Rettet unsere Bäume!

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Innerhalb von nur 5 Jahren wurden in München mehr als 29.000 Bäume zur Fällung beantragt. Ca. 26.000 Fällungen hat die Untere Naturschutzbehörde genehmigt. Von etwa 12.000 verlangten Ersatzpflanzungen wurden aber nur ca. 3.000 tatsächlich ersetzt.

Im Durchschnitt werden jährlich mind. 2.000 Fällungen in München beantragt und die meisten davon auch genehmigt. Dazu kommt noch der gnadenlose Rückschnitt bzw. die komplette Rodung vieler Hecken und Büsche, die in der Statistik gar keine Erwähnung finden. Immer mehr alte Einfamilienhäuser mit altem Baumbestand müssen neuen Bauvorhaben weichen. Aufgekauft werden die Grundstücke oft von großen Immobilienfirmen, denen es meist nur um maximale Bebauung und maximalen Profit, aber nicht um den Erhalt des alten Baumbestandes geht.

Das muss zum Erhalt unserer grünen Lunge, zum Schutz des Stadtklimas  sowie des Erhalts der Artenvielfalt (ein dramatischer Schwund an Singvögeln und Schmetterlingen in unseren Gärten und Anlagen ist ja bereits zu beobachten) aufhören! Viele Vögel finden im Frühjahr für ihre im Winter durch Rodungen zerstörten Brutplätze immer schwerer Ersatz und das Stadtklima verändert sich negativ durch immer mehr Flächenversiegelung.

Zwar gibt es theoretisch die Pflicht zur Nachpflanzung. Diese wird aber mangels Personal vielfach weder kontrolliert noch geahndet. Die Bußgelder sind viel zu gering. Viele Bauträger/Investoren kaufen sich durch Ausgleichszahlungen, die ihnen bei den Auftragsvolumen, um die es geht, kaum wehtun, frei oder lassen illegal fällen wie zuletzt in Obermenzing geschehen.  Nachgepflanzt werden – wenn überhaupt – auch nur junge Bäume, die den Wert eines alten Baumes nicht ansatzweise aufwiegen können.

Der Grundsatz „Baurecht geht vor Baumschutz“ ist nicht mehr zeitgemäß! Wo immer mehr Menschen auf engstem Raum zusammen leben müssen, braucht es auch mehr Grün. Dem Ansinnen von CSU, SPD und FDP, die statistische „Pro-Kopf-Grünfläche“ von 32 qm aufgrund der Wohnungsnot zu halbieren, muss daher entschieden entgegen getreten werden.

Wir fordern daher

  1. die Änderung des Baurechts und die Abschwächung des Grundsatzes  „Baurecht vor Baumschutz“;
  2. die Erhaltung unseres Münchner Baumbestandes und den Schutz von Hecken (jeder gefällte Baum und jede zerstörte Hecke muss adäquat ersetzt werden);
  3. eine Auflage an Bauträger/Investoren, Sanierungen und/oder Neubauten so zu planen, dass möglichst viel alter Baum- und Heckenbestand erhalten werden kann („Bewahren geht vor Fällen und Neupflanzen“);
  4. Bäume sind elementarer Bestandteil bei jedem Neubau (wie derzeit Kfz-Stellplätze);
  5. personelle Aufstockung der Behörden zur gründlicheren Prüfung von Fällgenehmigungen und für konsequentere Kontrollen bezüglich Ersatzpflanzungen;
  6. höhere Ausgleichszahlungen, die den Wert eines Baumes und seiner künftigen Pflege unter allen Gesichtspunkten berücksichtigen;
  7. drastische Bußgelder, ggf. Haftstrafen bei illegalen Fällungen;
    die Stärkung des Mitspracherechts von Umweltverbänden, Bezirksausschüssen und Bürgerinitiativen bei beabsichtigten Fällungen (mehr Dialog mit den Bauträgern, um Kompromisse zum Schutz unserer Bäume zu finden).