Обновление к петиции238000 Siemens Arbeitsplätze in Deutschland + (+OSRAM) Industrie und Natur 1​.​0Situation Beschäftigte Dynamowerk. Botschaft: P!nk Turbulence (deutsche Untertitel) / Stellungnahme
BI FIBerlin, Германия
4 апр. 2023 г.

Die Siemens Beschäftigten des renommierten Berliner Dynamowerk für elektrische Antriebe erhalten Mai 2023 die Änderungsverträge, denen sie stillschweigend zustimmen, wenn sie keinen Widerspruch einlegen. Ohne Widerspruch müssen sie die Siemens AG trotz Milliarden-Konzern-Gewinn verlassen, ihr wertvoller Arbeitsvertrag mit einem sicheren Arbeitgeber ist verloren. Laute Kritik an diesem Vorgehen gibt es im Werk m. E. nicht. Ein wenig erschreckend ist die vollkommene Abwesenheit von Objektivität und öffentlicher Kritik im Werk. Es ist eine illusionäre "schöne neue Welt" entstanden. Im Grunde genommen haben die Arbeitnehmer, die ihre Arbeitsverträge mit der AG nicht aufgeben wollen, dadurch keine Arbeitnehmervertreter mehr, denen sie vollkommen vertrauen können!

Unter der Hand hat mir ein Siemens-Beschäftigter einmal gesagt, Siemens habe ein depressives Werk geschaffen. Ich habe gesehen, dass das tatsächlich stimmt, und zwar in Bezug auf das Werk selbst, das ja (ohne Fertigung) kein WERK und ohne berechtigte Kritik nichts Lebendiges, Wirkliches mehr ist, als auch in Bezug auf einige Menschen.

Ich habe daher für alle Dynamowerker das Video von P!nk "Turbulence" nun mit deutschen Untertiteln eingespielt. Pink hat einmal dargelegt, dass es ihr Ziel ist, aufzuzeigen, dass Menschen verletzbar (vulnerable) sind, viele es sich aber nicht trauen, das zu zeigen. Ich teile ihre Meinung, die ich immer so formuliert habe: "Siemens Vorstände! Menschen sind keine Sachen!"  Ich würde mich freuen, wenn Ihr das Video mit dem Song teilt und meinen Kanal abonniert. Botschaft an die Dynamowerker in Berlin Pink Turbulence mit deutschen Untertiteln

Stellungnahme:
Ich möchte etwas verdeutlichen: Christian Menacher hat unterschrieben (danke!) und kommentiert: "Ich unterschreibe das, will aber Siemens damit nicht diktieren was sie zu machen oder lassen haben. Bin ganz klar für den Erhalt von jedem Arbeitsplatz, aber ein Konzern ist halt keine Demokratie. Das ist mir bewusst."

Was ist daran unrichtig? 
1. Unrichtig ist, hier von "Siemens" zu sprechen. Es gibt keine "Herren Siemens" oder "Firmeneigentümer Siemens", und also kann es nicht darum gehen "Siemens" etwas vorzuschreiben. Richtig ist: Siemens ist eine Aktiengesellschaft und daher sind es die VORSTÄNDE (also Menschen), die auf Drängen der Investoren etwas machen oder lassen. Die Vorstände, die NICHT Firmeneigentümer sind, entnehmen Geschäftsbereiche (wie z. B. den Bereich Motoren) aus der Siemens AG (man nennt das "Abspalten" von Geschäftsteilen) oder streichen sog. Stellen, weil sie durch diese Einsparung von Personalkosten und den Abverkauf von Teilen des Geschäfts die Gewinne erhöhen. Sie machen dies, weil die Investoren / die Aktionärsvertreter das auf jeder Hauptversammlung auch einfordern, und zwar seit mindestens 29 Jahren. So haben wir 2/3 aller Siemens-Arbeitsplätze in Deutschland verloren. Ich habe mir das dort angeschaut und meine Familie ist seit Jahrzehnten dabei. Daher richtet sich die Kritik an die Vorstände, und meist formuliere ich das so, um das zu verdeutlichen.


2. "Siemens" kann man also sowieso nichts vorschreiben, denn es gibt ja so einen Ansprechpartner nicht. Kann man das aber den Vorständen, die entscheiden, was gemacht wird, oder den Investoren der AG vorschreiben? Ja, das kann man. Warum? Erstens natürlich, weil Eigentum verpflichtet. Zweitens, weil der Staat (also wir alle) Siemens schon immer finanziell unterstützt hat/haben. Drittens aus sozialen Aspekten heraus.

Es sind einerseits die Fördergelder, die Siemens erhält. Nun sind es gerade wieder in Berlin 10 Mio. und es sind schon weitere Millionen bewilligt. Andererseits sind es seit Jahrzehnten die Gelder, die aus der Kasse der Arbeitslosenversicherung aller Beschäftigten in Deutschland in die sog. Beschäftigungsgesellschaften fließen.  Also ist die Antwort: Ja, zumindest kann man den Vorständen die Grenzen aufzeigen.  Man kann sie auch auffordern, ihr Handeln zu ändern und die durchgehenden Massenentlassungswellen trotz Milliarden-Konzern-Gewinn und trotz staatlicher Dauerunterstützung seit 29 Jahren nun ab sofort  zu unterlassen. Man kann sagen: Es ist nun ein Punkt erreicht, an dem 2/3 aller Siemens-Arbeitsplätze trotz unserer Unterstützungsgelder weg sind. Ihre Geschäftspolitik ist gegenüber der deutschen Bevölkerung einschließlich der Arbeitnehmer, die sie gerade trotz Milliarden-Gewinn aus dem Konzern "werfen" und die uns zum Teil "auf die Füße fallen", nicht mehr gegenüber den Menschen, die WIR vertreten, vertretbar. Man kann und MUSS sogar den Konzern auffordern, AB SOFORT seine Geschäftspolitik so einzustellen, dass der Nutzen für die Bevölkerung in Deutschland erkennbar ist. Dazu sind unsere Politiker meiner Meinung nach auch verpflichtet, denn sie vertreten UNSERE Interessen.

Und noch weiter haben auch wir alle dieses Recht. Es sind unser aller Gelder, die in das Unternehmen fließen. Unsere Interessen liegen darin, für das Geld, das der Konzern von uns allen erhält, auch etwas Gleichwertiges zu erhalten: Erhalt unserer Arbeitsplätze, die auch die Arbeitsplätze für nachfolgende Generationen (unsere Kinder) sein müssen, wenn wir ständig Geld in das Unternehmen geben. Denn schließlich ist der Konzen kein Entwicklungsland, wird aber wie ein solches seit Jahrzehnten unterstützt.

Drittens kann man - wenn auch nicht vorschreiben, so doch - die Vorstände auffordern, aus sozialen Gesichtspunkten heraus, diese Geschäftspolitik zu ändern. Es mag Menschen geben, die es gut wegstecken, wenn sie gebeten werden, ihren Arbeitsplatz oder Arbeitsvertrag aufzugeben, obwohl der Arbeitgeber Milliarden Gewinn macht, aber viele verkraften das nicht oder wenig gut. Was geschieht in einer Gesellschaft, deren Unternehmen dann so angeschlagene Menschen hervorbringt? Was wäre, wenn alle Unternehmen so handelten?

Im Übrigen gibt es mittlerweile auch berechtigte Bedenken aus Reihen der Aktionärsvertreter gegen die Geschäftspolitik der Vorstände. Viele von uns sind eben diese.


Aus diesen Gründen lautet die Antwort: Doch, mindestens viermal "Ja". Man kann und muss die Vorstände bitten, ihre Geschäftspolitik zu ändern. Wie genau, ist ihnen überlassen, aber es gibt Limits, die sie nicht zu überschreiten haben, zumindest nicht, wenn das Unternehmen staatliche Dauer-Hilfe erhält und auch nicht, wenn die Vorstände/das Unternehmen an gesellschaftlichem Ansehen nicht verlieren wollen/will und auch nicht, wenn Siemens Aufträge aus Deutschland erhalten will, und auch nicht, wenn die Verluste zu hoch sind gemessen an den "Erträgen" für die Investoren (daher fünfmal! "Ja").


Was darf man als Politiker hingegen in keinem Fall: Man darf in keinem Fall darauf verzichten, die Standpunkte der Bevölkerung zu formulieren, und man darf auf keinen Fall reine Industriegebiete mit ganz niedrigen Grund- und Bodenwerten, wie das Siemens Industriegebiet in Berlin Siemensstadt durch eine Änderung des Berliner Flächennutzungsplans in ein sog. Mischgebiet (mit hohen Grund- und Bodenwerten) so wertvoll machen, dass die Vorstände es durch den Bau von Hotels, Wohnungen, Schulen, Kindergärten, Gebäude für Hochschulen, Einkaufsläden, vielleicht Theater usw. zerstören müssen, obwohl die deutsche Bevölkerung Produktion und Industrie-Arbeitsplätze im Land benötigt. Die Vorstände sind den Investoren gegenüber verantwortlich: Wo sie hohe Gewinnmöglichkeiten (wie hierdurch) sehen, müssen sie sie nutzen, auch wenn es die Industrie-Arbeitsplätze und Industriegebiete kostet und unserer Wirtschaft dadurch schadet. Insofern ist das ein KARDINALFEHLER.

Es sind diese Erkenntnisse, die mich dazu gebracht haben, zu sagen: Die Siemens-Sache geht uns alle an. Hier können wir alle unser Augenmerk drauf richten, Kritik üben und versuchen, etwas zu verbessern. Industrie und Natur 1.0

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