Petition an den Rat der EKD: Überarbeitet die neue Denkschrift zur Friedensethik!


Petition an den Rat der EKD: Überarbeitet die neue Denkschrift zur Friedensethik!
Das Problem
Warum diese Petition wichtig ist
Im November veröffentlichte der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) eine neue Denkschrift zur evangelischen Friedensethik. Was Orientierung geben sollte, markiert stattdessen einen tiefen Bruch mit der bisherigen friedensethischen Tradition der Kirche. Die Denkschrift verabschiedet sich von zentralen Prinzipien christlicher Friedensarbeit – und öffnet die Tür für eine Militarisierung, die viele Christinnen und Christen nicht mittragen können und wollen.
Diese Petition fordert den Rat der EKD auf, die Denkschrift zurückzuziehen und unter breiter demokratischer Beteiligung neu zu erarbeiten.
Was uns Sorgen bereitet
Die Denkschrift enthält Positionen, die aus unserer Sicht unvereinbar sind mit christlicher Friedensethik, der Bergpredigt und der historischen Rolle der Kirche als Stimme der Versöhnung.
1. Akzeptanz nuklearer Abschreckung
Die EKD befürwortet die atomare Teilhabe Deutschlands und hält sogar einen begrenzten Einsatz von Atomwaffen zwar nicht für ethisch vertretbar, aber unterbestimmten Umständen geboten. Damit wird die massenhafte Tötung Unschuldiger bis hin zum Ende der Zivilisation durch einen Atomkrieg als Option legitimiert (EKD, 2025, Abschn. 145, S. 114).
2. Rechtfertigung präventiver Angriffe
Präventivschläge werden als Selbstverteidigung dargestellt – ein gefährlicher Bruch mit internationalem Recht und christlicher Ethik (EKD, 2025, Abschn. 147, S. 115).
3. Unkritische Übernahme staatlicher Bedrohungsnarrative
Die Denkschrift übernimmt nahezu vollständig die sicherheitspolitische Analyse von NATO und Bundesregierung, ohne Raum für Deeskalation oder Diplomatie (EKD, 2025, S. 9).
4. Unterstützung massiver Aufrüstung
Statt Besonnenheit zu fordern, legitimiert die EKD die größte militärische Aufrüstung Deutschlands seit 1945 (EKD, 2025, Abschn. 59, S. 64).
5. Waffenlieferungen als „humanitäre Pflicht“
Die Denkschrift stellt Waffenlieferungen in einen direkten Zusammenhang mit humanitärem Völkerrecht – ohne die Eskalationsrisiken oder wirtschaftlichen Interessen zu reflektieren (EKD, 2025, Abschn. 152, S. 118).
6. Theologische Legitimation des Tötens
Durch eine Unterscheidung zwischen Töten „mit“ und „ohne“ Rechtsgrundlage wird das 5. Gebot relativiert (EKD, 2025, Abschn. 159, S. 125).
7. Abwertung ziviler Dienste
Kriegsdienstverweigerer werden als inkonsequent dargestellt, während die Aufrüstung der Bundeswehr nicht hinterfragt wird (EKD, 2025, Abschn. 160, S. 127).
8. Verhandlungen nur zweitrangig
Friedensverhandlungen sollen laut EKD nur geführt werden, wenn staatliche Ziele erreichbar erscheinen – das Ende des Tötens wird nachrangig (EKD, 2025, Abschn. 77, S. 75).
9. Distanzierung von der Friedensbewegung
Gewaltfreier Widerstand wird als sympathisch, aber wirkungslos abgetan – ein Bruch mit der eigenen Tradition, insbesondere der evangelischen Kirche in der DDR (EKD, 2025, S. 20).
10. Die EKD als sicherheitspolitischer Akteur
Die Kirche stilisiert sich als Teil staatlicher Resilienzpolitik und fordert mehr Ressourcen, statt Brücken zwischen Konfliktparteien zu bauen. (EKD, 2025, Abschn. 97, S. 87).
Warum wir eine andere Kirche brauchen
Die Kirche darf nicht zum moralischen Verstärker staatlicher Militärpolitik werden. Ihre Aufgabe ist es, Frieden zu stiften, Brücken zu bauen und Gewaltfreiheit als ernsthafte Option zu vertreten.
Wir brauchen eine Kirche, die:
die Stimme der Versöhnung erhebt,
zivilgesellschaftliche und internationale Dialoge stärkt,
die Tradition der Friedensbewegung ernst nimmt,
und die sich entsprechend der Goldenen Regel Jesu (Mt 7,12) für eine an der Friedenslogik orientierte zivile Sicherheitspolitik engagiert.
Unsere Forderung
Wir fordern den Rat der EKD auf:
1. Die Denkschrift zur Friedensethik zurückzuziehen.
2. Eine neue Denkschrift zu erarbeiten – transparent, demokratisch und unter Beteiligung der Gemeinden und pazifistischen Organisationen innerhalb der Evangelischen Kirchen.
3. Zurückzukehren zu einer Friedensethik, die der Botschaft Jesu verpflichtet ist.
Unterstütze diese Petition
Wir rufen alle Christinnen und Christen, alle friedensbewegten Menschen und alle, die sich eine glaubwürdige, friedensorientierte Kirche wünschen, dazu auf, diese Petition zu unterzeichnen.
An den Rat der EKD sagen wir: Seid Brückenbauer – nicht Brandbeschleuniger.
Erstunterzeichner:innen:
- Prof. Dr. Karl Hans Bläsius | Lehrauftrag im Fernstudium, Hochschule Trier
- Dr. Theodor Ziegler | Religionspädagoge
- Prof. Dr. Johannes Varwick | Professor für Internationale Beziehungen und europäische Politik an der Universität Halle-Wittenberg
- Prof. Klaus Dörre | Professor für Arbeits-, Industrie-und Wirtschaftssoziologie an der Friedrich-Schiller Universität Jena
- Dipl. Ing. (chem. FH) Karl-W. Koch | Vorstandssprecher Grüne Alternative e.V.
- Dipl. Päd. Thomas Krings | Vorstandssprecher Grüne Alternative e.V.
Quellennachweise:
- Welt in Unordnung – Gerechter Friede im Blick | Evangelische Friedensethik angesichts neuer Herausforderungen | Eine Denkschrift des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, https://www.ekbo.de/fileadmin/_ekbo.de/wirken/Politik/Friedensarbeit/denkschrift-welt-in-unordnung-EVA-2025.pdf (15.03.26 | 09:30)
- Quellennachweis je Argument zum Download
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Das Problem
Warum diese Petition wichtig ist
Im November veröffentlichte der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) eine neue Denkschrift zur evangelischen Friedensethik. Was Orientierung geben sollte, markiert stattdessen einen tiefen Bruch mit der bisherigen friedensethischen Tradition der Kirche. Die Denkschrift verabschiedet sich von zentralen Prinzipien christlicher Friedensarbeit – und öffnet die Tür für eine Militarisierung, die viele Christinnen und Christen nicht mittragen können und wollen.
Diese Petition fordert den Rat der EKD auf, die Denkschrift zurückzuziehen und unter breiter demokratischer Beteiligung neu zu erarbeiten.
Was uns Sorgen bereitet
Die Denkschrift enthält Positionen, die aus unserer Sicht unvereinbar sind mit christlicher Friedensethik, der Bergpredigt und der historischen Rolle der Kirche als Stimme der Versöhnung.
1. Akzeptanz nuklearer Abschreckung
Die EKD befürwortet die atomare Teilhabe Deutschlands und hält sogar einen begrenzten Einsatz von Atomwaffen zwar nicht für ethisch vertretbar, aber unterbestimmten Umständen geboten. Damit wird die massenhafte Tötung Unschuldiger bis hin zum Ende der Zivilisation durch einen Atomkrieg als Option legitimiert (EKD, 2025, Abschn. 145, S. 114).
2. Rechtfertigung präventiver Angriffe
Präventivschläge werden als Selbstverteidigung dargestellt – ein gefährlicher Bruch mit internationalem Recht und christlicher Ethik (EKD, 2025, Abschn. 147, S. 115).
3. Unkritische Übernahme staatlicher Bedrohungsnarrative
Die Denkschrift übernimmt nahezu vollständig die sicherheitspolitische Analyse von NATO und Bundesregierung, ohne Raum für Deeskalation oder Diplomatie (EKD, 2025, S. 9).
4. Unterstützung massiver Aufrüstung
Statt Besonnenheit zu fordern, legitimiert die EKD die größte militärische Aufrüstung Deutschlands seit 1945 (EKD, 2025, Abschn. 59, S. 64).
5. Waffenlieferungen als „humanitäre Pflicht“
Die Denkschrift stellt Waffenlieferungen in einen direkten Zusammenhang mit humanitärem Völkerrecht – ohne die Eskalationsrisiken oder wirtschaftlichen Interessen zu reflektieren (EKD, 2025, Abschn. 152, S. 118).
6. Theologische Legitimation des Tötens
Durch eine Unterscheidung zwischen Töten „mit“ und „ohne“ Rechtsgrundlage wird das 5. Gebot relativiert (EKD, 2025, Abschn. 159, S. 125).
7. Abwertung ziviler Dienste
Kriegsdienstverweigerer werden als inkonsequent dargestellt, während die Aufrüstung der Bundeswehr nicht hinterfragt wird (EKD, 2025, Abschn. 160, S. 127).
8. Verhandlungen nur zweitrangig
Friedensverhandlungen sollen laut EKD nur geführt werden, wenn staatliche Ziele erreichbar erscheinen – das Ende des Tötens wird nachrangig (EKD, 2025, Abschn. 77, S. 75).
9. Distanzierung von der Friedensbewegung
Gewaltfreier Widerstand wird als sympathisch, aber wirkungslos abgetan – ein Bruch mit der eigenen Tradition, insbesondere der evangelischen Kirche in der DDR (EKD, 2025, S. 20).
10. Die EKD als sicherheitspolitischer Akteur
Die Kirche stilisiert sich als Teil staatlicher Resilienzpolitik und fordert mehr Ressourcen, statt Brücken zwischen Konfliktparteien zu bauen. (EKD, 2025, Abschn. 97, S. 87).
Warum wir eine andere Kirche brauchen
Die Kirche darf nicht zum moralischen Verstärker staatlicher Militärpolitik werden. Ihre Aufgabe ist es, Frieden zu stiften, Brücken zu bauen und Gewaltfreiheit als ernsthafte Option zu vertreten.
Wir brauchen eine Kirche, die:
die Stimme der Versöhnung erhebt,
zivilgesellschaftliche und internationale Dialoge stärkt,
die Tradition der Friedensbewegung ernst nimmt,
und die sich entsprechend der Goldenen Regel Jesu (Mt 7,12) für eine an der Friedenslogik orientierte zivile Sicherheitspolitik engagiert.
Unsere Forderung
Wir fordern den Rat der EKD auf:
1. Die Denkschrift zur Friedensethik zurückzuziehen.
2. Eine neue Denkschrift zu erarbeiten – transparent, demokratisch und unter Beteiligung der Gemeinden und pazifistischen Organisationen innerhalb der Evangelischen Kirchen.
3. Zurückzukehren zu einer Friedensethik, die der Botschaft Jesu verpflichtet ist.
Unterstütze diese Petition
Wir rufen alle Christinnen und Christen, alle friedensbewegten Menschen und alle, die sich eine glaubwürdige, friedensorientierte Kirche wünschen, dazu auf, diese Petition zu unterzeichnen.
An den Rat der EKD sagen wir: Seid Brückenbauer – nicht Brandbeschleuniger.
Erstunterzeichner:innen:
- Prof. Dr. Karl Hans Bläsius | Lehrauftrag im Fernstudium, Hochschule Trier
- Dr. Theodor Ziegler | Religionspädagoge
- Prof. Dr. Johannes Varwick | Professor für Internationale Beziehungen und europäische Politik an der Universität Halle-Wittenberg
- Prof. Klaus Dörre | Professor für Arbeits-, Industrie-und Wirtschaftssoziologie an der Friedrich-Schiller Universität Jena
- Dipl. Ing. (chem. FH) Karl-W. Koch | Vorstandssprecher Grüne Alternative e.V.
- Dipl. Päd. Thomas Krings | Vorstandssprecher Grüne Alternative e.V.
Quellennachweise:
- Welt in Unordnung – Gerechter Friede im Blick | Evangelische Friedensethik angesichts neuer Herausforderungen | Eine Denkschrift des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, https://www.ekbo.de/fileadmin/_ekbo.de/wirken/Politik/Friedensarbeit/denkschrift-welt-in-unordnung-EVA-2025.pdf (15.03.26 | 09:30)
- Quellennachweis je Argument zum Download
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Die Entscheidungsträger*innen
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Petition am 17. März 2026 erstellt