den Angaben des Global Footprint Network hatte die Menschheit damals einen Ökologischen Fußabdruck von etwa 1,2 Planeten und liegt damit über der Grenze der Nachhaltigkeit von 1.
Für eine noch so diktatorisch durchgesetzte Null-Kind-Politik wäre es also jetzt bereits zu spät.
Aber erst recht wenn man sich analog dem Pariser Klimaabkommen z.B. auf weltweite Empfehlungen für Verhütungsmaßnahmen einigen würde, käme die in zwei Jahrzehnten neugeborene – zwar geringere – Anzahl weiterer Menschen hinzu, junge Menschen die aber ihren Verbrauch und ihre Ansprüche über die 1,2 Erden hinaus mit auf die Welt bringen würden. Auch den Zeitpunkt für eine behutsame globale Familienpolitik alleine haben wir also durch fehlende Einsicht, durch Untätigkeit und Tabus – auch solche religiöser Art – inzwischen verpasst.
Mit Bezug auf die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung vom Juli 2021 hat der die Fakten resümierende „Ausblick“ des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung die beiden nichtssagenden Schlusssätze: Eine „wachsende Bevölkerung und wachsende Nachfrage nach materiellem Konsum mit den Zielen einer nachhaltigen Entwicklung in Einklang zu bringen, ist eine gemeinsame Herausforderung für alle Länder“. Hier will man von den Aufgaben Deutschlands ablenken. Aber der Text schließt: „Die nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen können dabei eine wichtige Orientierung bieten“. Mehr nicht?! Nachhaltig-strategische Maßnahmen werden gar nicht benannt. Nicht einmal ein noch so unscharf formuliertes Ziel wird auch nur angedacht.
Es gibt vier Felder der Umweltproblematik, die hier nicht behandelt werden, die aber unsere Planetaren Grenzen in Prozenten der Biokapazität und Bioreproduktivität weit stärker überlasten, als die Bevölkerungszahl und das Klima. Sie als Leserinnen und Leser sollen nicht meinen, diese Bereiche wären einfach vergessen worden. In der Reihenfolge ihrer Brisanz, mit der sie die planetaren Leitplanken sprengen, handelt es sich: um die dramatisch schrumpfende Artenvielfalt, um das Feinstaubproblem, um den aus den Fugen geratenen Stickstoffkreislauf und viertens um den Haushalt eines weiteren Mineraldüngers, nämlich den des Phosphors. Oben wurde zwar hergeleitet, dass es nicht ausreicht, die am meisten spürbaren und offensichtlichen Umweltkrisen der Welt zu bekämpfen, sondern dass man ebenfalls beim ihnen zugrunde liegenden menschlichen Verhalten ansetzen muss.
Dies kann aber nicht bedeuten zu hoffen, dass die vier hier aufgeführten, dramatischen Entwicklungen mit einer allmählich erfolgenden Verminderung der Anzahl von Menschen gewissermaßen in der Folge von allein zum Stillstand kämen. Eine solche Fehleinschätzung könnte ungeahnte negative Folgen haben. Dafür sind diese vier Bereiche zu exorbitant.
Daher erscheint es zwingend, die anderen bekannten, bohrenden Umweltprobleme simultan anzupacken, neben der endlich und schnell in Angriff zu nehmenden, globalen Bevölkerungspolitik. Als Verfasser dieser alles Andere als vollständigen Überlegungen bin ich mir keineswegs sicher, ob wir als Menschheit die Überlebenskrise bewältigen. Ich habe lediglich versucht, logisch herzuleiten, wie die aktuelle Lage ist und was geschehen muss. Wenn wir also Kriege vermeiden wollen – die noch nie zur Bewältigung einer Krise geholfen haben –, wenn wir als Menschheit überleben und in ein etwas an Problemen ärmeres Fahrwasser steuern wollen, dann müssen wir an allen großen und allen kleinen Stellschrauben gleichzeitig unseren Kurs justieren. Im Haushaltsbereich beginnt es bei scheinbaren Kleinigkeiten wie dem Sparen von Papier und Strom oder bei mehr Fahrrad-statt-Auto usw. und gipfelt vielleicht in den privaten Entscheidungen der Familienplanung. Das politische Handeln muss sich über alle Größenordnungen bis hin zur Weltgemeinschaft den nötigen Aufgaben stellen. Ich erinnere an den Satz von Svenja Schulze und dem Weltklimarat IPCC: „Der Planet schwebt in Lebensgefahr und mit ihm seine Bewohner.“

Dieser Text enthält Zitate aus den nachstehenden zwei Publikationen und ist abgeänderter Teil eines im Druck befindlichen Manuskripts. Niemitz C (2019): Die Menschheit retten? Packen wir’s an! Oekom: München. Und:
Niemitz C. (2021): Wie lange das Eis noch trägt? Die ökologische Lage der Menschheit und was für uns alle daraus folgt. Sitzungsberichte der Gesellschaft Naturforschender Freunde zu Berlin, Neue Folge 55: 5-29.
© C.Niemitz

Hinweis des Petitionsstarters in eigener Sache
Die letzten beiden Neuigkeiten dieser Petition wurden mit einem pauschalen Hinweis auf angebliche "Hassrede" komplett gelöscht, gleichzeitig wurde ohne Vorwarnung die Kommentarfunktion in der deutschen Version der Petition gesperrt. Zusätzlich haben angeblich auch Kommentare Elemente von "Hassrede" enthalten. 
Dies wurde mir mit einer automatisierten Meldung mitgeteilt. Meine Beschwerden dagegen und die Einwände, dass
a) die beiden Artikel absolut nichts enthalten, dass man als "Hassrede" bezeichnen könnte und
b) ich nicht für Tausende von Kommentaren anderen Nutzer haftbar gemacht werden kann, wurden bisher ignoriert bzw. noch nicht beantwortet. 
Die gelöschten Neuigkeiten waren folgende Artikel, die ins Deutsche übersetzt waren: 
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC8530531/
https://www.koreatimes.co.kr/www/opinion/2021/12/197_319829.html 
Beste Grüße, Ihr Achim Wolf

Apoya la petición ahora
Firma esta petición
Copiar enlace
WhatsApp
Facebook
Nextdoor
E-mail
X