Petition updateÜberbevölkerung – Globaler Geburtenstopp jetzt! * Overpopulation – Global Birth Stop now!Biologe Matthias Glaubrecht: "Du sollst dich nicht massenhaft und exponentiell vermehren ..."
Achim WolfGermany
Jan 29, 2020

" ..., , sondern deine Geburtenrate den Lebensmöglichkeiten aller Organismen der Erde anpassen." (Stand: 06.01.2020 21:48 Uhr - Kulturjournal)
"Das Ende der Evolution": Biologe warnt vor Artensterben
Das Ende der Evolution - Der Mensch und die Vernichtung der Arten
von Matthias Glaubrecht

Schauen Sie bei ihrem nächsten Waldspaziergang noch einmal ganz genau hin, denn in nur 30 Jahren könnte es diese Tierwelt nicht mehr geben. Das ist keine Schwarzmalerei, sondern eine reale Bedrohung, wenn man dem Evolutionsbiologen Matthias Glaubrecht von der Universität Hamburg glaubt. Er beschreibt in seinem neuen Buch "Ende der Evolution", wie Artensterben, Überbevölkerung und Ressourcenverknappung das Leben auf unserer Erde in absehbarer Zeit unmöglich machen werden.

Bis zu einer Million Arten könnten sterben
Laut Matthias Glaubrecht stehen wir am Anfang des größten Massensterbens seit dem Aussterben der Dinosaurier. "Der Welt-Biodiversitätsrat warnt davor, dass wir in kürzester Zeit, in den nächsten Jahren und Jahrzehnten, bis zu einer Million Arten verlieren könnten", so der Biologe. Der Grund für diese Veränderung ist der Mensch: Er beutet die Natur aus.

Tieren bleibt immer weniger Platz
"Wir sind inzwischen fast acht Milliarden Menschen. Zwei Drittel der Erde werden durch den Menschen schon genutzt. Entweder für Agrarflächen oder für Siedlungen und Städte. Das heißt, dass den Tieren immer weniger Platz bleibt", so Glaubrecht. Und wir werden immer mehr. Elf Milliarden Menschen werden nach Schätzungen bis Ende des Jahrhunderts die Welt bevölkern. Das bedeutet: Mehr industrielle Landwirtschaft wird entstehen und somit werden mehr Arten sterben.

"Die Menschen streben einen Lebensstandard an, wie wir ihn in den westlichen Industrienationen erreicht haben. Und diese Art von Konsum und Ressourcennachfrage bei erhöhter Weltbevölkerung werden wir nicht mehr kompensieren können", sagt Glaubrecht. Mit dem Wachsen der Städte werden die Tiere verdrängt. Schon heute kämpfen 24 Prozent aller Säugetiere um ihr Überleben. 41 Prozent der Amphibien sind bedroht, 29 Prozent der Reptilien, 23 Prozent der Fische. Und es geht unaufhaltsam weiter. Wir müssten längst - wie schon fürs Klima - für unsere Tiere auf die Straße gehen, fordert Glaubrecht.

"Das Ende der Evolution": Fakten sind seit Jahrzehnten bekannt
Das, was Glaubrecht in seinem Buch beschreibt, ist für Naturwissenschaftler nichts Neues: "Wir Biologen kennen diese Fakten zum Artensterben schon seit vielen Jahren. So wie beim Klimawandel hat es drei, vier Jahrzehnte gedauert, bis das auf der Straße angekommen ist. Diese Zeit haben wir beim Artensterben nicht, wir werden sehr viel schneller lernen müssen, dass das unsere Lebensgrundlagen gefährdet", sagt Glaubrecht.

Zehn Gebote zum Schutz der Natur und unserer Zukunft
Glaubrechts Meinung nach brauchen wir Menschen einen neuen Verhaltenskodex, ähnlich der zehn Gebote in der Bibel:

1. Du sollst dich nicht massenhaft und exponentiell vermehren, sondern deine Geburtenrate den Lebensmöglichkeiten aller Organismen der Erde anpassen.

2. Du sollst die Natur achten und den Lebensraum von Tier- und Pflanzenarten nicht ohne Not einschränken oder gar zerstören.

3. Du sollst wenigstens ein Drittel bis zur Hälfte der terrestrischen Erdoberfläche unter Naturschutz stellen, Schutzgebiete und naturnahe Lebensräume wirkungsvoll vernetzen.

4. Du sollst nicht Bäume fällen und Wälder roden; sollst stattdessen Bäume pflanzen und Wälder aufforsten.

5. Du sollst nicht Landschaften und Gärten ausräumen, Böden versiegeln und Gifte ausbringen, sondern das Land nachhaltig nutzen und bewirtschaften.

6. Du sollst biotopreiche Kulturlandschaften erhalten statt Monokulturen zu schaffen; sollst naturnahe Lebensräume erhalten oder renaturieren.

7. Du sollst nicht Städte und Siedlungen ausufern lassen und Verkehrswege sowie Industrieflächen jeglicher Art mit Bedacht auf die Natur planen.

8. Du sollst nicht wildern, sondern jegliche Wilderei und den Schwarzmarkthandel mit Wilderei-Produkten international wirkungsvoll unterbinden; nicht rücksichtslos Fischerei betreiben, sondern gebotene Fangquoten beachten.

9. Du sollst der Natur und ihren Organismen, den Tier- und Pflanzenarten ebenso wie Landschaftselementen einklagbare legale Rechte verleihen und die Umwelt so juristisch schützen.

10. Du sollst die biologische Vielfalt in all ihren Facetten erforschen.

Quelle: https://www.ndr.de/kultur/buch/Das-Ende-der-Evolution-Biologe-warnt-vor-Artensterben,dasendederevolution100.html

... Überbevölkerung, das verdrängte Thema

Ein Thema, vor dem wir nach wie vor weitgehend die Augen verschließen, ist die Überbevölkerung: weil es historisch gleich mehrfach vorbelastet ist, wahlweise als neokolonialistisch oder faschistisch verbrämt wird, weil es religiös aufgeladen ist. Sicher aber auch, weil alle früheren Kassandra-Rufe, etwa von einer „Population Bomb“, sich bislang unter anderem dank der „grünen Revolution“ nicht bewahrheitet haben. Indes sind aber jene vermeintlichen Entwarnungen, das globale Bevölkerungswachstum gehe ja zurück, höchst irreführend. Denn bevor die Wachstumskurve zum Ende des Jahrhunderts hin vielleicht allmählich abflacht, werden es in den unmittelbar vor uns liegenden Jahrzehnten sicher sehr viel mehr Menschen werden. Diese Jahrzehnte aber werden die entscheidenden sein.

Mittlerweile leben beinahe acht Milliarden Menschen auf der Erde. Nach den jüngsten Prognosen der Vereinten Nationen, die über die fundiertesten Zahlen verfügen, kommen bis Mitte des Jahrhunderts weitere zwei Milliarden und bis Ende des Jahrhunderts knapp drei Milliarden Menschen hinzu. Bereits jetzt verbrauchen wir aber alle im Übermaß Ressourcen und Raum, was wiederum die biologische Vielfalt und das Überleben vieler Tierarten auf der Erde bedroht. Schon jetzt zerstören wir für unsere Ernährung die wichtigsten Schatzkammern der Artenvielfalt.

Wir brandschatzen die Wälder, saugen die Böden aus und plündern die Meere. Dabei begreifen wir kaum, was das für unseren Planeten bedeutet. Und es werden nicht einfach nur immer mehr Menschen, die mehr Landwirtschaft betreiben und mehr Flächen dafür verbrauchen. Viele von ihnen wollen auch eine Lebensweise, wie wir sie in den westlichen Industrienationen vorleben. Damit werden wir die natürlichen Lebensräume noch weiter überstrapazieren, selbst wenn wir modernste Agrartechnologien und molekulargenetische Innovationen einsetzen, wie etwa die „Genschere“ Crispr.

Zur Hybris des Menschen gehörte immer schon, dass er hofft, für alles eine technologische Lösung zu finden. Doch Naturgesetzmäßigkeiten lassen sich damit nicht aushebeln. Um weitere drei Milliarden Menschen zu ernähren, werden wir noch mehr Natur opfern. Mit unserer Art der Landnutzung und Landwirtschaft werden wir bei noch mehr Menschen, die alle satt werden und sich besser ernähren wollen, in die Zwickmühle geraten, noch mehr Nahrung auf noch mehr Fläche zu erwirtschaften. Daher werden Überbevölkerung und Ressourcenknappheit die Biodiversitätskrise noch verschärfen.

Wenn unsere lange steil nach oben weisende Bevölkerungskurve irgendwann endlich kippt, wenn unsere Form der Bewirtschaftung von Landschaften zur Ernährung des Menschen an ihre letzten Grenzen stößt, wird die Menschheit längst ein Artensterben globalen Ausmaßes verursacht haben. ...

Quelle: https://www.tagesspiegel.de/wissen/bedrohlicher-als-der-klimawandel-das-verschwinden-der-arten-ist-die-krise-des-jahrhunderts/25401902.html

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