IRRWITZ: Umweltamt SÖM winkt Riesen-Windpark am Natura2000-Schutzgebiet ohne Umweltprüfung durch!


Wir fordern den sofortigen Planungs-/Baustopp für die geplante Umsetzung des Windparks Werningshausen direkt an der Grenze zum geschützten Natura2000-Gebiet „Alperstedter Ried / Haßlebener Rieth“.
Laut offizieller Bekanntmachung des Umweltamtes im Amtsblatt Nr. 39 vom 07.10.2026 hat das Landratsamt Sömmerda beschlossen, dass für die „wesentliche Änderung“ von vier gigantischen Windenergieanlagen keine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) notwendig sei. Diese Feststellung, dass „erhebliche nachteilige Umweltauswirkungen nicht hervorgerufen werden“, ist ein Schlag ins Gesicht für den Natur- und Artenschutz in unserer Region! Wir fordern eine umfassende, unabhängige Prüfung und den Schutz unseres sensiblen Ökosystems.
Das Paradoxon der Behörde – Was im Amtsblatt steht vs. der Realität:
Das Umweltamt begründet den Verzicht auf die UVP mit Argumenten, die den tatsächlichen Gefahren widersprechen. Wir halten mit wissenschaftlichen Nachweisen dagegen:
• Behörden-Argument: Es seien keine erheblichen Beeinträchtigungen der Schutzgüter Mensch, Tiere, Pflanzen, biologische Vielfalt, Boden und Wasser zu erwarten.
• Die Realität: Das Areal liegt in einer sensiblen Einflugschneise von Greif- und Zugvögeln. Wissenschaftliche Untersuchungen des Max-Planck-Instituts und Dokumentationen der Deutschen Wildtier Stiftung belegen eindeutig, dass Windkraftanlagen (WKA) zu massiven Schlagopferzahlen bei Vögeln und Fledermäusen führen und die Fledermausaktivität im Umkreis um bis zu 77 % einbricht. Zudem weisen Analysen der Wissenschaftlichen Dienste des Bundestages auf erhebliche Belastungen für den Menschen durch Infraschall und Schlag-Schatten-Wurf hin.
• Behörden-Argument: Zusätzliche schädliche Einwirkungen auf im weiteren Umfeld befindliche Biotope und Naturschutzgebiete seien nicht zu erwarten; Naturschutzvorgaben würden durch Abschaltungen eingehalten.
• Die Realität: Temporäre Abschaltungen verhindern nicht die Greifvogel-Gefährdung, fundamentale Veränderung des Mikroklimas und des empfindlichen Wasserhaushaltes des angrenzenden Kalkflachmoores (Natura2000) durch den Bau tonnenschwerer Betonfundamente in unmittelbarer Nähe.
• Betroffene Standorte im Detail: Es handelt sich um die Anlagen WEA02, WEA03, WEA04 und WEA15 Bauplanung und Betrieb durch UKA Meißen. Hier soll die Leistung im industriellen Maßstab hochgefahren werden – direkt vor unserer Haustür und direkt neben einem geschützten Naturwunder.
Lassen wir nicht zu, dass wertvoller Naturschutz für industrielle Großprojekte, wie den 188 Ha Windpark Werningshausen, ausgehebelt wird!!