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Unterhaltsvorschuss auszahlen wie es im Gesetz steht

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Berlin hat als Bundesland die größte Zahl an Kindern, die akut von Armut bedroht sind. Nicht selten wachsen diese bei Alleinerziehenden auf, die in den meisten Fällen den Unterhalt alleine bestreiten müssen. Unter der Gruppe der Alleinerziehenden sind es zu 90 % Frauen. Eine davon bin ich.

Von dem endlich zum 1. Juli in Kraft getretenen Gesetz zum Unterhaltsvorschuss habe ich mir eine Verbesserung versprochen:
https://www.test.de/Unterhaltsvorschuss-fuer-Alleinerziehende-Staat-springt-laenger-ein-5192900-0/

Seit der Geburt finanziere ich meinen Sohn alleine. Am Anfang erhielt ich den Unterhaltsvorschuss. Zum 6. Geburtstag meines Sohnes kam dann das Schreiben, dass der Unterhaltsvorschuss beendet ist. Falls ich keine Arbeit hätte, könnte er Sozialhilfe beantragen. Da ich arbeitete gab es keine staatliche Unterstützung für uns. Ich habe seitdem mehrere Jobs parallel wahrgenommen, um uns zu finanzieren. Dadurch kam ich auf eine regelmässige wöchentliche Arbeitszeit von 60 Stunden über fast zehn Jahre. Doch trotz mehrerer Arbeitsverhältnisse reicht nun das Einkommen nicht mehr aus, weil ich weit unter meiner Qualifikation bezahlt werde und die Lebenshaltungskosten in Berlin rasant steigen. Unsere Lebensweise ist bescheiden. Wir haben kein Auto und auch keine großen Ausgaben. Doch mein Sohn ist jetzt 15 und sein Abitur an einer staatlichen Schule ist in Gefahr, weil ich die laufenden Kosten für seinen Unterhalt und die Ausbildung nicht mehr alleine decken kann trotz langer Arbeitszeiten.

Den Unterhaltsvorschuss habe ich bereits Ende Juni beantragt. Obwohl ich eine Eingangsbestätigung habe und meine Situation per E-Mail, telefonisch sowie schriftlich geschildert habe, ist mein Antrag noch nicht bearbeitet. Wir sind dadurch verschuldet und ich zahle hohe Überziehungszinsen.

Ich habe nicht damit gerechnet, dass ein Gesetz nicht umgesetzt werden würde.

Inzwischen habe ich herausgefunden, dass allein in meinem Bezirksamt Mitte 6700 Anträge nicht bearbeitet werden. Das sind 6700 betroffene Familien. Ich bin schockiert, da es ja „nur“ um einen Bezirk in Berlin geht.

Viele Kinder leben bereits jetzt schon unter der Armutsgrenze. Trotz Inflation soll nun auch noch der Mindestunterhalt nach der Düsseldorfer Tabelle gekürzt werden:
https://www.vamv.de/presse/pressemitteilungen/presse-detail/article//kuerzung-von/

Die ärmsten Minderjährigen in diesem Land haben keine Lobby. Demokratie sieht anders aus. Unser Grundgesetz verspricht allen Bürgerinnen und Bürgern die Teilhabe. Doch Kindern wird diese nicht zugestanden. Armen Kindern werden die Zugangschancen verwehrt. Das muss sofort geändert werden. Kinder sind unsere Zukunft in diesem reichen Land.

Der Unterhaltsvorschuss liegt immer noch weit unter dem gesetzlichen Mindestunterhalt. Das Mindeste ist doch, dass die gesetzliche Leistung an die Betroffenen ausgezahlt wird.

Bitte helfen Sie mit, dass die betroffenen Kinder zu Weihnachten Geschenke bekommen können. Vielen Dank.

weitere Infos im Tagesspiegel:
http://www.tagesspiegel.de/berlin/ueberlastete-berliner-bezirksaemter-alleinerziehende-warten-monatelang-auf-unterhaltsvorschuss/20658750.html



Heute: Sandra verlässt sich auf Sie

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