Der 14. November 2020 wurde dem ersten internationalen Tag der Bekämpfung gegen den Handel von Kulturgütern gewidmet. An diesem Datum wurde die UNESCO-Konvention im Jahre 1970 unterschrieben, die die Vertragsstaaten auffordert, den unerlaubten Handel von Kulturgütern zu verbieten.
Der Untersuchungsbericht der Europäischen Kommission (Illicit trade in cultural goods in Europe, 2019) zeigt, dass diese Thematik nie als politischer Schwerpunkt der europäischen Staaten betrachtet wurde und dass dieser Thematik wenige Ressourcen zugeteilt werden. Seitdem die europäischen Verordnungen angenommen wurden, hat sich die Situation nicht verbessert. Im Geneteil: dem illegalen Handel von Kulturgütern geht es heute besser als je zuvor.
Deswegen können internationale kriminelle und terroristische Gruppen ungestraft handeln. Sie setzen ihren totalitären Plan um, die Geschichte auszulöschen und gleichzeitig Geld zu verdienen, durch den Verkauf von geplünderten Kulturgütern. So hat Daesh in Syrien, Irak und noch weiter in Afrika gehandelt. Die gestohlenen Güter kommen dann mit falschen Dokumenten im europäischen Kunstmarkt, der sich durch eine fehlende Transparenz und die Transaktionsanonymität auszeichnet. Neben Diebstahl und Hehlerei erlauben diese Bedingungen auch Geldwäsche, Steuerhinterziehung und Betrug.
Heute fordern wir die europäischen Regierungen auf:
1. Eine dringende Massnahme gegen den Handel zu ergreifen, da das Problem von allen relevanten internationalen Organisationen anerkannt und gemeldet wird.
2. Den Kunst- und Antiquitätenmarkt (inkl. Online Verkäufe), genau wie andere Märkte (Schmuck, Waffen, Drogen, Medikamente, usw.), zu regulieren. VerkäuferInnen zu mehr Transparenz über die Herkunft von Gütern zu zwingen: jede registrierte Person im Kunsthändel sollte mit der gleichen Transparenz wie im Bankensektor arbeiten, indem sie Aufzeichnungen auf dem neuesten Stand hält.
3. Projekte zu finanzieren, die für die Wiedererlangung von gestohlenen Kulturgütern arbeiten, d.h. Vollzugsbehörden zu unterstützen (Polizei, Zollamt, Grenzbeamte, Staatanwälte, usw.), in Verbindung mit der Wissenschaftsgemeinschaft und mithilfe der neuen digitalen Werkzeuge.
4. Eine verstärkte Überwachung von Freihäfen, da diese zur Steuerhinterziehung, Lagerung und internationalen Bewegungen unbeaufsichtigt genutzt werden.
5. Die SammlerInnen auf die Anwesenheit von falschen Antiquitäten auf dem Kunstmarkt aufmerksam zu machen. Ihnen mitzuteilen, dass der Kauf von Fälschungen eine schlechte Kapitalsanlage ist und kriminelle Netze finanzieren kann.