Öffentlich-Rechtliche, bitte beendet euer Experiment mit der Gendersprache


Öffentlich-Rechtliche, bitte beendet euer Experiment mit der Gendersprache
Das Problem
(Nebenbei: Bitte auch diese brandaktuelle Petition unterstützen. Es geht darum, dass der "Rat für deutsche Rechtschreibung" demnächst den Genderstern durchwinken könnte.
Nur ein winziges Zeichen. Aber trotzdem ein Dammbruch! Schulbuchverlage hätten grünes Licht, nach Lust und Laune in ihren Büchern zu gendern, weil ja unsere Kinder "endlich gendergerecht aufwachsen sollen".)
Nun zur Petition gegen die Gendersprache im ÖRR:
In der Politik und bei den Öffentlich-Rechtlichen wird fast nur noch in Doppelform gesprochen, also binär gegendert. Es heißt dann, dass die Ministerinnen und Minister sich beraten haben, um für die Soldatinnen und Soldaten dieses und jenes zu erreichen.
Das ist natürlich gut gemeint!
Aber wir sehen gerade, dass diese Art zu reden mehr Probleme schafft als zu lösen.
Nur eines davon: Viele Kinder kommen mit einem intersexuellen Geschlecht auf die Welt. Ein Tabuthema. Betroffene konnten aber 2017 einen Beschluss des Bundesverfassungsgerichts erreichen. Worin steht, dass Menschen, die seit ihrer Geburt weder dem männlichen noch dem weiblichen Geschlecht zugeordnet werden können, nicht diskriminiert werden dürfen.
Genau das macht aber das binäre Gendern. Es nennt nur die Männer und die Frauen. Die dazwischen gibt es in dieser Sprache nicht. Der Film Weder Frau noch Mann zeigt einfühlsam, welche furchtbare Folgen es z.B. für intersexuelle Kinder hat, wenn sie so, wie sie sind, von ihren Mitmenschen nicht akzeptiert und auch durch die Sprache ignoriert werden.
Die angebliche Lösung für dieses Problem steht schon in den Startlöchern: sexualisierte Wortschöpfungen mit Sprechpausen, genannt Gendergap oder Glottisschlag. Danach haben sich die Finanzminister*innen und die Gesundheitsminister*innen getroffen, um für die Bürger*innen dieses und jenes zu erreichen.
Konrad Adenauer hat einmal den weisen Satz gesagt, dass man kein schmutziges Wasser weg schütten darf, solange man kein sauberes hat.
Er sagte das im Zusammenhang mit der Anstellung von Nazis in den Behörden der neuen Republik. Dabei war er selbst durch eben diese Nazis mehrfach inhaftiert. 1944, nach dem Stauffenberg-Attentat, sogar massiv vom Tode bedroht. Vielleicht können Sie sich vorstellen, wie schwer es für ihn war, das Dilemma um die fehlenden Fachleute in den Behörden zu lösen, indem er die Anstellung von Nazis mit diesem Satz verteidigte: Wir können kein schmutziges Wasser wegschütten, solange wir kein sauberes haben.
Was damals für unsere Behörden galt, gilt für unsere Sprache heute genau so!
Viele sagen, unsere Sprache sei ungerecht und müsse verändert werden. Und propagieren das massiv, auch von oben herab.
Aber wenn unsere Sprache mit ihrer alten Ungerechtigkeit ein schmutziges Wasser ist, dann sind die Lösungen, die uns gerade aufgezwungen werden, wirklich giftig!
Zum einen diskriminieren sie massiv das "dritte Geschlecht". Binäres Gendern nimmt diese Menschen noch nicht einmal wahr, ignoriert sie einfach.
Die neuen, angeblich endlich gendergerechten Formen mit Genderstern und Sprechpause haben noch nicht einmal eine eigene Endung oder Wörter für Non-binäre Menschen! Wie auch, versuchen Sie mal aus dem neuen Oberbegriff "Bürger*innen" eine dritte Form zu gewinnen, neben Bürgern und Bürgerinnen. So dürfen sich Non-Binäre gerade einmal beim neuen Oberbegriff mit genannt fühlen!
Der eigens für diese Gruppe geschaffene Genderstern mit den vielen Richtungen seiner vielen Strahlen fällt gerade, aus wirklich dummen Gründen, dem Doppelpunkt zum Opfer!
Dazu kommt, dass diese Genderformen die Sprache aufwändiger und komplizierter machen. Menschen, die mit Sprache nicht so souverän umgehen können wie Politiker und Journalisten, werden noch weiter ins Abseits gedrängt. Und wehren sich noch nicht einmal. Kein Wunder, denn dafür müssten sie ähnlich souverän mit Sprache umgehen können wie die Politiker und Journalisten, die diese Diskriminierung betreiben!
So wird gerade beim Versuch, eine subjektiv gefühlte Diskriminierung abzuschaffen, eine ganz reale Diskriminierung an anderer Stelle erzeugt.
Das ist wirklich giftiges Wasser!
Aber noch schlimmer:
Dieses Experiment - also die Frage, ob wir durch eine Veränderung der Sprache eine gerechtere Gesellschaft hin bekommen - dieses Experiment hat eine zweite Ebene:
Was passiert mit einer Gesellschaft, aus deren Sprache einfach mal so die Oberbegriffe eliminiert werden? Die Oberbegriffe, die uns alle verbinden, egal, welches Geschlecht wir haben und wie wir uns definieren!
Wenn es nur noch weibliche Bürgerinnen und männliche Bürger gibt, welches Wort steht dann für alle Bürger im Land? Wirklich alle, unabhängig davon, wie sie unter der Kleidung aussehen und wie sie sich definieren!
Oberbegriffe wie Schüler, Sänger und Tänzer, die soll es in Zukunft nicht mehr geben! Das sollen jetzt nur noch die Begriffe für die Männer sein!
Das ist die zweite Ebene des Experiments, das die Öffentlich-Rechtlichen gerade betreiben: Wohin entwickelt sich eine Gesellschaft, der die verbindenden Oberbegriffe genommen werden.
Und wie entwickelt sich diese Gesellschaft weiter, in deren Sprache später, aus einer selbst geschaffenen Not heraus, die alten Oberbegriffe durch neue Wortgebilde ersetzt werden. Die auf eine traurige Art die Sprache komplizierter machen und sexualisieren: Schüler*innen, Sänger*innen, Bürger*innenmeister*innen.
Was wir zu dieser zweiten Ebene des Experiments schon jetzt sagen können: Ein erster Sieger ist die Sexualisierung. Selbst wenn es gar nicht um Geschlechter geht, müssen sie immer genannt werden. Bevor wir etwas über Menschen sagen, müssen wir erst auf die Geschlechtsmerkmale schauen. Sexualität wird sich in unsere Hirne einbrennen. Kinder, die so aufgewachsen sind, werden vor dem Schild des Giraffengeheges fragen: “Gibt es denn da gar keine Giraffenfrauen? “ Die Antwort: Aber klar! Wir dachten damals, beim Gendern geht um uns Menschen. Wie dumm wir damals waren! Es es geht natürlich um Geschlechter. Und die Geschlechtergerechtigkeit gilt auch für Tiere: Das sind natürlich Giraff*innen!
Wir wissen auch schon die ersten Verlierer in diesem Spiel: Wie erwähnt die Non-Binären und diejenige, die mit Sprache nicht so souverän umgehen können. Der Rat für deutsche Rechtschreibung schätzt ihren Anteil unter den Erwachsenen auf 20%.
Was wir aber noch nicht wissen, ist die Antwort auf die Frage mit der Spaltung:
Wie wird sich unsere Gesellschaft entwickeln, wenn ihr - vor allem durch die Öffentlich-Rechtlichen - mit jeder einzelnen, aber millionenfach verbreiteten Doppelnennung die verbindenden Oberbegriffe genommen werden. Das ist ein unheimlich komplexer Vorgang. Jede Doppelnennung, die das Gehirn eines einzelnen Menschen erreicht, löst dort etwas aus.
Zustimmung oder Widerspruch auf der ersten Ebene. Wichtiger aber die zweite Ebene. Mit jeder Doppelnennung brennt sich ein, dass es uns nicht als Gemeinschaft gibt, sondern in zwei gegensätzlichen Gruppen. Männer und Frauen. Uns regieren keine Minister, sondern Ministerinnen und Minister. Es gibt keine Soldaten, die uns beschützen, sondern Soldatinnen und Soldaten.
Und damit verbunden ist die Botschaft, dass Geschlechter so wichtig sind, dass sie immer angesprochen werden müssen.
Und gleichzeitig ist da das von Abertausenden von Menschen ganz klar geäußerte Gefühl, dass sie sich ihrer Sprache beraubt fühlen.
Auch Sprachwissenschaftler widersprechen vehement dieser in ihren Augen falschen Veränderung.
Wie werden sich diese beiden Gruppen weiter entwicklen, die sich schon jetzt feindlich gegenüber stehen?
Auf der einen Seite die, die unsere Gesellschaft mit großer Begeisterung per Sprachveränderung gerechter machen wollen, und auf der anderen Seite die mit dem Gefühl, dass da etwas nicht stimmt und die sich deswegen, ebenfalls hoch emotional, gegen diese Veränderung zur Wehr setzen.
Löst sich die Eskalation von alleine auf, oder führt sie uns in eine ähnliche Spaltung, wie wir sie in GB, USA, Brasilien, Israel, Italien und vielen anderen Ländern sehen müssen? Letzteres ist wahrscheinlicher.
Es gibt aber eine einfache Lösung:
Öffentlich-Rechtliche, ihr könnt dieses traurige doppelte Experiment sofort beenden. Schüttet unsere altgediente Sprache, dieses angeblich schmutzige Wasser, nicht weg, solange ihr kein sauberes habt!
Selbst diejenige, die seit den 1980er Jahren maßgeblich die feministische Sprache vorangetrieben haben, sehen inzwischen, dass es keine wirklich geschlechtergerechte Sprache geben wird, solange sich die Begriffe für Frauen von den Begriffen für Männer ableiten. Dass wir offen sein müssen für neue Lösungen. Mehr noch, sie warnen sogar vor der Gefahr einer Spaltung!
Es gibt inzwischen neue Wege, die sowohl gendergerecht als auch gut sprechbar sind. Die das Problem dort lösen, wo seine Ursache liegt, und gleichzeitig weder unsere alte Literatur noch Menschen mit sprachlichen Einschränkungen an die Seite drängen. Ihr gemeinsamer Nenner: die alten kurzen Oberbegriffe für alle, und auf gleiche Art daraus abgeleitete Unterbegriffe für Männer, Frauen und Non-binäre Menschen.
Es macht wirklich keinen Sinn, die Männerdominanz in unserer Sprache zu beklagen und gleichzeitig die elementar so wichtigen Kurzbegriffe den Männern zuzusprechen!
Um dann später festzustellen, wie wichtig diese Kurzbegriffe als Oberbegriffe waren!
Öffentlich Rechtliche, ihr steht in einer besonderer Verantwortung!
Bitte lest nach, was in eurer Verfassung, den Rundfunkurteilen steht:
- Der Rundfunk ist "Sache der Allgemeinheit".
Er muss … von jeder Beeinflussung freigehalten werden. - Die Rundfunkanstalten … erfüllen ... integrierende Funktionen für das Staatsganze.
Diese Rundfunkurteile des Bundesverfassungsgerichts von 1971 wurden so formuliert, weil sich eine Manipulation wie zwischen 1933 und 1945 nicht mehr wiederholen soll.
Zum ersten Punkt: Beeinflussung ist nicht nur das, was damals aus dem Volksempfänger, der "Göbbelsschnauze", kam.
Einer Sprachgemeinschaft - gegen den Wunsch der Mehrheit - die Oberbegriffe zu stehlen, weil man der Meinung ist, dass diese Teil einer ungerechten Sprache sind, das ist eine massive Beeinflussung. Dass das mit guter Absicht passiert, ist kein Argument. Nicht alles, was gut gemeint ist, wirkt sich auch wirklich gut aus.
Und zum zweiten Punkt:
Die Rundfunkanstalten erfüllen eine integrierende Funktion für das Staatsganze.
Euer Auftrag ist es zu integrieren und nicht zu spalten! Ihr aber propagiert massiv eine Sprache", bei der zwar auf der Verpackung in dicken Lettern "geschlechtergerecht" steht, deren Inhalt aber das Gegenteil ist: diskriminierend und spaltend.
Liebe Öffentlich-Rechtliche, diese Aussage im ersten Rundfunkurteil des BVG ist absolut klar und eindeutig! Eigentlich solltet ihr angesichts dieser Sätze erkennen, dass ihr auf dem falschen Weg seid!
Wir müssen aber angesichts der Realität der letzten Jahren davon ausgehen, dass ihr diese Rundfunkurteile nicht in Verbindung bringt mit der millionenfachen Beeinflussung eurer Zuhörer durch eure neue Sprache.
Daher erwägen wir, hoffentlich sehr viele von uns, weitere Schritte zu gehen, um euch an eure Pflichten zu erinnern.
Das kann in einem ersten Schritt ausdrücklich die Zurückbehaltung eines Teils der Rundfunkgebühren sein. Um den Symbolcharakter zu betonen und die Funktionsfähigkeit der Anstalten nicht zu gefährden, könnte dies der kleinstmögliche Betrag sein. Von den aktuell 18,36 € nur ein einziger Cent; 0,05% des Gesamtbeitrags.
So lange, bis der BVG entschieden hat, ob ihr mit eurer neuen Sprache wirklich noch eure Verpflichtungen erfüllt. Oder ob ihr mit dieser neuen Art zu reden manipuliert. Und spaltet, statt zu integrieren.
Als klares Signal des Einlenkens erwarten wir von euren Verwaltungsräten bis Ende 2023:
- Eine Absage an das diskriminierende binäre Gendern.
- Eine Absage an die diskriminierenden Sprachformen mit dem Gendergap.
- Ein Bekenntnis zu eurem Auftrag, integrierend zu wirken statt zu spalten.
Falls sich die Verwaltungsräte nicht bis Ende 2023 eindeutig und schriftlich zu diesen drei Punkten bekennen, werden wir weitere Schritte einleiten.
Unabhängige und kritische Medien sind wichtig.
Aber Medien, die durch einen blinden Aktionismus den Zusammenhalt unserer Gesellschaft gefährden, sollten dazu in der Lage sein, ihr eigenes Verhalten kritisch zu hinterfragen und Fehler zu korrigieren!
Dieser Text ist übrigens klassisch gegendert . Gendergerechter als binäres und Gap-Gendern zusammen, und trotzdem gut sprechbar.

4.406
Das Problem
(Nebenbei: Bitte auch diese brandaktuelle Petition unterstützen. Es geht darum, dass der "Rat für deutsche Rechtschreibung" demnächst den Genderstern durchwinken könnte.
Nur ein winziges Zeichen. Aber trotzdem ein Dammbruch! Schulbuchverlage hätten grünes Licht, nach Lust und Laune in ihren Büchern zu gendern, weil ja unsere Kinder "endlich gendergerecht aufwachsen sollen".)
Nun zur Petition gegen die Gendersprache im ÖRR:
In der Politik und bei den Öffentlich-Rechtlichen wird fast nur noch in Doppelform gesprochen, also binär gegendert. Es heißt dann, dass die Ministerinnen und Minister sich beraten haben, um für die Soldatinnen und Soldaten dieses und jenes zu erreichen.
Das ist natürlich gut gemeint!
Aber wir sehen gerade, dass diese Art zu reden mehr Probleme schafft als zu lösen.
Nur eines davon: Viele Kinder kommen mit einem intersexuellen Geschlecht auf die Welt. Ein Tabuthema. Betroffene konnten aber 2017 einen Beschluss des Bundesverfassungsgerichts erreichen. Worin steht, dass Menschen, die seit ihrer Geburt weder dem männlichen noch dem weiblichen Geschlecht zugeordnet werden können, nicht diskriminiert werden dürfen.
Genau das macht aber das binäre Gendern. Es nennt nur die Männer und die Frauen. Die dazwischen gibt es in dieser Sprache nicht. Der Film Weder Frau noch Mann zeigt einfühlsam, welche furchtbare Folgen es z.B. für intersexuelle Kinder hat, wenn sie so, wie sie sind, von ihren Mitmenschen nicht akzeptiert und auch durch die Sprache ignoriert werden.
Die angebliche Lösung für dieses Problem steht schon in den Startlöchern: sexualisierte Wortschöpfungen mit Sprechpausen, genannt Gendergap oder Glottisschlag. Danach haben sich die Finanzminister*innen und die Gesundheitsminister*innen getroffen, um für die Bürger*innen dieses und jenes zu erreichen.
Konrad Adenauer hat einmal den weisen Satz gesagt, dass man kein schmutziges Wasser weg schütten darf, solange man kein sauberes hat.
Er sagte das im Zusammenhang mit der Anstellung von Nazis in den Behörden der neuen Republik. Dabei war er selbst durch eben diese Nazis mehrfach inhaftiert. 1944, nach dem Stauffenberg-Attentat, sogar massiv vom Tode bedroht. Vielleicht können Sie sich vorstellen, wie schwer es für ihn war, das Dilemma um die fehlenden Fachleute in den Behörden zu lösen, indem er die Anstellung von Nazis mit diesem Satz verteidigte: Wir können kein schmutziges Wasser wegschütten, solange wir kein sauberes haben.
Was damals für unsere Behörden galt, gilt für unsere Sprache heute genau so!
Viele sagen, unsere Sprache sei ungerecht und müsse verändert werden. Und propagieren das massiv, auch von oben herab.
Aber wenn unsere Sprache mit ihrer alten Ungerechtigkeit ein schmutziges Wasser ist, dann sind die Lösungen, die uns gerade aufgezwungen werden, wirklich giftig!
Zum einen diskriminieren sie massiv das "dritte Geschlecht". Binäres Gendern nimmt diese Menschen noch nicht einmal wahr, ignoriert sie einfach.
Die neuen, angeblich endlich gendergerechten Formen mit Genderstern und Sprechpause haben noch nicht einmal eine eigene Endung oder Wörter für Non-binäre Menschen! Wie auch, versuchen Sie mal aus dem neuen Oberbegriff "Bürger*innen" eine dritte Form zu gewinnen, neben Bürgern und Bürgerinnen. So dürfen sich Non-Binäre gerade einmal beim neuen Oberbegriff mit genannt fühlen!
Der eigens für diese Gruppe geschaffene Genderstern mit den vielen Richtungen seiner vielen Strahlen fällt gerade, aus wirklich dummen Gründen, dem Doppelpunkt zum Opfer!
Dazu kommt, dass diese Genderformen die Sprache aufwändiger und komplizierter machen. Menschen, die mit Sprache nicht so souverän umgehen können wie Politiker und Journalisten, werden noch weiter ins Abseits gedrängt. Und wehren sich noch nicht einmal. Kein Wunder, denn dafür müssten sie ähnlich souverän mit Sprache umgehen können wie die Politiker und Journalisten, die diese Diskriminierung betreiben!
So wird gerade beim Versuch, eine subjektiv gefühlte Diskriminierung abzuschaffen, eine ganz reale Diskriminierung an anderer Stelle erzeugt.
Das ist wirklich giftiges Wasser!
Aber noch schlimmer:
Dieses Experiment - also die Frage, ob wir durch eine Veränderung der Sprache eine gerechtere Gesellschaft hin bekommen - dieses Experiment hat eine zweite Ebene:
Was passiert mit einer Gesellschaft, aus deren Sprache einfach mal so die Oberbegriffe eliminiert werden? Die Oberbegriffe, die uns alle verbinden, egal, welches Geschlecht wir haben und wie wir uns definieren!
Wenn es nur noch weibliche Bürgerinnen und männliche Bürger gibt, welches Wort steht dann für alle Bürger im Land? Wirklich alle, unabhängig davon, wie sie unter der Kleidung aussehen und wie sie sich definieren!
Oberbegriffe wie Schüler, Sänger und Tänzer, die soll es in Zukunft nicht mehr geben! Das sollen jetzt nur noch die Begriffe für die Männer sein!
Das ist die zweite Ebene des Experiments, das die Öffentlich-Rechtlichen gerade betreiben: Wohin entwickelt sich eine Gesellschaft, der die verbindenden Oberbegriffe genommen werden.
Und wie entwickelt sich diese Gesellschaft weiter, in deren Sprache später, aus einer selbst geschaffenen Not heraus, die alten Oberbegriffe durch neue Wortgebilde ersetzt werden. Die auf eine traurige Art die Sprache komplizierter machen und sexualisieren: Schüler*innen, Sänger*innen, Bürger*innenmeister*innen.
Was wir zu dieser zweiten Ebene des Experiments schon jetzt sagen können: Ein erster Sieger ist die Sexualisierung. Selbst wenn es gar nicht um Geschlechter geht, müssen sie immer genannt werden. Bevor wir etwas über Menschen sagen, müssen wir erst auf die Geschlechtsmerkmale schauen. Sexualität wird sich in unsere Hirne einbrennen. Kinder, die so aufgewachsen sind, werden vor dem Schild des Giraffengeheges fragen: “Gibt es denn da gar keine Giraffenfrauen? “ Die Antwort: Aber klar! Wir dachten damals, beim Gendern geht um uns Menschen. Wie dumm wir damals waren! Es es geht natürlich um Geschlechter. Und die Geschlechtergerechtigkeit gilt auch für Tiere: Das sind natürlich Giraff*innen!
Wir wissen auch schon die ersten Verlierer in diesem Spiel: Wie erwähnt die Non-Binären und diejenige, die mit Sprache nicht so souverän umgehen können. Der Rat für deutsche Rechtschreibung schätzt ihren Anteil unter den Erwachsenen auf 20%.
Was wir aber noch nicht wissen, ist die Antwort auf die Frage mit der Spaltung:
Wie wird sich unsere Gesellschaft entwickeln, wenn ihr - vor allem durch die Öffentlich-Rechtlichen - mit jeder einzelnen, aber millionenfach verbreiteten Doppelnennung die verbindenden Oberbegriffe genommen werden. Das ist ein unheimlich komplexer Vorgang. Jede Doppelnennung, die das Gehirn eines einzelnen Menschen erreicht, löst dort etwas aus.
Zustimmung oder Widerspruch auf der ersten Ebene. Wichtiger aber die zweite Ebene. Mit jeder Doppelnennung brennt sich ein, dass es uns nicht als Gemeinschaft gibt, sondern in zwei gegensätzlichen Gruppen. Männer und Frauen. Uns regieren keine Minister, sondern Ministerinnen und Minister. Es gibt keine Soldaten, die uns beschützen, sondern Soldatinnen und Soldaten.
Und damit verbunden ist die Botschaft, dass Geschlechter so wichtig sind, dass sie immer angesprochen werden müssen.
Und gleichzeitig ist da das von Abertausenden von Menschen ganz klar geäußerte Gefühl, dass sie sich ihrer Sprache beraubt fühlen.
Auch Sprachwissenschaftler widersprechen vehement dieser in ihren Augen falschen Veränderung.
Wie werden sich diese beiden Gruppen weiter entwicklen, die sich schon jetzt feindlich gegenüber stehen?
Auf der einen Seite die, die unsere Gesellschaft mit großer Begeisterung per Sprachveränderung gerechter machen wollen, und auf der anderen Seite die mit dem Gefühl, dass da etwas nicht stimmt und die sich deswegen, ebenfalls hoch emotional, gegen diese Veränderung zur Wehr setzen.
Löst sich die Eskalation von alleine auf, oder führt sie uns in eine ähnliche Spaltung, wie wir sie in GB, USA, Brasilien, Israel, Italien und vielen anderen Ländern sehen müssen? Letzteres ist wahrscheinlicher.
Es gibt aber eine einfache Lösung:
Öffentlich-Rechtliche, ihr könnt dieses traurige doppelte Experiment sofort beenden. Schüttet unsere altgediente Sprache, dieses angeblich schmutzige Wasser, nicht weg, solange ihr kein sauberes habt!
Selbst diejenige, die seit den 1980er Jahren maßgeblich die feministische Sprache vorangetrieben haben, sehen inzwischen, dass es keine wirklich geschlechtergerechte Sprache geben wird, solange sich die Begriffe für Frauen von den Begriffen für Männer ableiten. Dass wir offen sein müssen für neue Lösungen. Mehr noch, sie warnen sogar vor der Gefahr einer Spaltung!
Es gibt inzwischen neue Wege, die sowohl gendergerecht als auch gut sprechbar sind. Die das Problem dort lösen, wo seine Ursache liegt, und gleichzeitig weder unsere alte Literatur noch Menschen mit sprachlichen Einschränkungen an die Seite drängen. Ihr gemeinsamer Nenner: die alten kurzen Oberbegriffe für alle, und auf gleiche Art daraus abgeleitete Unterbegriffe für Männer, Frauen und Non-binäre Menschen.
Es macht wirklich keinen Sinn, die Männerdominanz in unserer Sprache zu beklagen und gleichzeitig die elementar so wichtigen Kurzbegriffe den Männern zuzusprechen!
Um dann später festzustellen, wie wichtig diese Kurzbegriffe als Oberbegriffe waren!
Öffentlich Rechtliche, ihr steht in einer besonderer Verantwortung!
Bitte lest nach, was in eurer Verfassung, den Rundfunkurteilen steht:
- Der Rundfunk ist "Sache der Allgemeinheit".
Er muss … von jeder Beeinflussung freigehalten werden. - Die Rundfunkanstalten … erfüllen ... integrierende Funktionen für das Staatsganze.
Diese Rundfunkurteile des Bundesverfassungsgerichts von 1971 wurden so formuliert, weil sich eine Manipulation wie zwischen 1933 und 1945 nicht mehr wiederholen soll.
Zum ersten Punkt: Beeinflussung ist nicht nur das, was damals aus dem Volksempfänger, der "Göbbelsschnauze", kam.
Einer Sprachgemeinschaft - gegen den Wunsch der Mehrheit - die Oberbegriffe zu stehlen, weil man der Meinung ist, dass diese Teil einer ungerechten Sprache sind, das ist eine massive Beeinflussung. Dass das mit guter Absicht passiert, ist kein Argument. Nicht alles, was gut gemeint ist, wirkt sich auch wirklich gut aus.
Und zum zweiten Punkt:
Die Rundfunkanstalten erfüllen eine integrierende Funktion für das Staatsganze.
Euer Auftrag ist es zu integrieren und nicht zu spalten! Ihr aber propagiert massiv eine Sprache", bei der zwar auf der Verpackung in dicken Lettern "geschlechtergerecht" steht, deren Inhalt aber das Gegenteil ist: diskriminierend und spaltend.
Liebe Öffentlich-Rechtliche, diese Aussage im ersten Rundfunkurteil des BVG ist absolut klar und eindeutig! Eigentlich solltet ihr angesichts dieser Sätze erkennen, dass ihr auf dem falschen Weg seid!
Wir müssen aber angesichts der Realität der letzten Jahren davon ausgehen, dass ihr diese Rundfunkurteile nicht in Verbindung bringt mit der millionenfachen Beeinflussung eurer Zuhörer durch eure neue Sprache.
Daher erwägen wir, hoffentlich sehr viele von uns, weitere Schritte zu gehen, um euch an eure Pflichten zu erinnern.
Das kann in einem ersten Schritt ausdrücklich die Zurückbehaltung eines Teils der Rundfunkgebühren sein. Um den Symbolcharakter zu betonen und die Funktionsfähigkeit der Anstalten nicht zu gefährden, könnte dies der kleinstmögliche Betrag sein. Von den aktuell 18,36 € nur ein einziger Cent; 0,05% des Gesamtbeitrags.
So lange, bis der BVG entschieden hat, ob ihr mit eurer neuen Sprache wirklich noch eure Verpflichtungen erfüllt. Oder ob ihr mit dieser neuen Art zu reden manipuliert. Und spaltet, statt zu integrieren.
Als klares Signal des Einlenkens erwarten wir von euren Verwaltungsräten bis Ende 2023:
- Eine Absage an das diskriminierende binäre Gendern.
- Eine Absage an die diskriminierenden Sprachformen mit dem Gendergap.
- Ein Bekenntnis zu eurem Auftrag, integrierend zu wirken statt zu spalten.
Falls sich die Verwaltungsräte nicht bis Ende 2023 eindeutig und schriftlich zu diesen drei Punkten bekennen, werden wir weitere Schritte einleiten.
Unabhängige und kritische Medien sind wichtig.
Aber Medien, die durch einen blinden Aktionismus den Zusammenhalt unserer Gesellschaft gefährden, sollten dazu in der Lage sein, ihr eigenes Verhalten kritisch zu hinterfragen und Fehler zu korrigieren!
Dieser Text ist übrigens klassisch gegendert . Gendergerechter als binäres und Gap-Gendern zusammen, und trotzdem gut sprechbar.

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Petition am 13. April 2023 erstellt