Bitte verhindern Sie die Abweisung des mich rettenden Berufsschadensausgleichs

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Als ich neun Jahre alt war, spielte ich mit meiner achtjährigen Mitschülerin auf einem Spielplatz, als plötzlich halbstarke Jugendliche auftauchten und meine Mitschülerin belästigten und anfassten. Ich wollte sie beschützen, und es gelang mir, die Jugendlichen von meiner Mitschülerin abzulenken. Dann aber wurde ich selber zur Zielscheibe von Gewalt. Es dauerte ewig, bis endlich ein Erwachsener dazwischenging. Doch es sollte wenige Monate später noch härter für mich kommen:

als ich zehn Jahre alt war, änderte sich mein Leben schlagartig. Ein Jugendlicher würgte mich plötzlich im Wartezimmer einer behördlichen Jugendeinrichtung in Nähe des Bahnhofes meiner Heimatstadt Norden. Da ich den Jugendlichen seit Monaten flüchtig kannte und er immer nett gewesen war, war ich völlig arglos. Die Tür war geschlossen, und niemand in den benachbarten Büros bekam etwas mit. Ein kleiner Junge öffnete die Tür des Wartezimmers, erfasste die Situation und rief einen Sozialarbeiter herbei. Damit rettete der kleine Junge wohl mein Leben. Der damals noch junge Sozialarbeiter stoppte die Attacke. Er sollte später Leiter der Einrichtung werden und ist inzwischen im Ruhestand. Bis heute ist mein Leben eingeschränkt: ich hatte damals Todesangst, und niemand kann sich vorstellen, wie man sich fühlt, als Zehnjähriger, der von einem Jugendlichen wieder und wieder gewürgt wird und keine Luft bekommt. Diese Ohnmacht und Wehrlosigkeit, und dieses Gefühl, nichts, aber auch gar nichts tun zu können, dieses Gefühl, jetzt sterben zu müssen.

Meine Ärzte haben schon vor so vielen Jahren diagnostiziert, dass ich an einer komplexen Posttraumatischen Belastungsstörung erkrankt bin. Schließlich bin ich seit Jahren voll erwerbsgemindert und habe einen Schwerbehindertenausweis. Trotzdem weigert sich das Land Niedersachsen seit zehn Jahren beharrlich, die Diagnose anzuerkennen und mir den Berufsschadensausgleich mit Angleichung der Opferentschädigung zu gewähren. Wieder und wieder wurde ich zu Gutachtern geschickt, die aber allesamt keine traumaspezifische Diagnostik bei mir erstellten. Der WEISSE RING unterstützte mich und finanzierte eine neutrale Begutachtung: die Spezialärztin für Traumakunde hat im vergangenen Sommer diagnostiziert, dass ich eine Erkrankung habe wie ein Soldat, der im Krieg war: nämlich eine Posttraumatische Belastungsstörung mit dem subsummierenden Grad einer Schädigung in Höhe von 50 (GdS 50). Somit habe ich nachweislich Anspruch auf Berufsschadensausgleich (siehe Kopie in der Anlage). Doch das Land Niedersachsen mauert weiter und verlangte sogar eine Überweisung von 500 Euro an die Staatskasse, um das Ergebnis der Spezialistin für Traumakunde und Ärztlichen Direktorin Dr. Wibke Voigt überhaupt zur Kenntnis zu nehmen. Dieses Geld zahlte wiederum der WEISSE RING. Und die Zeit schreitet weiter und weiter voran, während ich in der Luft hänge und keine Ruhe finde...

Wie froh wäre ich, wenn ich diesen Kampf um Anerkennung und Rehabilitierung als Gewaltopfer nicht führen müsste. Hinzu kommt, dass meine Mutter über 70 alt und ebenfalls schwerbehindert ist und sich große Sorgen um meine Zukunft macht. Auch sie muss von der Sorge um meine Zukunft dringend entlastet werden. Auch ich bin so müde. Seit meiner Kindheit habe ich hart kämpfen müssen, nur um das zu bekommen, was jedem normalerweise zusteht. Nämlich: Ein Gefühl von Frieden und Sicherheit!

Von ganzem Herzen bitte ich Euch: Bitte zeichnet alle meine Petition und macht Freunde und Bekannte aufmerksam! Wenn Sozialministerin Reimann meinem Antrag stattgibt, kann die Klage gegen das Land zurückgezogen werden, und meine Mutter und ich finden endlich Ruhe...

Herzlichen Dank im Voraus für Ihre/eure Unterstützung!

Viele Grüße Christophe Didillon


Bitte lest auch meinen Leserbrief in der TAZ vom 16. März 2019



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