

Dan Brown, Autor/author (born 1964): "Überbevölkerung ist ein Thema, das so tiefgreifend ist, dass wir uns alle fragen müssen, was zu tun ist." “Overpopulation is an issue so profound that all of us need to ask what should be done.”
Dan Brown: "Überbevölkerung macht mir persönlich Angst. Wenn wir dabei sind, den Planeten zu zerstören, wird die Natur zurückschlagen. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung lebt zehn Meilen oder weniger entfernt vom Meer. An den Küsten. Und der Meeresspiegel steigt an. Ist das Mutter Natur, die sagt: „Ich habe genug“? „Bye-bye, New York City“? Vielleicht. Wenn wir eine Möglichkeit hätten, die Population auf weniger schmerzhafte Weise zu verringern, mit Geburtenkontrolle zum Beispiel, ist das vielleicht der richtige Weg."
Lesen Sie hierzu auch den folgenden Artikel von Paul Gerbrands, Historiker und Vorsitzender der Stiftung ‘Der Klub der Zehn Millionen’ (English below):
Mutter Natur wird sich rächen
Sisyphos glaubte damals mit den Göttern auf gleicher Ebene verkehren zu können. Wie ihn der Gott Zeus eines Besseren belehrte, ist allgemein bekannt. Zur Zeit führt sich jedoch die halbe Menschheit wie eine Gottheit auf. Wie wird Mutter Erde darauf reagieren?
Mit ihren Geistesgaben und technischen Hilfsmitteln meint die eine Hälfte der Menschen sämtliche Umweltprobleme letztendlich völlig lösen zu können. Das ist ihr neuer Mythos. Die andere Hälfte verleugnet schlicht die Probleme.Keiner glaubt mehr an Zeus und seine strafende Hand. Indes sollten wir Mutter Erdes Rache am arroganten Auftreten der Spezies Mensch als neuer Sisyphos nicht unterschätzen.
Anscheinend kann er sich nicht beherrschen. Die kleine Raupe Nimmersatt will immer mehr. Mehr Wachstum, mehr Wohlfahrt, mehr Reichtum, gesündere Nahrung, bessere Medikamente, schöner Wohnen, weiter Reisen und so fort. Aber wenn sich der Mensch nicht beherrschen kann, darf er dann aus reinem Selbstinteresse versuchen, die freie Natur, seine Umwelt, ja die ganze Welt zu drangsalieren? Zum Glück gibt es Umweltaktivisten, die sich für die Rettung unseres Planeten einsetzen. Sie warnen regelmäßig vor dem totalen Kollaps und sogar vor dem Verschwinden der Menschheit (allerdings würde das Ende der Menschheit für Flora und Fauna nicht ungünstig sein). Auch wird die Regierung ständig ermahnt. Ein Meeresspiegelanstieg über einen halben Meter im nächsten halben Jahrhundert kann als Sicherheit gelten. Es bedeutet einen Rückgang in der Nahrungsproduktion in den Küstengebieten. Und wo sollen sich die Küstenbewohner niederlassen, wenn in einer dichtbevölkerten Region so viel Bodenfläche verlorengeht?Klimakonferenzen schlagen Maßnahmen vor, die Regierungen gegebenenfalls übernehmen. Es hat schon viele Konferenzen gegeben, aber auch in der letzten ging es abermals um das falsche Thema. In absehbarer Zeit wird es keine sieben, sondern zehn oder elf Milliarden potentielle Autobesitzer geben. Ein beträchtlicher Teil dieses Zuwachses wird die Umweltbelastung und den Migrationsdruck erschweren. Solange Klimakonferenzen nicht berücksichtigen, dass weltweit alljährlich netto etwa 70 Millionen Menschen dazukommen, das sind 190.000 Menschen pro Tag, ist jede Umweltmaßnahme gleichsam ein Versuch, um bei laufendem Wasserhahn einen bereits überschwemmten Fußboden trocken zu wischen. Die vorgeschlagenen Maßnahmen erscheinen auf den ersten Blick als beeindruckend, doch wer kurz darüber nachdenkt, wird einsehen, dass sie bloß kosmetischer Natur sind und nicht einmal als Symptombekämpfung betrachtet werden können. Denn all diese Neuankömmlinge stehen in ihrem Recht, wenn sie nach westlichem Wohlstand streben. Da die meisten Bedürftigen in der Dritten Welt leben, erscheint Überbevölkerung vorerst als ein regionales Problem. Aber ein Einwohner dieser Welt verbraucht nur einen Bruchteil der Rohstoffe und Nahrung eines wohlgenährten reichen Abendländers.
Die Revolution des Weltproletariats hat bereits begonnen. Die Spitze des Eisbergs ist schon sichtbar. Auf der Titanic entsteht bereits leichte Panik. Mit einiger Anstrengung könnte die Besatzung ermessen, wenn, wo und wie die driftende Eismasse das westliche Schiff voll in die Flanke treffen wird. Manche Fahrgäste meinen den Eisberg links liegenlassen zu können. Andere meinen, man könnte ihn sprengen oder verankern. Im allgemeinen herrscht aber die Überzeugung, dass unsere technische Genialität hinreichend effektive Instrumente bereitstellen wird, um auch dieses Problem zu lösen.
Weil wir alle mit dem Prinzip des Wachstums aufgezogen sind, werden Maßnahmen wie ein zeitliches oder partielles Fortpflanzungsverbot sowie ein Verbot wirtschaftlichen Wachstums keinem wie Musik in den Ohren klingen. Solche Verbote verletzen unsere Grundrechte. Aber solange unsere Wahlfreiheit durch den Teufelskreis von Wachstum und Wohlfahrt eingeschränkt wird, entziehen wir uns einer wirklichen freien Wahl. Nach wie vor ersinnen wir beschwichtigende Scheinmaßnahmen. Wir untermauern sie sogar mit beeindruckenden oscarwürdigen Dokumentarfilmen. Aber kein einziges Vorgehen kann mit dem Prädikat ‘dauerhaft’ bewertet werden, solange Überbevölkerung nicht die verdiente höchste Priorität bekommt. Wenn wir so durchwursteln, können wir sicher sein, dass Mutter Natur ein endgültiges Urteil fällen wird. Was auch immer der schlaue Sisyphos sich ausdenkt, er wird außerstande sein, seine Arbeit erfolgreich abzuschließen.
Paul Gerbrands, Historiker und Vorsitzender der Stiftung ‘Der Klub der Zehn Millionen’
Mother Nature’s Revenge
Trying to improve our living environment will be fighting a running battle as long as 70 million people are added to the world population each year. Once the mythological king Sisyphus thought that his cleverness could surpass that of Zeus.
The punishment for his hubristic belief is well known. Nowadays many people think that they have reached the same level as the ancient gods. But how will Mother Nature react? With their talents, gifts and especially their technology many mortals think that they can solve all kinds of environmental problems in the end, according to the modern myth. Others simply deny these problems. To date, nobody believes in Zeus and his punishing hand anymore. However, we should not underestimate Mother Nature’s revenge for this arrogant behavior of man in their adopted role of a new Sisyphus.
It seems that he is unable to control himself. Mr. Greedy always wants more. More growth, welfare and wealth, healthier food, better medication, better housing, longer journeys etcetera. But if man cannot control himself, is he then entitled to bend the wild nature, his environment if not the whole earth to his will, out of pure self-interest? Thankfully, there are environmental groups to save the planet. They fear that a total degradation of the planet and even the extinction of mankind are imminent. On the other hand, for the flora and fauna the disappearance of man would be a blessing.
Environmental summits keep calling for actions which governments adopt or not. There were many of those summits, the last one in Paris. But all the delegates keep discussing the wrong issues. We are facing the fact that there will be seven and, in the nearby future, even eleven billion potential car owners in the world. A substantial part of this population surplus of four billion people will exacerbate the present problems of pollution and migration. As long as environmental summits ignore the fact that the world population grows with about 70 million people each year – that is 190.000 people on a daily basis - , we will be fighting a running battle with every environmental protection measure. At first sight, those measures may leave a good impression, but everybody who takes the effort of thinking a little bit longer will understand that they should be considered as mere window dressing, less than an treatment of symptoms. We know that all these new people will strive for a Western way of life. As most of the needy people live in the Third World, overpopulation seems to be a typical problem of this part of the planet. But an inhabitant of the Third World consumes only a fraction of the resources and the food of one well-fed and rich inhabitant of the Western world. The latter is a bigger polluter than a collection of ten paupers in Asia or Africa.
The revolution of the world proletariat has already begun. We can see the tip of the iceberg. It could make us panic. With a little effort we would be able to determine where and when the floating iceberg will broadside the ship of the Western world. Some countries believe they can ignore the iceberg. Other countries think of blowing or blocking it. There is a strong conviction that technological progress will cater for effective instruments to solve all our problems.
We are raised with the principle of growth. Therefore, any temporary or partial ban of procreation or the promotion of economic degrowth does not sound like music to our ears. Such measures would undermine our fundamental freedom. However, as long as our freedom of choice is limited by boundaries of growth and welfare, we are moving away from a real freedom of choice. We keep on figuring out reassuring fake solutions. We even underpin them with impressive and highly rewarded documentaries. But nothing will deserve the qualification ‘sustainable’, as long as overpopulation has not the highest priority. If we keep muddling through, we can be as sure as death that Mother Nature will give the final verdict.
Paul Gerbrands, historian and chairman of the Ten Million Club Foundation, The Netherlands