Achim WolfGermany
13 abr 2020

Die StarTrek Episode "Fast unsterblich" (The Mark of Gideon) vom 17. Januar 1969 wird wie folgt beschrieben. Die Serie ist im deutschsprachigen Raum unter dem Namen "Raumschiff Enterprise" bekannt.

... Diese Folge entstand zu einer Zeit, als in Asien und Afrika das Bevölkerungswachstum explodierte. Auch heute noch ist die Folge im Prinzip aktuell, da die Menschheit immer noch wächst und unaufhaltsam auf die 9-Milliarden-Grenze zusteuert, die Zahl, die unser Planet nach Meinung vieler Wissenschaftler gerade noch ernähren kann.
Der Folge ist also zugute zu halten, dass sie sich mit einem interessanten, ernsthaften und für die Menschheit wichtigen Thema auseinandersetzt. Dabei wird die Botschaft transportiert, dass eine eine Art von Geburtenkontrolle unerlässlich ist, denn die Bewohner Gideons lehnen diese ab, weil sie das Leben als heilig ansehen. Selbstverständlich ist das Leben auch auf der Erde heilig, aber mit der Geburtenkontrolle tut man sich auch hier, nicht zuletzt aus religiösen Gründen, schwer. Hinzu kommen die sozialen und wirtschaftlichen Probleme in vielen Ländern, wo viele Kinder die Altersversorgung der Eltern darstellen und es einem umso besser geht, je mehr Kinder man hat.
Es gehört nicht viel Fantasie dazu, dass der explosionsartige Anstieg der Erdbevölkerung früher oder später in einer humanitären Katastrophe enden wird, jedoch ist ein Szenario, wie es uns in "Fast unsterblich" dargeboten wird, völlig unrealistisch. Gideon wird uns als Planet präsentiert, auf dem jeder Quadratmeter Erde von Menschen belegt ist. Da fragt man sich, wie das funktionieren soll, denn soweit könnte es niemals kommen, da hätte es doch schon viel früher Hungersnöte geben müssen. Wo wird hier zum Beispiel das Essen für die ganzen Leute angebaut, wenn jeder Quadratmeter Erde besetzt ist? Auch würden die Gideoner bei einer solchen Enge früher oder später einfach an Stress sterben. Das ganze Szenario des überfüllten Planeten erscheint eher wie eine Metapher. Biologisch gesehen ist eine exponentielle Vermehrung für eine humanoide Bevölkerung am Anfang normal. Es gibt zunächst genügend Nahrung und Lebensraum, doch wenn die Bevölkerungszahl eine bestimmte Grenze überschreitet, kann die Population nicht wie im Tierreich einfach wieder abnehmen. Es müssen zwangsläufig intelligente Lösungswege der Nahrungs- und Wohnungsbeschaffung gefunden werden. Letztlich wird aber auch spätestens dann die Population nicht weiter wachsen können, da man ja schon an einer bestimmten Grenze war. Nun können allerdings intelligente Wesen, wie die Menschen oder die Gideoner, solche Populationsgrenzen noch weiter verschieben, zum Beispiel durch Erschließung von neuem Lebensraum im Weltall oder die weitere Erhöhung der Nahrungsmittelproduktion, letzteres möchte man sich bildlich aber nicht mehr wirklich vorstellen. Die Grenze kann also verschoben, aber nicht völlig umgangen werden. Früher oder später würde es zu brutalen Verteilungskämpfen mit Millionen Opfern kommen, vom Zusammenbruch des Ökosystems ganz zu schweigen. Dies alles ist auf Gideon offenbar so nicht geschehen, deshalb ist der Planet auch voller Individuen. Allerdings hat Gideon auch das Problem, dass zwar geboren, aber nicht gestorben wird. Dabei wirkt die völlige Negierung des natürlichen Lebenszyklus' Geburt-Fortpflanzung-Tod auf Gideon ziemlich unglaubwürdig und viel zu dick aufgetragen. Es bleibt rätselhaft, wieso man dieses nicht nachvollziehbare Handlungskonstrukt überhaupt verwendet hat. Eine ganz normale Überbevölkerung mit knappen Ressourcen hätte es auch getan. Überbevölkerung heißt ja nicht zwangsläufig, dass sich auf jedem Quadratmeter Erde die Menschen drängen. Die Zuschauer hätten eine weniger drastische Darstellung durchaus verstanden. ...

Quelle: https://www.startrek-index.de/tv/tos/tos3_16.htm

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