Petition updateÜberbevölkerung – Globaler Geburtenstopp jetzt! * Overpopulation – Global Birth Stop now!Gastbeitrag Prof. Dr. Carsten Niemitz: Wir sind zu viele.
Achim WolfGermany
Oct 14, 2020

Denn die Natur als unsere Lebensbasis kann nur sich selbst heilen.
Nach Übereinstimmung der unterschiedlichsten Quellen gefährden unsere gegenwärtigen Umweltprobleme die menschliche Existenz. Dabei hält man die Klimakrise, die Anzahl der Menschen auf dem Globus, Flüchtlingsströme und Kriege in unterschiedlichem Maße für möglich oder wahrscheinlich.

Bei all diesen Überlegungen und Abwägungen spielt die Entwicklung der Weltbevölkerung eine zentrale Rolle. Überall liest man, dass die Menschheit zwar immer noch zunimmt, dass die Geburtenziffer auf der Welt aber allmählich abnimmt. Dies würde zu einer Verlangsamung des Wachstums führen. Nach Angaben der Vereinten Nationen sei etwa im Jahr 2100 ein Scheitelpunkt bei rund 11 Milliarden Menschen erreicht. Schaut man sich die Wachstumszahlen der Menschen in den letzten Jahren an, so steigt die Zunahme entgegen dieser Angaben jedoch an: Sie betrug 81 Millionen Menschen im Jahr 2013. 2018 waren es 92,2 Millionen, 2019 93,9 Millionen, und – wenn man die Zunahme bis zum 5. Okt. 2020 auf den 31. Dez. hochrechnet, werden es in diesem Jahr 95,2 Millionen Menschen sein. Die nüchternen Zahlen belegen, dass sich die Zunahme der Weltbevölkerung entgegen allem, was man so liest, in den letzten Jahren weiter beschleunigt hat.

Dabei gab es schon vor dreißig Jahren die wissenschaftliche Auffassung, dass wir damals schon für ein intaktes Leben der Erdbevölkerung zu viele Menschen auf dem Planeten waren. Die einfache damalige und sich heute immer mehr bestätigende Herleitung lautete, dass seit über hundert Jahren die Naturräume der Welt durch menschliche Zerstörung und (Flächen-) Vernichtung mehr Schaden erlitten, als die Natur von sich aus regenerieren kann. Und die Natur und ihre Fähigkeit, uns die lebensnotwendigen Ressourcen zu liefern, kann niemand heilen, denn dies kann nur die Natur selbst.

Es ist jedoch nicht die Frage, ob in achtzig Jahren die Zahl der Menschen allmählich stagniert und dann irgendwann langsam wieder abnimmt, als würde außer der Zahlenentwicklung nichts geschehen.

Entscheidend nämlich ist, dass wir uns angesichts der Temperaturveränderungen mit nachfolgenden Wirbelstürmen, der Dürren und Hungernöte etc., mit dem fortschreitenden Verlust der Artenvielfalt schon jetzt nicht mehr vermehren dürften, bei der gleichzeitigen Zunahme der Vergiftung unseres Grundwassers durch Antibiotika und Nitrate (Gülle) und der schwerwiegenden Folgen in den Ozeanen usw.. Die Frage ist, ob wir den Zeitraum der kommenden achtzig Jahre überhaupt überleben können, wenn die jetzt sich abspielenden Prozesse der schleichenden Selbstvernichtung einfach weiterlaufen würden. Auch ohne, dass es – rein theoretisch – keine weitere Vermehrung gäbe.

Wenn wir uns die Gletscherschmelze in Grönland, die Überschwemmungen in Bangladesch und Indonesien, die Vergiftung durch von Grundwasser durch Fracking ansehen (nur um das letzte Erdöl noch aus der Erdkruste zu quetschen), dann müssen wir zweifeln, ob wir unsere Existenz auch bei der jetzigen Zahl von Menschen über die lange Wartezeit werden erhalten können. Die mehr als drei zusätzlichen Milliarden Menschen sind gar nicht nötig.

Unsere Einstellungen zu vielen sehr grundsätzlichen Lebensfragen werden durch die Gesellschaft mitbestimmt. Um 1900 galt bei uns eine Familie mit fünf oder mehr Kindern als „kinderreich“. Durch die Auswirkungen des I. Weltkriegs ist die Geburtenziffer in Deutschland stark gesunken und hat sich seither nie wieder erholt. Heutzutage ist bereits eine Familie mit drei Kindern offiziell „kinderreich“. In einer repräsentativen Studie gaben über die Hälfte der befragten kinderlosen Erwachsenen an, es erschiene ihnen einfach noch sinnvoll, mit einem Kinderwunsch zu warten, auch weil sie beispielsweise noch nicht den richtigen Partner gefunden hätten oder weil sie sich noch um ihr berufliches Fortkommen kümmern wollten. Ein zunehmender Prozentsatz insbesondere der Jungerwachsenen bei uns hat die Einstellung, dass ihr Lebensglück nicht von eigenen Kindern abhängt. Dies nimmt allmählich auch in einer ganzen Anzahl afrikanischer Staaten zu. Wir alle wünschen den Menschen in den übrigen Teilen Afrikas eine Zukunft in Frieden und nicht, dass ein Krieg zur Veränderung von Lebenseinstellungen führt, wie es vor gut hundert Jahren in Deutschland der Fall war. Aber eins steht fest: überall auf der Welt stellt sich dieselbe Verantwortung gegenüber der nachfolgenden Generation. 
(Literatur beim Autor)

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