
Das lässt sich kaum bestreiten. Es ist aber auch ein Grund zur Sorge. Denn: Um Hunger und Durst, das Bedürfnis nach Mobilität, Sicherheit und Kommunikation sowie den Wunsch nach Unterhaltung und Luxus zu stillen, hat die Menschheit den Planeten bereits jetzt intensiv ausgebeutet. Das zeigt sich in vielen Bereichen.
So ist der größte Teil der landwirtschaftlich nutzbaren Flächen weltweit der FAO zufolge in keinem guten Zustand. "33 Prozent des Landes ist moderat bis stark beeinträchtigt durch Erosion, Versalzung, Verdichtung, Übersäuerung und chemische Verschmutzung der Böden", berichtete sie 2015.
Food First warnt außerdem, dass Erosion, Verschlechterung der Qualität und Wüstenbildung die landwirtschaftliche Produktivität in Afrika um 50 Prozent verringert haben, in Asien um 20 Prozent. Angesichts der Entwicklungen warnen Experten des Global Footprint Network, dass wir bereits jetzt eigentlich eineinhalb Erden bräuchten, nur um weitermachen zu können wie bisher. Und angesichts der Bevölkerungsentwicklung und der wachsenden Ansprüche werden es selbst bei erhöhten Ernteerträgen bereits 2030 zwei Planeten sein.
Die Folgen der großen Bevölkerung betreffen nicht nur die Ernährung, sondern auch die Gesundheit der Menschen. Der World Health Organization (WHO) zufolge sterben etwa 6,5 Millionen Menschen jährlich aufgrund von Luftverschmutzung. 2,4 Milliarden Menschen müssen mit mangelhaften sanitären Anlagen auskommen, mehr als eine halbe Milliarde haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. 40 Prozent der Weltbevölkerung leiden unter Wasserknappheit; in Zukunft, so fürchten die UN, wird die Zahl noch wachsen. Und mancherorts werden die Trinkwasservorräte schon stärker beansprucht, als sie sich erholen können.
Die Entwicklung des Wohnraums ist für die wachsende Weltbevölkerung ebenfalls problematisch. Mehr als eine Milliarde Menschen leben den UN zufolge unter elenden Bedingungen in den Slums von Großstädten wie Lagos, Nairobi, Kapstadt, Mumbai, Karatschi oder Mexiko-Stadt. Bis 2030, so fürchten die UN, wird die Zahl auf zwei Milliarden Slumbewohner weltweit anwachsen. ...