Petition updatePatientenrechte - Beweislast bei Behandlungsfehlern muss bei dem verursachenden Arzt liegen!Ärzte warnen vor der großen Gefahr von Behandlungsfehlern
Johanna DarkaGermany
Nov 24, 2018

Seit gut zehn Jahren wurden unsere Krankenhäuser und unser Gesundheitssystem auf ein verstärktes Profitstreben umgepolt, die Patienten werden inzwischen - wie es in einem kritischen und aufrüttelnden Dokumentarfilm heißt - "marktgerecht" behandelt.

Oder sollte man lieber sagen, die zu sogenannten "Kunden" degradierten, erkrankten Menschen - ehemals hießen sie "Patienten - werden behandelt, indem man das aus ihnen heraussaugt, was Investoren lieb und teuer ist: Geld, das die Krankenkassen für die zu berechnenden Fallpauschalen und zumeist kaum überprüft und kontrolliert den Kliniken aus dem großen Topf der Soldargemeinsacht aller Einzahler überweisen?

Die Heilung der Patienten ist von der Hauptperspektive ärztlicher Behandlung an den Rand des Interesses versetzt worden. Schön, wenn sie eintritt, Pech, wenn keine Heilung erreicht werden kann oder sogar schwere Behandlungsfehler auftreten. Trotzdem werden die kranken "Kunden" nach den vereinbarten Zeiträumen aus den Kliniken entlassen, es kommt immer wieder zu sogenannten "blutigen Entlassungen", bei denen die nach Hause geschickten Patienten kaum auf ihren Beinen stehen, und sich schon gar nicht zuhause allein versorgen können. Aber das ist nicht der Fokus der Aufmerksamkeit, diese liegt nur auf der Einhaltung der kurzen Zeitfristen durch die Fallpauschalen und dem mit diesen errechneten Gewinn durch die Behandlung erkrankter und hilfsbedürftiger Menschen.

Sogleich ist das Pflegepersonal ins Zentrum dieser gewinnorientierten Betrachtung gerückt worden. Bei der umfassenden und flächendeckenden Privatisierung ehemals staatlicher Krankenhäuser wurde nicht selten die Hälfte der qualifizierten Krankenschwestern und Krankenpfleger entlassen. Der gewinnorientierte Rotstift hat errechnet, dass das verbleibende Personal schneller rennen und behandeln könnte, also mehr Gewinn und Profit möglich wäre.

Inzwischen wird immer deutlicher, welche Misere durch diese Entwicklung in unseren Kliniken und in unserem Gesundheitssystem herrscht. Selbstverständlich können Kranke unter solchen Bedingungen nicht richtig behandelt werden und der notwendige Aufenthalt im Krankenhaus erweist sich nicht selten als lebensgefährlich und als lebensvernichtend durch die dort erfolgenden Behandlungsfehler. Denn das Personal, Ärzte, sowie Krankenschwestern und Pfleger, steht unter enormem Druck. Fällt einer aus, wird es gänzlich katastrophal.

Endlich, endlich fangen auch Ärzte an, sich an ihren eigentlichen Auftrag als Behandler von Menschen zu erinnern. An der Asklepios-Klinik in Hamburg weisen Internisten öffentlich auf die sehr hohe Gefährdung der Patienten durch die Personal-Unterbesetzung hin.

Machen auch wir als Patienten auf die Schieflage in unserem Gesundheitssystem aufmerksam, lassen wir uns nicht länger als Patienten zu "Kunden" degradieren und uns durch zahlreiche Behandlungsfehler schädigen. Allein in den Krankenhäusern sterben jährlich etwa 200.000 Patienten durch tödliche Behandlungsfehler. Die in einem Jahr stattfindenden Behandlungsfehler streben durch immense Dunkelziffern gegen eine Million.

Und niemand haftet in den meisten Fällen, denn das Patientenrechtegesetz verhindert dies durch eine Belastung der schwer Erkrankten mit der Beweislast in Arzthaftungsprozessen.

Bitte unterzeichnet und verbreitet diese Petition. Damit die maroden und menschenverachtenden Bedingungen an unseren Krankenhäusern endlich verändert werden und wir uns wieder mit Vertrauen von Medizinern behandelt lassen können. Erst, wenn der Patient erneut im Mittelpunkt ärztlicher Behandlung stehen wird, kann das profitorientierte System wieder sinnvoll verändert werden. 

Erst bei genereller Umkehr der Beweislast, die dann auf Medizinern und bei den Kliniken liegt und nicht mehr auf den durch Behandlungsfehler schwer Erkankten, um die sich niemand kümmert, werden sich unzulängliche Arbeitsbedingungen für die Klinikbetreiber und Investoren nicht mehr lohnen, wird ihr überdiemensionaler Gewinn durch Haftung bei angerichteten Schäden gemindert.

 

 

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