
Liebe Mitstreiterinnen und Mitstreiter,
der Skandal um die abgesagte Ausstellung von Candice Breitz droht in Vergessenheit zu geraten. Dabei berührt er weiterhin zentrale Fragen unserer Demokratie: die Freiheit der Kunst, die Offenheit von Diskursen – und das Recht, Kritik zu äußern, ohne dafür pauschal verurteilt zu werden.
Die Kontroverse begann mit der Einordnung von Candice Breitz’ Kritik an der Politik der israelischen Regierung als antisemitisch – eine Zuschreibung, die viele von uns tief erschüttert hat. Gerade jetzt, da im Gazastreifen unfassbar viele Menschen gestorben sind – Schätzungen sprechen von fast 60.000 – erscheint es umso wichtiger, Raum für Trauer, Mitgefühl und kritisches Nachdenken zu schaffen. Wer sich heute für Menschlichkeit, Gerechtigkeit und differenzierte Kritik einsetzt, riskiert leider noch immer, vorschnell in eine Ecke gestellt zu werden.
Was wir erleben, ist eine zunehmende Entfremdung zwischen politischen Entscheidungsträgern und der Zivilgesellschaft. Viele Menschen fühlen sich nicht mehr gehört, ihre Fragen nicht ernst genommen – und genau das ist gefährlich für unsere Demokratie.
Aber wir wollen nicht verstummen.
Als Zeichen der Erinnerung, der Menschlichkeit und der Solidarität rufen wir dazu auf, am 4. und 5. Juli weiße Bettlaken aus Fenstern zu hängen – als stille Geste für all jene, die ihr Leben verloren haben, und als Symbol für das, was wir uns wünschen: offene Debatten, eine mitfühlende Politik und den Schutz von Kunst- und Meinungsfreiheit.
Lasst uns gemeinsam ein sichtbares Zeichen setzen – friedlich, klar, menschlich.
Danke für eure Unterstützung!
Kunstfreiheit_Debattenkultur