Kein neuer Schiffsanleger für noch mehr Kreuzfahrtschiffe in Traben-Trarbach!


Kein neuer Schiffsanleger für noch mehr Kreuzfahrtschiffe in Traben-Trarbach!
Das Problem
Kurzfassung:
Wir, die Unterzeichnenden dieser Petition, sprechen uns entschieden gegen den Ausbau des Schiffsanlegers für 135m lange Kreuzfahrtschiffe im Stadtgebiet von Traben auf Höhe des Hotels "Anker" (Moselkilometer 107,5) aus. Nach dem Ausbau wird laut Reederei Viking dort von April bis Dezember an 88 Tagen ein 135 m langes Viking- Kreuzfahrtschiff anlegen. Das heißt, an 2-3 Tagen pro Woche. Da auch andere Reedereien den neuen Anleger nutzen können, ist davon auszugehen, dass an 4-5 Tagen jede Woche große Schiffe das Trabener Ufer „zuparken“. Das würde erhebliche negative Auswirkungen auf die Umwelt und auf die Lebensqualität der Anwohnerinnen und Anwohner haben. Zudem würde es den existierenden Ortstourismus stören, kaum Einnahmen für die Gewerbetreibenden bringen und das historische Stadtbild verschandeln.
SWR-Filminterview:
Langfassung:
Präambel
Die Mosel ist ein wunderschöner Fluss, der nicht nur eine wichtige Lebensader für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten darstellt, sondern auch ein bedeutendes Naherholungsgebiet für die Menschen in der Region ist. Der Bau eines Schiffsanlegers für Kreuzfahrtschiffe würde jedoch dazu führen, dass die Idylle und Ruhe der Mosel massiv gestört werden würden. Die Schiffe sind nicht nur laut und störend, sondern auch mit Abgasen und anderen Umweltbelastungen verbunden, die das empfindliche Ökosystem der Mosel nachhaltig beeinträchtigen würden.
Darüber hinaus sind wir besorgt über die Auswirkungen des Schiffsverkehrs auf die Gesundheit und Lebensqualität der Anwohnerinnen und Anwohner. Die Lärmbelastung und Abgasemission durch die Kreuzfahrtschiffe würde die Lebensqualität der Menschen in der Region erheblich beeinträchtigen und zu einer deutlichen Verschlechterung der Vermietbarkeit von ortsansässigen Hotels und Ferienwohnungen führen.
Situation und Voraussetzung
Die amerikanische Reederei VIKING-Cruises plant den Bau eines Schiffsanlegers am Trabener Ufer, in der Höhe des Hotels "Anker" (Moselkilometer 107,5). Aufgrund steigender Nachfrage nach Kreuzfahrten und gleichzeitig zunehmender Forderungen nach Umweltschutz (Emissions- und Lärmschutz) wird die Verwendung von Landstrom in Zukunft unverzichtbar sein. Ein entsprechender Schiffsanleger mit Landstromanschluss wurde kürzlich am Trarbacher Ufer gebaut, allerdings ohne Wasseranschluss. Der Anleger am Trabener Ufer hat einen Wasseranschluss, genügt jedoch nicht den neuen Anforderungen für Hotelschiffe mit einer Länge von bis zu 135 Metern. Viking hat laut Vertrag 5 Jahre Zeit für die Fertigstellung des Anlegers. Also kann Viking sich mit dem Landstrom-Anschluss, sicher der aufwändigste Teil, Zeit lassen. Die Kreuzfahrtschiffe werden aber den Anleger bereits benutzen, ob mit oder ohne Landstrom: die Schiffe lassen also bis zu fünf Jahre die Motoren laufen.
Zur Situation vor Ort
Im Gegensatz zu Trarbach (wo das Ufer von viel befahrenem Durchgangsverkehr und der Bundesstraße geprägt ist) befindet sich das Trabener Ufer in einer völlig anderen Lage: Die Uferpromenade ist auf der "Sonnenseite" und wird als Naherholungsgebiet von Bewohnern umliegender Orte genutzt. Es gibt keinen Durchgangsverkehr, nur eine Anliegerstraße. Die Parkanlagen und der Spielplatz werden von Einheimischen, Spaziergängern, Wanderern und Fahrradtouristen rege genutzt. Alle flanieren, halten an zum Fotografieren und genießen den freien Blick auf die Mosel und das gegenüberliegende Trarbach mit seiner schönen Altstadt.
Denkmal- und Ensembleschutz
Große Hotelschiffe würden den historisch wertvollen Blick von beiden Seiten des Moselufers auf die Altstadt blockieren und damit eine erhebliche Beeinträchtigung darstellen. Die Altstadt mit repräsentativen Villen ist ein Zeugnis der besonderen Bedeutung Traben-Trarbachs im Weinhandel um 1900 und ein Markenzeichen mit hohem Werbepotential für die Stadt.

Foto zeigt die ungefähren Dimensionen der VIKING-Longships von 135 Metern Länge auf die historische Altstadt - Uferpromenade von Traben
Was bringt Kreuzfahrttourismus dem Ort?
Kreuzfahrtschiffe sind Hotels mit "all-inclusive"-Vollversorgung: Die Kreuzfahrttouristen bekommen alles an Bord und bringen den Gewerbetreibenden vor Ort kaum Einnahmen. Inklusive sind laut Angebotsprospekt: "Alle Mahlzeiten an Bord inklusive regionaler Spezialitäten, Qualitätswein, Bier und alkoholfreie Getränke zum Mittag- und Abendessen, Tee und Kaffee jederzeit an Bord, Willkommenscocktails & Abschiedsessen" Bei diesem Inklusivangebot wird kaum jemand die lokale Gastronomie besuchen. Der Gewerbeverein Bernkastel sagt mit viel Erfahrung: "Kreuzfahrtschiff -Touristen bringen dem Ort nichts."
negative Auswirkungen auf lokale Betriebe
Einige Betriebe an beiden Ufern des geplanten Schiffsanlegers sind direkt davon abhängig, dass ihre Gäste einen schönen Ausblick über die Mosel auf Traben und Trarbach genießen können. Diese Betriebe haben mittlerweile einen überregional exzellenten Ruf erlangt, sind aber durch den geplanten Kreuzfahrtschiffsanleger akut gefährdet. Ein solcher Anleger würde den Verlust von Existenz, Arbeitsplätzen und Gewerbesteuereinnahmen für die Stadt bedeuten. Wir sollten dieses Potenzial nicht durch Massentourismus zerstören!
Emissionen: Lärm, Abgase, Abwasser
Lärm
Die Lärmemission ist ebenfalls ein Problem. Per Gesetz ist die Lärmbelästigung auf den Grenzwert von 65 Dezibel begrenzt, gemessen rechtwinklig zum Kreuzfahrtschiff in einer Entfernung von 25 Metern. Dieser Wert ist jedoch hypothetisch. Die Lärmemission ist nicht nur in der direkten Umgebung des Kreuzfahrtschiffes zu hören, sondern schallt über die Wasseroberfläche des Flusses und ist auch am gegenüberliegenden Ufer noch deutlich störend hörbar. Dies stört tagsüber die Gastronomie und nachts die Nachtruhe der Bewohner, Hotelgäste und Ferienwohnungsgäste. Die Erfahrung mit Schiffsanleger vor dem Buddha-Museum zeigt, dass Kreuzfahrtschiffe, die dort anlegen, teilweise den vorhandenen Stromanschluss nicht nutzen. Stattdessen laufen die schiffseigenen Generatoren Tag und Nacht. Auch wenn wie versprochen Landstrom genutzt werden soll, so erzeugen die Klimaanlagen der Kreuzfahrtschiffe immer noch eine Lärmbelästigung. Wozu dies führen kann, haben wir in Traben bereits erlebt.
Abgase
Emissionen aus Schiffsdiesel sind weitaus schädlicher als die aus Auto-Kraftstoffen. Binnenschiffe stoßen erhebliche Mengen an Stickoxiden (NOx) aus (Umwelt-Bundesamt) Wer neben einem vor Anker liegenden Keuzfahrtschiff wohnt, kennt es: schwarze Rußpartikel überziehen bereits nach wenigen Stunden Liegezeit die Gartenmöbel. Das ist gesundheitsgefährlicher Feinstaub.
Die Rechtsgrundlage
Warum aber können Schiffe Generatoren betreiben, die Lärm und Abgase von sich geben? Das Problem ist dabei die "allgemeine Betriebserlaubnis": Mit dieser können die Schiffe in Deutschland auf den Wassern fahren. Und sie müssen den Strom nicht nutzen. Denn nur die Eigner der Anleger können die anlegenden Schiffe dazu verpflichten, ihre Energie aus Strom vom Festland zu beziehen. Das bedeutet, dass auch die Stadt Traben-Trarbach nur etwas zu sagen hätte, wenn sie eigene Anleger hätte und deren Betreiber wäre. Wenn die Stadt aber den Anleger an die Reederei verkauft, hätten wir kein Mitspracherecht.
Wasserverschmutzung
Im Zusammenhang mit der Flusskreuzfahrtindustrie gibt es auch Probleme mit Wasserverschmutzung. Umweltauflagen fordern die Abwasservorklärung im Kreuzfahrtschiff, bevor das Wasser in den Fluss eingeleitet wird. In der Praxis gelangen jedoch weitaus mehr Abwässer ungeklärt in den Fluss. Das wird in einem Wasserschutz-Polizeibericht-Artikel erwähnt und wurde auch von Anwohnern in Bernkastel, Zell, Koblenz und Trier beobachtet: "Ab und zu stinkt es um die Kreuzfahrtschiffe nach Kloake".
Kurzfristiger Kreuzfahrttourismus vs. langfristiger Orts-Tourismus
Traben-Trarbach erfreut sich bei Touristen, die längere Zeit bleiben, großer Beliebtheit. Gerade weil es hier etwas ruhiger zugeht als in den zeitweise überlaufenen Orten Bernkastel oder Cochem. Das Tourismuskonzept Traben-Trarbachs hat als Kern- und Profilierungsthema die thematische Vermarktung in den Bereichen kulturelle Architektur (Unterwelt und Jugendstil), Aktivtourismus (Wandern/ Radfahren) und Weihnachtsdestination (Seite 23, 4.2 Strategische Positionierung und Tourismusmarke)
Im Gegensatz zum Kreuzfahrttouristen kommen Touristen, die unsere Stadt besuchen und länger bleiben, weil sie die "romantische" Mosellandschaft mit historischen Orten, Gastronomie, Natur, Ruhe, Wander- oder Radtouren schätzen. Sie kommen als Tagesgäste oder Übernachtungsgäste nach Traben-Trarbach und bringen nahezu allen Bereichen der Wirtschaft gute Umsätze. Sie integrieren sich ins Stadtleben, nutzen das gastronomische Angebot, die Hotellerie, die zahlreichen Ferienwohnungen und alle Geschäfte vom Eisladen bis zum Supermarkt.
was kommt auf Traben-Trarbach zu?
Die Pläne von Viking sehen vor, dass 88 Kreuzfahrtschiffe pro Jahr in der Stadt anlegen werden. Es wurde von Viking Mitarbeitern auch bestätigt, dass der Schiffsanleger auch an andere Reedereien vermietet werden soll, die dann mit ihren Kreuzfahrtschiffen anlegen können. Im Dürresommer 2022 sind einige Reedereien aufgrund des niedrigen Wasserstandes auf dem Rhein mit ihren Kreuzfahrtschiffen in die Mosel "geflohen", da die Schiffe nicht mehr fahren konnten. Im Gegensatz zum Rhein bleibt die Mosel durch die Kanalisierung und Staustufen selbst bei immer häufiger auftretenden Dürresommern schiffbar. Verbindet man diese beiden Fakten miteinander, ist es wahrscheinlich, dass weit mehr Kreuzfahrtschiffe als die von Viking angegebenen 88 am neuen Anleger anlegen werden. In anderen EU-Ländern werden Kreuzfahrten bereits massenhaft abgesagt - wegen Dürre. Die Redereien werden versuchen, ihren Kunden Alternativangebote zu machen: die Mosel rückt immer stärker in den Blick des Kreuzfahrttourismus. 88 + x ist keine Perspektive für die Stadt Traben-Trarbach!

Der Klimawandel dürfte künftig öfter für Dürre in Deutschland sorgen (DWD)
weltweiter Protest gegen Kreuzfahrtschiffe erzielt Wirkung
> Venedig verbannt Kreuzfahrtschiffe:
Das endgültige Verbot von großen Kreuzfahrtschiffen in Venedig wurde beschlossen. Seit Jahren werden hitzige Debatten über den Kreuzfahrt-Tourismus in der Lagunenstadt geführt.
> Kreuzfahrt-Verbot: Schiffe aus Norwegens Fjorden verbannt:
Norwegen macht Ernst: Das Land verbannt mit Schweröl betriebene Kreuzfahrtschiffe aus den Welterbe-Fjorden.
> Beispiele des Widerstands gegen Kreuzfahrtschiffe:
Klimaaktivisten blockieren Kreuzfahrtschiff
Wollen wir hier bei uns in Traben Trarbach die gleichen negativen Erfahrungen mit Kreuzfahrtschiffstourismus machen, bevor wir uns dagegen entscheiden?
Die Unterzeichner dieser Petition fordern:
- den Schutz des verbliebenen Charmes und historischen Charakters unserer Doppelstadt. Im Gegensatz zu Cochem und Bernkastel sind wir kein Vollgas-Tourismusort und genau das lieben die Touristen, die nach Traben-Trarbach kommen.
- die Förderung einer nachhaltigen Tourismus - Entwicklung und den Schutz der einheimischen Betriebe
- die Einbeziehung der Anwohner wie bei Entscheidungen solcher Größenordnung üblich durch ein Bürgerbeteiligungsverfahren
- den Vorrang des existierenden Orts-Tourismus vor Kreuzfahrt-Tourismus
- die Mosel darf nicht zum Kreuzfahrtschiffs - Tourismus - Asyl werden.
- den geplante Ausbau des Schiffsanlegers vor dem Hotel Anker zu stoppen
- Da wir hier in einer schönen Doppelstadt leben, machen wir gleich eine schöne Doppelpetition daraus: Alle am bereits vorhandenen Schiffsanleger vor dem Buddha-Museum anlegenden Kreuzfahrtschiffe müssen in Zukunft konsequent Landstrom beziehen.
- Ohne Motorenstopp kein Anlegen!
Wir fordern daher die Verantwortlichen auf, den geplanten Bau eines Schiffsanlegers für Kreuzfahrtschiffe auf der Mosel unverzüglich zu stoppen bzw. einen Alternativstandort (existiert bereits) ausserhalb des historischen Stadtgebietes mit echter Bürgerbeteiligung zu suchen und sich stattdessen für den Schutz und Erhalt der natürlichen Ressourcen und der Lebensqualität der Anwohnerinnen und Anwohner einzusetzen.
Warum das gerade jetzt so wichtig ist, zu unterschreiben?
Die Tinte auf den Verträgen zwischen der Stadt und Viking ist noch nicht trocken. Wenn Traben-Trarbach jetzt unmissverständlich klar macht, was wir hier wollen, kann man uns Bürger nicht einfach ignorieren.
Kein neuer Schiffsanleger für noch mehr Kreuzfahrtschiffe in Traben-Trarbach!
mehr Information unter: www.schiffsanleger-traben.de
Presse:
SWR-5-Minuten-Film: Bürger in Traben-Trabach sind gegen Anleger für Hotelschiffe

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Das Problem
Kurzfassung:
Wir, die Unterzeichnenden dieser Petition, sprechen uns entschieden gegen den Ausbau des Schiffsanlegers für 135m lange Kreuzfahrtschiffe im Stadtgebiet von Traben auf Höhe des Hotels "Anker" (Moselkilometer 107,5) aus. Nach dem Ausbau wird laut Reederei Viking dort von April bis Dezember an 88 Tagen ein 135 m langes Viking- Kreuzfahrtschiff anlegen. Das heißt, an 2-3 Tagen pro Woche. Da auch andere Reedereien den neuen Anleger nutzen können, ist davon auszugehen, dass an 4-5 Tagen jede Woche große Schiffe das Trabener Ufer „zuparken“. Das würde erhebliche negative Auswirkungen auf die Umwelt und auf die Lebensqualität der Anwohnerinnen und Anwohner haben. Zudem würde es den existierenden Ortstourismus stören, kaum Einnahmen für die Gewerbetreibenden bringen und das historische Stadtbild verschandeln.
SWR-Filminterview:
Langfassung:
Präambel
Die Mosel ist ein wunderschöner Fluss, der nicht nur eine wichtige Lebensader für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten darstellt, sondern auch ein bedeutendes Naherholungsgebiet für die Menschen in der Region ist. Der Bau eines Schiffsanlegers für Kreuzfahrtschiffe würde jedoch dazu führen, dass die Idylle und Ruhe der Mosel massiv gestört werden würden. Die Schiffe sind nicht nur laut und störend, sondern auch mit Abgasen und anderen Umweltbelastungen verbunden, die das empfindliche Ökosystem der Mosel nachhaltig beeinträchtigen würden.
Darüber hinaus sind wir besorgt über die Auswirkungen des Schiffsverkehrs auf die Gesundheit und Lebensqualität der Anwohnerinnen und Anwohner. Die Lärmbelastung und Abgasemission durch die Kreuzfahrtschiffe würde die Lebensqualität der Menschen in der Region erheblich beeinträchtigen und zu einer deutlichen Verschlechterung der Vermietbarkeit von ortsansässigen Hotels und Ferienwohnungen führen.
Situation und Voraussetzung
Die amerikanische Reederei VIKING-Cruises plant den Bau eines Schiffsanlegers am Trabener Ufer, in der Höhe des Hotels "Anker" (Moselkilometer 107,5). Aufgrund steigender Nachfrage nach Kreuzfahrten und gleichzeitig zunehmender Forderungen nach Umweltschutz (Emissions- und Lärmschutz) wird die Verwendung von Landstrom in Zukunft unverzichtbar sein. Ein entsprechender Schiffsanleger mit Landstromanschluss wurde kürzlich am Trarbacher Ufer gebaut, allerdings ohne Wasseranschluss. Der Anleger am Trabener Ufer hat einen Wasseranschluss, genügt jedoch nicht den neuen Anforderungen für Hotelschiffe mit einer Länge von bis zu 135 Metern. Viking hat laut Vertrag 5 Jahre Zeit für die Fertigstellung des Anlegers. Also kann Viking sich mit dem Landstrom-Anschluss, sicher der aufwändigste Teil, Zeit lassen. Die Kreuzfahrtschiffe werden aber den Anleger bereits benutzen, ob mit oder ohne Landstrom: die Schiffe lassen also bis zu fünf Jahre die Motoren laufen.
Zur Situation vor Ort
Im Gegensatz zu Trarbach (wo das Ufer von viel befahrenem Durchgangsverkehr und der Bundesstraße geprägt ist) befindet sich das Trabener Ufer in einer völlig anderen Lage: Die Uferpromenade ist auf der "Sonnenseite" und wird als Naherholungsgebiet von Bewohnern umliegender Orte genutzt. Es gibt keinen Durchgangsverkehr, nur eine Anliegerstraße. Die Parkanlagen und der Spielplatz werden von Einheimischen, Spaziergängern, Wanderern und Fahrradtouristen rege genutzt. Alle flanieren, halten an zum Fotografieren und genießen den freien Blick auf die Mosel und das gegenüberliegende Trarbach mit seiner schönen Altstadt.
Denkmal- und Ensembleschutz
Große Hotelschiffe würden den historisch wertvollen Blick von beiden Seiten des Moselufers auf die Altstadt blockieren und damit eine erhebliche Beeinträchtigung darstellen. Die Altstadt mit repräsentativen Villen ist ein Zeugnis der besonderen Bedeutung Traben-Trarbachs im Weinhandel um 1900 und ein Markenzeichen mit hohem Werbepotential für die Stadt.

Foto zeigt die ungefähren Dimensionen der VIKING-Longships von 135 Metern Länge auf die historische Altstadt - Uferpromenade von Traben
Was bringt Kreuzfahrttourismus dem Ort?
Kreuzfahrtschiffe sind Hotels mit "all-inclusive"-Vollversorgung: Die Kreuzfahrttouristen bekommen alles an Bord und bringen den Gewerbetreibenden vor Ort kaum Einnahmen. Inklusive sind laut Angebotsprospekt: "Alle Mahlzeiten an Bord inklusive regionaler Spezialitäten, Qualitätswein, Bier und alkoholfreie Getränke zum Mittag- und Abendessen, Tee und Kaffee jederzeit an Bord, Willkommenscocktails & Abschiedsessen" Bei diesem Inklusivangebot wird kaum jemand die lokale Gastronomie besuchen. Der Gewerbeverein Bernkastel sagt mit viel Erfahrung: "Kreuzfahrtschiff -Touristen bringen dem Ort nichts."
negative Auswirkungen auf lokale Betriebe
Einige Betriebe an beiden Ufern des geplanten Schiffsanlegers sind direkt davon abhängig, dass ihre Gäste einen schönen Ausblick über die Mosel auf Traben und Trarbach genießen können. Diese Betriebe haben mittlerweile einen überregional exzellenten Ruf erlangt, sind aber durch den geplanten Kreuzfahrtschiffsanleger akut gefährdet. Ein solcher Anleger würde den Verlust von Existenz, Arbeitsplätzen und Gewerbesteuereinnahmen für die Stadt bedeuten. Wir sollten dieses Potenzial nicht durch Massentourismus zerstören!
Emissionen: Lärm, Abgase, Abwasser
Lärm
Die Lärmemission ist ebenfalls ein Problem. Per Gesetz ist die Lärmbelästigung auf den Grenzwert von 65 Dezibel begrenzt, gemessen rechtwinklig zum Kreuzfahrtschiff in einer Entfernung von 25 Metern. Dieser Wert ist jedoch hypothetisch. Die Lärmemission ist nicht nur in der direkten Umgebung des Kreuzfahrtschiffes zu hören, sondern schallt über die Wasseroberfläche des Flusses und ist auch am gegenüberliegenden Ufer noch deutlich störend hörbar. Dies stört tagsüber die Gastronomie und nachts die Nachtruhe der Bewohner, Hotelgäste und Ferienwohnungsgäste. Die Erfahrung mit Schiffsanleger vor dem Buddha-Museum zeigt, dass Kreuzfahrtschiffe, die dort anlegen, teilweise den vorhandenen Stromanschluss nicht nutzen. Stattdessen laufen die schiffseigenen Generatoren Tag und Nacht. Auch wenn wie versprochen Landstrom genutzt werden soll, so erzeugen die Klimaanlagen der Kreuzfahrtschiffe immer noch eine Lärmbelästigung. Wozu dies führen kann, haben wir in Traben bereits erlebt.
Abgase
Emissionen aus Schiffsdiesel sind weitaus schädlicher als die aus Auto-Kraftstoffen. Binnenschiffe stoßen erhebliche Mengen an Stickoxiden (NOx) aus (Umwelt-Bundesamt) Wer neben einem vor Anker liegenden Keuzfahrtschiff wohnt, kennt es: schwarze Rußpartikel überziehen bereits nach wenigen Stunden Liegezeit die Gartenmöbel. Das ist gesundheitsgefährlicher Feinstaub.
Die Rechtsgrundlage
Warum aber können Schiffe Generatoren betreiben, die Lärm und Abgase von sich geben? Das Problem ist dabei die "allgemeine Betriebserlaubnis": Mit dieser können die Schiffe in Deutschland auf den Wassern fahren. Und sie müssen den Strom nicht nutzen. Denn nur die Eigner der Anleger können die anlegenden Schiffe dazu verpflichten, ihre Energie aus Strom vom Festland zu beziehen. Das bedeutet, dass auch die Stadt Traben-Trarbach nur etwas zu sagen hätte, wenn sie eigene Anleger hätte und deren Betreiber wäre. Wenn die Stadt aber den Anleger an die Reederei verkauft, hätten wir kein Mitspracherecht.
Wasserverschmutzung
Im Zusammenhang mit der Flusskreuzfahrtindustrie gibt es auch Probleme mit Wasserverschmutzung. Umweltauflagen fordern die Abwasservorklärung im Kreuzfahrtschiff, bevor das Wasser in den Fluss eingeleitet wird. In der Praxis gelangen jedoch weitaus mehr Abwässer ungeklärt in den Fluss. Das wird in einem Wasserschutz-Polizeibericht-Artikel erwähnt und wurde auch von Anwohnern in Bernkastel, Zell, Koblenz und Trier beobachtet: "Ab und zu stinkt es um die Kreuzfahrtschiffe nach Kloake".
Kurzfristiger Kreuzfahrttourismus vs. langfristiger Orts-Tourismus
Traben-Trarbach erfreut sich bei Touristen, die längere Zeit bleiben, großer Beliebtheit. Gerade weil es hier etwas ruhiger zugeht als in den zeitweise überlaufenen Orten Bernkastel oder Cochem. Das Tourismuskonzept Traben-Trarbachs hat als Kern- und Profilierungsthema die thematische Vermarktung in den Bereichen kulturelle Architektur (Unterwelt und Jugendstil), Aktivtourismus (Wandern/ Radfahren) und Weihnachtsdestination (Seite 23, 4.2 Strategische Positionierung und Tourismusmarke)
Im Gegensatz zum Kreuzfahrttouristen kommen Touristen, die unsere Stadt besuchen und länger bleiben, weil sie die "romantische" Mosellandschaft mit historischen Orten, Gastronomie, Natur, Ruhe, Wander- oder Radtouren schätzen. Sie kommen als Tagesgäste oder Übernachtungsgäste nach Traben-Trarbach und bringen nahezu allen Bereichen der Wirtschaft gute Umsätze. Sie integrieren sich ins Stadtleben, nutzen das gastronomische Angebot, die Hotellerie, die zahlreichen Ferienwohnungen und alle Geschäfte vom Eisladen bis zum Supermarkt.
was kommt auf Traben-Trarbach zu?
Die Pläne von Viking sehen vor, dass 88 Kreuzfahrtschiffe pro Jahr in der Stadt anlegen werden. Es wurde von Viking Mitarbeitern auch bestätigt, dass der Schiffsanleger auch an andere Reedereien vermietet werden soll, die dann mit ihren Kreuzfahrtschiffen anlegen können. Im Dürresommer 2022 sind einige Reedereien aufgrund des niedrigen Wasserstandes auf dem Rhein mit ihren Kreuzfahrtschiffen in die Mosel "geflohen", da die Schiffe nicht mehr fahren konnten. Im Gegensatz zum Rhein bleibt die Mosel durch die Kanalisierung und Staustufen selbst bei immer häufiger auftretenden Dürresommern schiffbar. Verbindet man diese beiden Fakten miteinander, ist es wahrscheinlich, dass weit mehr Kreuzfahrtschiffe als die von Viking angegebenen 88 am neuen Anleger anlegen werden. In anderen EU-Ländern werden Kreuzfahrten bereits massenhaft abgesagt - wegen Dürre. Die Redereien werden versuchen, ihren Kunden Alternativangebote zu machen: die Mosel rückt immer stärker in den Blick des Kreuzfahrttourismus. 88 + x ist keine Perspektive für die Stadt Traben-Trarbach!

Der Klimawandel dürfte künftig öfter für Dürre in Deutschland sorgen (DWD)
weltweiter Protest gegen Kreuzfahrtschiffe erzielt Wirkung
> Venedig verbannt Kreuzfahrtschiffe:
Das endgültige Verbot von großen Kreuzfahrtschiffen in Venedig wurde beschlossen. Seit Jahren werden hitzige Debatten über den Kreuzfahrt-Tourismus in der Lagunenstadt geführt.
> Kreuzfahrt-Verbot: Schiffe aus Norwegens Fjorden verbannt:
Norwegen macht Ernst: Das Land verbannt mit Schweröl betriebene Kreuzfahrtschiffe aus den Welterbe-Fjorden.
> Beispiele des Widerstands gegen Kreuzfahrtschiffe:
Klimaaktivisten blockieren Kreuzfahrtschiff
Wollen wir hier bei uns in Traben Trarbach die gleichen negativen Erfahrungen mit Kreuzfahrtschiffstourismus machen, bevor wir uns dagegen entscheiden?
Die Unterzeichner dieser Petition fordern:
- den Schutz des verbliebenen Charmes und historischen Charakters unserer Doppelstadt. Im Gegensatz zu Cochem und Bernkastel sind wir kein Vollgas-Tourismusort und genau das lieben die Touristen, die nach Traben-Trarbach kommen.
- die Förderung einer nachhaltigen Tourismus - Entwicklung und den Schutz der einheimischen Betriebe
- die Einbeziehung der Anwohner wie bei Entscheidungen solcher Größenordnung üblich durch ein Bürgerbeteiligungsverfahren
- den Vorrang des existierenden Orts-Tourismus vor Kreuzfahrt-Tourismus
- die Mosel darf nicht zum Kreuzfahrtschiffs - Tourismus - Asyl werden.
- den geplante Ausbau des Schiffsanlegers vor dem Hotel Anker zu stoppen
- Da wir hier in einer schönen Doppelstadt leben, machen wir gleich eine schöne Doppelpetition daraus: Alle am bereits vorhandenen Schiffsanleger vor dem Buddha-Museum anlegenden Kreuzfahrtschiffe müssen in Zukunft konsequent Landstrom beziehen.
- Ohne Motorenstopp kein Anlegen!
Wir fordern daher die Verantwortlichen auf, den geplanten Bau eines Schiffsanlegers für Kreuzfahrtschiffe auf der Mosel unverzüglich zu stoppen bzw. einen Alternativstandort (existiert bereits) ausserhalb des historischen Stadtgebietes mit echter Bürgerbeteiligung zu suchen und sich stattdessen für den Schutz und Erhalt der natürlichen Ressourcen und der Lebensqualität der Anwohnerinnen und Anwohner einzusetzen.
Warum das gerade jetzt so wichtig ist, zu unterschreiben?
Die Tinte auf den Verträgen zwischen der Stadt und Viking ist noch nicht trocken. Wenn Traben-Trarbach jetzt unmissverständlich klar macht, was wir hier wollen, kann man uns Bürger nicht einfach ignorieren.
Kein neuer Schiffsanleger für noch mehr Kreuzfahrtschiffe in Traben-Trarbach!
mehr Information unter: www.schiffsanleger-traben.de
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Die Entscheidungsträger*innen
Petition am 13. Mai 2023 erstellt