

Wissenschaftliche Untersuchung , Sicherung der Erinnerungskultur am ehemaligen Lebensborn
Das Problem
Wissenschaftliche Untersuchung und Sicherung der Erinnerungskultur am ehemaligen Lebensborn-Heim Wienerwald in Feichtenbach
An das Bundesdenkmalamt, das Land Niederösterreich, die Gemeinde Pernitz, das Bundesministerium für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport sowie an die zuständigen wissenschaftlichen und erinnerungspolitischen Einrichtungen.
Das ehemalige Sanatorium Wienerwald in Feichtenbach zählt zu den historisch bedeutendsten, zugleich aber bis heute nur teilweise erschlossenen Erinnerungsorten Niederösterreichs.
Das Gebäude wurde 1903/1904 von den jüdischen Ärzten Dr. Hugo Kraus und Dr. Arthur Baer als internationales Sanatorium gegründet. Nach dem „Anschluss“ Österreichs wurde die Liegenschaft 1938 durch die nationalsozialistischen Machthaber beschlagnahmt und dem SS-Verein Lebensborn e.V. übergeben. Zwischen 1938 und 1945 diente sie als Lebensborn-Heim „Wienerwald“.
Nach bisherigem Forschungsstand wurden dort in etwa 1.188 Kinder geboren. Mehrere wissenschaftliche Arbeiten gehen aufgrund der Quellenlage von insgesamt rund 1.350 bis möglicherweise etwa 1.700 Geburten aus. Damit handelte es sich um das größte bekannte Lebensborn-Entbindungsheim auf dem Gebiet des heutigen Österreich.
Die Forschung weist mehrere dokumentierte Fälle von Lebensborn-Kindern aus Feichtenbach nach, die Opfer der NS-‚Kindereuthanasie‘ wurden.
WISSENSCHAFTLICHER HINTERGRUND
Die Geschichte des ehemaligen Lebensborn-Heims Wienerwald wurde in den vergangenen Jahren insbesondere durch das Ludwig Boltzmann Institut für Kriegsfolgenforschung umfassend wissenschaftlich untersucht. Im Rahmen mehrerer Forschungsprojekte wurden historische Standesamts- und Verwaltungsakten ausgewertet, lebensgeschichtliche Interviews geführt, Nachkommen ehemaliger Lebensborn-Kinder in die Forschung einbezogen sowie Ausstellungen, Publikationen und partizipative Forschungsformate umgesetzt.
Diese Arbeiten haben wesentlich dazu beigetragen, die Geschichte des Heimes als Teil der nationalsozialistischen Bevölkerungs-, Rassen- und Fürsorgepolitik wissenschaftlich aufzuarbeiten und einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Die bisherige Forschung konzentrierte sich dabei vor allem auf schriftliche Quellen, biografische Zeugnisse, erinnerungskulturelle Fragestellungen sowie die Rekonstruktion individueller Lebensgeschichten und institutioneller Zusammenhänge.
Gleichzeitig bestehen weiterhin offene Fragestellungen.
Dazu zählen insbesondere historische Hinweise und mündliche Überlieferungen über mögliche unmarkierte Bestattungen verstorbener Säuglinge oder Kinder sowie die Frage, welche materiellen Spuren der Nutzung zwischen 1938 und 1945 heute noch im Gebäude, in den Kellerbereichen, in den baulichen Strukturen und auf dem Gelände erhalten sein könnten.
Nach aktuellem Kenntnisstand wurde das ehemalige Lebensborn-Heim Wienerwald trotz seiner außergewöhnlichen historischen Bedeutung bislang keiner umfassenden archäologischen, geophysikalischen oder bauhistorischen Untersuchung unterzogen.
Während die schriftliche Überlieferung, die Lebensgeschichten der Betroffenen und die institutionelle Geschichte des Heimes intensiv erforscht wurden, blieb der historische Ort selbst bislang weitgehend unerforscht.
Die vorliegende Petition versteht sich ausdrücklich nicht als Kritik an der bisherigen Forschungsarbeit. Vielmehr soll sie dazu anregen, die bereits erzielten wissenschaftlichen Erkenntnisse durch moderne Methoden der Prospektion, Landschaftsarchäologie, Bauforschung und Denkmalpflege zu ergänzen.
Ziel ist nicht die Vorwegnahme bestimmter Ergebnisse, sondern die wissenschaftliche Prüfung offener Fragestellungen nach anerkannten fachlichen Standards.
I. WISSENSCHAFTLICHE UND DENKMALFACHLICHE UNTERSUCHUNG
Wir fordern keine pauschalen Grabungen.
Wir fordern eine stufenweise, fachlich geleitete und dokumentierte Untersuchung nach anerkannten wissenschaftlichen Standards.
Quellen- und Aktenanalyse
Vor jeder weiteren Maßnahme sollen sämtliche verfügbaren Quellen systematisch zusammengeführt und ausgewertet werden.
Dazu zählen insbesondere:
Standesamtsakten
Sterbematriken
Verwaltungsakten
historische Baupläne
historische Fotografien
Luftbilder
Zeitzeugenberichte
Unterlagen zur Nachnutzung des Gebäudes
bereits vorliegende Forschungsergebnisse
Ziel ist die Identifizierung wissenschaftlich relevanter Untersuchungsbereiche.
Bauhistorische Untersuchung
Das Gebäude selbst ist als historische Quelle zu betrachten.
Zu untersuchen sind insbesondere:
Kellerbereiche
Fundamentzonen
ehemalige Funktionsräume
technische Infrastruktur
überbaute oder verschlossene Bereiche
bauliche Veränderungen der Nachkriegszeit
möglicherweise erhaltene Strukturen aus der Zeit des Sanatoriums und des Lebensborn-Heims
Geophysikalische Prospektion
Die Außenanlagen und gegebenenfalls zugängliche Gebäudebereiche sollen mittels moderner zerstörungsfreier Verfahren untersucht werden.
Dazu zählen insbesondere:
Bodenradar (Ground Penetrating Radar)
Magnetometrie
Geomagnetische Prospektion
LiDAR-Analysen
Digitale Geländemodelle
Historische Luftbildauswertung
Diese Verfahren ermöglichen die Erkennung von Bodenanomalien, Fundamentresten, Gruben, verfüllten Strukturen oder anderen archäologisch relevanten Befunden, ohne den Boden zu öffnen.
Prüfung historischer Hinweise auf mögliche unmarkierte Bestattungen
Im Zusammenhang mit dem ehemaligen Heim Wienerwald bestehen historische Hinweise und Zeitzeugenberichte über mögliche unmarkierte Bestattungen verstorbener Säuglinge oder Kinder.
Diese Hinweise dürfen weder ignoriert noch voreilig als gesichert dargestellt werden.
Sie sind mit wissenschaftlichen Methoden, quellenkritisch und ergebnisoffen zu prüfen.
Die Petition behauptet nicht, dass sich nachweislich Grabstätten auf dem Gelände befinden.
Die Petition fordert, dass vorhandene Hinweise fachlich überprüft werden.
Archäologische Untersuchungen bei konkretem Befund
Sollten die Voruntersuchungen konkrete Hinweise auf archäologisch relevante Strukturen oder mögliche Bestattungen ergeben, sind weitere Untersuchungen ausschließlich unter Einbindung der zuständigen Denkmal-, Justiz-, Sicherheits- und Fachbehörden durchzuführen.
II. GEDENKSTEIN UND ERINNERUNGSKULTUR
Auf dem Gelände befindet sich ein 1992 errichteter Gedenkstein für Dr. Hugo Kraus und Dr. Arthur Baer.
Der Gedenkstein erinnert an jene jüdischen Ärzte, die das Sanatorium gegründet und international bekannt gemacht hatten, bevor ihnen durch die nationalsozialistische Verfolgung ihre Lebensgrundlage genommen wurde.
Der Erinnerungsort befindet sich heute auf Privatgrund.
Ein dauerhaft gesicherter öffentlicher Zugang besteht nicht.
Damit ist die Wahrnehmbarkeit eines zentralen Erinnerungsortes der österreichischen Zeitgeschichte erheblich eingeschränkt.
Ein Ort dieser historischen Bedeutung darf nicht ausschließlich in Archiven, Forschungsberichten oder Ausstellungen existieren. Er braucht auch eine sichtbare, zugängliche und dauerhaft gesicherte Form des öffentlichen Gedenkens.
Wir fordern daher:
Die dauerhafte Sicherung und Erhaltung des bestehenden Gedenksteins.
Die Prüfung eines rechtlich geregelten öffentlichen Zugangs zum Gedenkstein, etwa im Rahmen von Führungen, Schulbesuchen oder offiziellen Gedenktagen.
Die Prüfung einer wissenschaftlich begleiteten Informations- und Gedenkstätte zur Geschichte des Sanatoriums Wienerwald, der Vertreibung seiner jüdischen Eigentümer, der Nutzung als Lebensborn-Heim, der Geschichte der dort geborenen Kinder und der Nachwirkungen bis in die Gegenwart.
Die Errichtung öffentlich zugänglicher Informationstafeln als Sofortmaßnahme, falls ein direkter Zugang zum Gedenkstein kurzfristig nicht möglich sein sollte.
Diese Informationstafeln sollen durch digitale Inhalte, QR-Codes und wissenschaftliche Quellen ergänzt werden.
III. WARUM DIESE PETITION NOTWENDIG IST
Feichtenbach ist nicht irgendein leerstehendes Gebäude.
Es ist ein Ort jüdischer Medizingeschichte.
Ein Ort nationalsozialistischer Enteignung.
Ein Ort der SS-Bevölkerungspolitik.
Ein Ort, an dem nach heutigem Forschungsstand zwischen rund 1.200 und 1.700 Kinder geboren wurden.
Ein Ort, dessen Geschichte bis heute in Familienbiografien nachwirkt.
Ein Ort, an dem wissenschaftliche Forschung, historische Verantwortung und Erinnerungskultur zusammenkommen.
Die bisherige Forschung hat die Geschichte dieses Ortes sichtbar gemacht.
Der nächste sachliche Schritt besteht darin, den historischen Ort selbst wissenschaftlich zu untersuchen und seine Erinnerungskultur dauerhaft zu sichern.
UNSERE FORDERUNGEN ZUSAMMENGEFASST
Wir fordern:
Eine systematische wissenschaftliche Gesamtuntersuchung des historischen Areals.
Eine bauhistorische Untersuchung des Gebäudes.
Eine geophysikalische Prospektion des Geländes.
Die wissenschaftliche Überprüfung historischer Hinweise auf mögliche unmarkierte Bestattungen.
Archäologische Untersuchungen bei konkretem fachlichem Befund.
Die dauerhafte Sicherung des Gedenksteins für Dr. Hugo Kraus und Dr. Arthur Baer.
Einen rechtlich geregelten öffentlichen Zugang zum Gedenkstein.
Die Prüfung einer wissenschaftlich begleiteten Informations- und Gedenkstätte.
Öffentlich sichtbare Informationstafeln als Sofortmaßnahme.
Die langfristige institutionelle Sicherung von Forschung und Erinnerungskultur zu diesem Ort.
Diese Petition verlangt keine Vorwegnahme historischer Ergebnisse.
Sie verlangt, dass offene Fragen mit den Mitteln der Wissenschaft geprüft werden.
Sie verlangt, dass ein bedeutender Ort österreichischer Zeitgeschichte nicht weiter unsichtbar bleibt.
Und sie verlangt, dass Erinnerung nicht am Zaun eines Privatgrundstücks endet.

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Das Problem
Wissenschaftliche Untersuchung und Sicherung der Erinnerungskultur am ehemaligen Lebensborn-Heim Wienerwald in Feichtenbach
An das Bundesdenkmalamt, das Land Niederösterreich, die Gemeinde Pernitz, das Bundesministerium für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport sowie an die zuständigen wissenschaftlichen und erinnerungspolitischen Einrichtungen.
Das ehemalige Sanatorium Wienerwald in Feichtenbach zählt zu den historisch bedeutendsten, zugleich aber bis heute nur teilweise erschlossenen Erinnerungsorten Niederösterreichs.
Das Gebäude wurde 1903/1904 von den jüdischen Ärzten Dr. Hugo Kraus und Dr. Arthur Baer als internationales Sanatorium gegründet. Nach dem „Anschluss“ Österreichs wurde die Liegenschaft 1938 durch die nationalsozialistischen Machthaber beschlagnahmt und dem SS-Verein Lebensborn e.V. übergeben. Zwischen 1938 und 1945 diente sie als Lebensborn-Heim „Wienerwald“.
Nach bisherigem Forschungsstand wurden dort in etwa 1.188 Kinder geboren. Mehrere wissenschaftliche Arbeiten gehen aufgrund der Quellenlage von insgesamt rund 1.350 bis möglicherweise etwa 1.700 Geburten aus. Damit handelte es sich um das größte bekannte Lebensborn-Entbindungsheim auf dem Gebiet des heutigen Österreich.
Die Forschung weist mehrere dokumentierte Fälle von Lebensborn-Kindern aus Feichtenbach nach, die Opfer der NS-‚Kindereuthanasie‘ wurden.
WISSENSCHAFTLICHER HINTERGRUND
Die Geschichte des ehemaligen Lebensborn-Heims Wienerwald wurde in den vergangenen Jahren insbesondere durch das Ludwig Boltzmann Institut für Kriegsfolgenforschung umfassend wissenschaftlich untersucht. Im Rahmen mehrerer Forschungsprojekte wurden historische Standesamts- und Verwaltungsakten ausgewertet, lebensgeschichtliche Interviews geführt, Nachkommen ehemaliger Lebensborn-Kinder in die Forschung einbezogen sowie Ausstellungen, Publikationen und partizipative Forschungsformate umgesetzt.
Diese Arbeiten haben wesentlich dazu beigetragen, die Geschichte des Heimes als Teil der nationalsozialistischen Bevölkerungs-, Rassen- und Fürsorgepolitik wissenschaftlich aufzuarbeiten und einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Die bisherige Forschung konzentrierte sich dabei vor allem auf schriftliche Quellen, biografische Zeugnisse, erinnerungskulturelle Fragestellungen sowie die Rekonstruktion individueller Lebensgeschichten und institutioneller Zusammenhänge.
Gleichzeitig bestehen weiterhin offene Fragestellungen.
Dazu zählen insbesondere historische Hinweise und mündliche Überlieferungen über mögliche unmarkierte Bestattungen verstorbener Säuglinge oder Kinder sowie die Frage, welche materiellen Spuren der Nutzung zwischen 1938 und 1945 heute noch im Gebäude, in den Kellerbereichen, in den baulichen Strukturen und auf dem Gelände erhalten sein könnten.
Nach aktuellem Kenntnisstand wurde das ehemalige Lebensborn-Heim Wienerwald trotz seiner außergewöhnlichen historischen Bedeutung bislang keiner umfassenden archäologischen, geophysikalischen oder bauhistorischen Untersuchung unterzogen.
Während die schriftliche Überlieferung, die Lebensgeschichten der Betroffenen und die institutionelle Geschichte des Heimes intensiv erforscht wurden, blieb der historische Ort selbst bislang weitgehend unerforscht.
Die vorliegende Petition versteht sich ausdrücklich nicht als Kritik an der bisherigen Forschungsarbeit. Vielmehr soll sie dazu anregen, die bereits erzielten wissenschaftlichen Erkenntnisse durch moderne Methoden der Prospektion, Landschaftsarchäologie, Bauforschung und Denkmalpflege zu ergänzen.
Ziel ist nicht die Vorwegnahme bestimmter Ergebnisse, sondern die wissenschaftliche Prüfung offener Fragestellungen nach anerkannten fachlichen Standards.
I. WISSENSCHAFTLICHE UND DENKMALFACHLICHE UNTERSUCHUNG
Wir fordern keine pauschalen Grabungen.
Wir fordern eine stufenweise, fachlich geleitete und dokumentierte Untersuchung nach anerkannten wissenschaftlichen Standards.
Quellen- und Aktenanalyse
Vor jeder weiteren Maßnahme sollen sämtliche verfügbaren Quellen systematisch zusammengeführt und ausgewertet werden.
Dazu zählen insbesondere:
Standesamtsakten
Sterbematriken
Verwaltungsakten
historische Baupläne
historische Fotografien
Luftbilder
Zeitzeugenberichte
Unterlagen zur Nachnutzung des Gebäudes
bereits vorliegende Forschungsergebnisse
Ziel ist die Identifizierung wissenschaftlich relevanter Untersuchungsbereiche.
Bauhistorische Untersuchung
Das Gebäude selbst ist als historische Quelle zu betrachten.
Zu untersuchen sind insbesondere:
Kellerbereiche
Fundamentzonen
ehemalige Funktionsräume
technische Infrastruktur
überbaute oder verschlossene Bereiche
bauliche Veränderungen der Nachkriegszeit
möglicherweise erhaltene Strukturen aus der Zeit des Sanatoriums und des Lebensborn-Heims
Geophysikalische Prospektion
Die Außenanlagen und gegebenenfalls zugängliche Gebäudebereiche sollen mittels moderner zerstörungsfreier Verfahren untersucht werden.
Dazu zählen insbesondere:
Bodenradar (Ground Penetrating Radar)
Magnetometrie
Geomagnetische Prospektion
LiDAR-Analysen
Digitale Geländemodelle
Historische Luftbildauswertung
Diese Verfahren ermöglichen die Erkennung von Bodenanomalien, Fundamentresten, Gruben, verfüllten Strukturen oder anderen archäologisch relevanten Befunden, ohne den Boden zu öffnen.
Prüfung historischer Hinweise auf mögliche unmarkierte Bestattungen
Im Zusammenhang mit dem ehemaligen Heim Wienerwald bestehen historische Hinweise und Zeitzeugenberichte über mögliche unmarkierte Bestattungen verstorbener Säuglinge oder Kinder.
Diese Hinweise dürfen weder ignoriert noch voreilig als gesichert dargestellt werden.
Sie sind mit wissenschaftlichen Methoden, quellenkritisch und ergebnisoffen zu prüfen.
Die Petition behauptet nicht, dass sich nachweislich Grabstätten auf dem Gelände befinden.
Die Petition fordert, dass vorhandene Hinweise fachlich überprüft werden.
Archäologische Untersuchungen bei konkretem Befund
Sollten die Voruntersuchungen konkrete Hinweise auf archäologisch relevante Strukturen oder mögliche Bestattungen ergeben, sind weitere Untersuchungen ausschließlich unter Einbindung der zuständigen Denkmal-, Justiz-, Sicherheits- und Fachbehörden durchzuführen.
II. GEDENKSTEIN UND ERINNERUNGSKULTUR
Auf dem Gelände befindet sich ein 1992 errichteter Gedenkstein für Dr. Hugo Kraus und Dr. Arthur Baer.
Der Gedenkstein erinnert an jene jüdischen Ärzte, die das Sanatorium gegründet und international bekannt gemacht hatten, bevor ihnen durch die nationalsozialistische Verfolgung ihre Lebensgrundlage genommen wurde.
Der Erinnerungsort befindet sich heute auf Privatgrund.
Ein dauerhaft gesicherter öffentlicher Zugang besteht nicht.
Damit ist die Wahrnehmbarkeit eines zentralen Erinnerungsortes der österreichischen Zeitgeschichte erheblich eingeschränkt.
Ein Ort dieser historischen Bedeutung darf nicht ausschließlich in Archiven, Forschungsberichten oder Ausstellungen existieren. Er braucht auch eine sichtbare, zugängliche und dauerhaft gesicherte Form des öffentlichen Gedenkens.
Wir fordern daher:
Die dauerhafte Sicherung und Erhaltung des bestehenden Gedenksteins.
Die Prüfung eines rechtlich geregelten öffentlichen Zugangs zum Gedenkstein, etwa im Rahmen von Führungen, Schulbesuchen oder offiziellen Gedenktagen.
Die Prüfung einer wissenschaftlich begleiteten Informations- und Gedenkstätte zur Geschichte des Sanatoriums Wienerwald, der Vertreibung seiner jüdischen Eigentümer, der Nutzung als Lebensborn-Heim, der Geschichte der dort geborenen Kinder und der Nachwirkungen bis in die Gegenwart.
Die Errichtung öffentlich zugänglicher Informationstafeln als Sofortmaßnahme, falls ein direkter Zugang zum Gedenkstein kurzfristig nicht möglich sein sollte.
Diese Informationstafeln sollen durch digitale Inhalte, QR-Codes und wissenschaftliche Quellen ergänzt werden.
III. WARUM DIESE PETITION NOTWENDIG IST
Feichtenbach ist nicht irgendein leerstehendes Gebäude.
Es ist ein Ort jüdischer Medizingeschichte.
Ein Ort nationalsozialistischer Enteignung.
Ein Ort der SS-Bevölkerungspolitik.
Ein Ort, an dem nach heutigem Forschungsstand zwischen rund 1.200 und 1.700 Kinder geboren wurden.
Ein Ort, dessen Geschichte bis heute in Familienbiografien nachwirkt.
Ein Ort, an dem wissenschaftliche Forschung, historische Verantwortung und Erinnerungskultur zusammenkommen.
Die bisherige Forschung hat die Geschichte dieses Ortes sichtbar gemacht.
Der nächste sachliche Schritt besteht darin, den historischen Ort selbst wissenschaftlich zu untersuchen und seine Erinnerungskultur dauerhaft zu sichern.
UNSERE FORDERUNGEN ZUSAMMENGEFASST
Wir fordern:
Eine systematische wissenschaftliche Gesamtuntersuchung des historischen Areals.
Eine bauhistorische Untersuchung des Gebäudes.
Eine geophysikalische Prospektion des Geländes.
Die wissenschaftliche Überprüfung historischer Hinweise auf mögliche unmarkierte Bestattungen.
Archäologische Untersuchungen bei konkretem fachlichem Befund.
Die dauerhafte Sicherung des Gedenksteins für Dr. Hugo Kraus und Dr. Arthur Baer.
Einen rechtlich geregelten öffentlichen Zugang zum Gedenkstein.
Die Prüfung einer wissenschaftlich begleiteten Informations- und Gedenkstätte.
Öffentlich sichtbare Informationstafeln als Sofortmaßnahme.
Die langfristige institutionelle Sicherung von Forschung und Erinnerungskultur zu diesem Ort.
Diese Petition verlangt keine Vorwegnahme historischer Ergebnisse.
Sie verlangt, dass offene Fragen mit den Mitteln der Wissenschaft geprüft werden.
Sie verlangt, dass ein bedeutender Ort österreichischer Zeitgeschichte nicht weiter unsichtbar bleibt.
Und sie verlangt, dass Erinnerung nicht am Zaun eines Privatgrundstücks endet.

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Petition am 25. Mai 2026 erstellt